AmpuNATION-Kampagne von AbbottKampf gegen Diabetes! Warum dieser leere Stuhl uns alle angeht
Diese Fotos gehen uns ALLE an!
Sechs Menschen sollten vor der Kamera von Star-Fotograf Kristian Schuller stehen. Sie wollten ihre Geschichten erzählen und sich zeigen: Sechs Geschichten über Amputation, Mut und ein Leben mit Prothese. Doch einer von ihnen – Paulo – stirbt kurz vor dem Shooting. Für ihn bleibt heute ein Stuhl leer. Es ist ein Bild, das mehr erzählt als jede Statistik – und zeigt, warum die AmpuNATION-Kampagne so wichtig ist.
Menschen mit Prothesen beim Fotoshooting
Es geht laut zu beim Fotoshooting im Berliner Studio von GNTM- und Star-Fotograf Kristian Schuller. Es wird viel gesprochen und gelacht. Menschen wie du und ich sind dem Aufruf vom Gesundheitskonzern Abbott gefolgt. Sie alle sind amputiert und wollen bei der Kampagne, die Deutschland bewegen soll, mitmachen. Sie wollen mit ihren Prothesen gesehen werden: stark, selbstbestimmt, lebensbejahend.
Starfotograf Kristian Schuller will sie nicht als „anders“ zeigen, sondern als Menschen – mit Gesicht, Blick, Charakter. „Grundlage für alles ist Respekt“, sagt er im Gespräch mit RTL. Die Prothese solle selbstverständlich wirken, „wie ein Turnschuh zum Joggen“.
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Wenn Warnzeichen zu spät erkannt werden
Die AmpuNATION-Kampagne von Abbott ist eine europäische Gesundheitsinitiative. Sie will auf die periphere Arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, und das diabetische Fußsyndrom aufmerksam machen. Beides kann zu schweren Durchblutungsstörungen führen – und im schlimmsten Fall zur Amputation.
Allein in Deutschland kommt es jährlich zu etwa 70.000 Amputationen. Schätzungen zufolge wäre etwa die Hälfte vermeidbar – durch frühere Diagnose, bessere Vorsorge und eine engere Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Jesse George, Director Public Affairs and Communications Deutschland, Österreich und Schweiz bei Abbott, sagt: „Wir wollen Bewusstsein dafür schaffen, dass Amputationen durchaus vermeidbar sind.“ Es gehe um Prävention, Versorgung und Aufklärung.

Wie schnell Warnzeichen übersehen werden können, erzählt Silke. Sie ist 51 Jahre alt und kommt aus Wolfsburg. Bei ihr begann alles 2013 mit Schmerzen beim Gehen. „Ich gehe drei, maximal 400 Meter und ich kann dann nicht mehr gehen“, habe sie ihrem Arzt damals erklärt. Trotzdem wurde die arterielle Thrombose erst Monate später erkannt. „Ich denke mal ja“, sagt sie auf die Frage, ob ihr Bein bei einer früheren Diagnose hätte gerettet werden können.
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„Die Leute sollten diese Krankheit ernster nehmen!”
Silke kämpfte lange um ihren Fuß. Am Ende verlor sie den Kampf – und bereut die Amputation trotzdem nicht. „Ich war froh, dass ich endlich das losgeworden bin, was so viele Sorgen und so viele Probleme gemacht hat“, erzählt sie. Nach der Operation sei für sie wichtig gewesen: „Mein Knie ist noch da.“ Denn das bedeutete für sie: wieder gehen lernen, zurück ins Leben.
Heute macht Silke bei der Kampagne mit, um andere wachzurütteln. „Die Leute sollten diese Krankheit ernster nehmen. Die Ärzte und auch jeder, der irgendwie Probleme hat beim Gehen.“ Ihr Appell: „Lieber einmal zu viel zum Arzt gehen als einmal zu wenig.“

Das ist auch Jesse George von Abbott besonders wichtig. Für ihn beginnt gute Prävention damit, Beschwerden ernst zu nehmen: „Regelmäßig zum Arzt gehen, nicht nur zum Orthopäden. Wenn man beispielsweise einen Schmerz verspürt, wirklich auch den Hausarzt besuchen, vielleicht auch mal zu einem Diabetologen gehen und wirklich die Versorgung so nutzen, wie sie auch möglich ist in Deutschland und sich einfach informieren.”

Ein leerer Stuhl mit großer Bedeutung
Neben Silke erzählen beim Fotoshooting auch fünf weitere Teilnehmer ihre Geschichte. Nur einer kann das leider nicht mehr machen. Paulo ist vor dem Shooting gestorben. Für ihn wurde ein leerer Stuhl fotografiert. Ein leerer Stuhl, der gleichzeitig noch eine weitere Frage aufwirft. Wie viele Amputationen könnten verhindert werden, wenn früher hingeschaut würde? Wenn Risikopatienten besser informiert wären? Wenn Symptome schneller richtig eingeordnet würden?
Starfotograf Kristian Schuller sagt über das Shooting, das RTL exklusiv begleitet: „Ich finde es wahnsinnig wichtig, das Licht in den Schatten zu setzen.“ Genau das mache die Kampagne. Sie zeige Menschen mit Amputation nicht als Opfer, sondern als Teil unserer Gesellschaft. Und sie erinnere daran, dass Krankheit jeden treffen kann.

Silke hat ihr Ziel erreicht, sagt sie. „Ich habe mein altes Leben wieder. Ich gehe auf Konzerte. Ich gehe auf Festivals.“ Ihre Botschaft an andere Betroffene: „Man darf einfach nicht die Hoffnung aufgeben.“
Der leere Stuhl aber bleibt. Als stilles Bild für all jene, die nicht mehr erzählen können. Und als Aufforderung an uns alle: Schmerzen ernst nehmen. Warnzeichen erkennen. Vorsorge nutzen. Denn manchmal entscheidet genau das darüber, ob ein Platz im Leben leer bleibt.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Abbott
































