Rätselhafter Fund13 tote Rentiere auf Spitzbergen – und niemand weiß warum

Mysteriöses Rentier-Sterben auf Spitzbergen.
13 Tiere wurden in diesem Sommer tot entdeckt. Experten stehen vor einem Rätsel – bislang gibt es keine Erklärung für die seltsam hohe Zahl der Todesfälle. Dabei wurde zuletzt bekannt, dass die Rentiersterblichkeit noch nie so gering war, wie dieses Jahr.
Nur ausgewachsene Tiere betroffen
Der Fund von mehr als einem Dutzend toter Rentiere auf Spitzbergen gibt Forschern Rätsel auf. „Es ist äußerst ungewöhnlich, dass fortpflanzungsfähige weibliche Tiere und ausgewachsene Männchen im Sommer sterben”, berichtete der oberste Beamte von Spitzbergen am Donnerstagabend. „Deshalb bitten wir die Bevölkerung, Funde von kürzlich verendeten Rentieren zu melden.”
Während der Bestandszählungen waren insgesamt 13 tote Tiere in zwei Tälern der Inselgruppe entdeckt worden - zwei Männchen und elf Weibchen. Woran sie gestorben sind, ist völlig unklar. „Bereits im Juli wurden drei kürzlich verendete Rentiere von Tierärzten obduziert”, hieß es in der Mitteilung. „Dabei wurden zahlreiche Proben entnommen, die Todesursache ist jedoch bislang unbekannt.” Das Spitzbergen-Rentier ist eine Unterart des Rentiers, die ausschließlich auf der norwegischen Inselgruppe vorkommt.
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Noch im Juli gab es gute Nachrichten
Besonders rätselhaft sind die aktuellen Funde, weil Forscher erst wenige Wochen zuvor das genaue Gegenteil beobachtet hatten. Mitte Juli meldete das Norwegische Polarinstitut, dass in Adventdalen bei Longyearbyen sogar die niedrigste Rentier-Sterblichkeit seit Beginn der dortigen Zählungen im Jahr 1979 festgestellt worden ist. Bei der diesjährigen Erhebung fanden die Forscher lediglich zwei Kadaver, im Vorjahr waren es noch 302 gewesen.
Gleichzeitig stieg der gezählte Bestand von 1348 auf 1503 Tiere. Die Wissenschaftler führten die positive Entwicklung unter anderem auf wenig Schnee und Eis im vergangenen Winter sowie einen frühen Frühling zurück. Dadurch kamen die Rentiere offenbar leichter an Nahrung. Auch der Nachwuchs entwickelte sich auffällig gut: Acht von zehn weiblichen Tieren hatten ein Kalb, eine der höchsten bislang registrierten Quoten. Umso ungewöhnlicher wirken nun die 13 Todesfälle, zumal es sich laut Behörden überwiegend um ausgewachsene, fortpflanzungsfähige Tiere handelt.
Verwendete Quellen: dpa, NTB Kommunikasjon


