Bald auch in Deutschland?Immer Taranteln werden in Österreich gesichtet – das steckt hinter dem Phänomen

Bis zu vier Zentimeter Körperlänge und plötzlich im eigenen Keller.
Im österreichischen Burgenland werden derzeit vermehrt Taranteln gesichtet. Was hinter den Begegnungen steckt und ob die großen Spinnen auch für Deutschland zum Thema werden könnten.
Spinnen werden in Häusern und Gärten gesichtet
Da dürfte so mancher Hausbewohner zweimal hinschauen. Im österreichischen Burgenland tauchen derzeit auffällig große Spinnen auf. Dabei handelt es sich unter anderem um die Südrussische Tarantel. Die Tiere können laut „Heute“ nicht nur durch Gärten streifen, sondern sich auch in Häuser und Keller verirren.
Grund zur Panik besteht deshalb allerdings nicht. Für Menschen gelten die Tiere als harmlos.
Darum sind Taranteln jetzt unterwegs
Hinter den aktuellen Begegnungen steckt keine Tarantel-Invasion. Wie „Heute“ unter Berufung auf den Naturschutzbund Österreich berichtet, breiten sich die Tiere auf natürlichem Weg aus. Gerade an milden Herbsttagen steigen zudem die Chancen auf eine Begegnung. Die Männchen verlassen ihre Verstecke und machen sich auf die Suche nach Weibchen.
Im Burgenland sind dabei zwei Arten zu beobachten. Die Südrussische Tarantel kommt häufiger im Norden vor, die Schwarzbäuchige Tarantel eher im Süden. Bislang sind dort 47 Sichtungen der Südrussischen und 31 der Schwarzbäuchigen Tarantel bekannt. Wie viele Tiere tatsächlich in der Region leben, ist offen.
VIDEO-TIPP: „Martin Rütters Tierheimhelden” – Bei Spinnen hört für Detlef Steves der Spaß auf
Südrussische Tarantel kann bis zu vier Zentimeter groß werden
Wer einem solchen Achtbeiner begegnet, dürfte vor allem von seiner Größe beeindruckt sein. Die Südrussische Tarantel kann eine Körperlänge von bis zu vier Zentimetern erreichen und gehört damit zu den besonders großen Spinnen Europas. Sie bevorzugt trockene, sandige Böden und verbringt den Tag häufig in selbst gegrabenen Erdröhren.
Dass die Spinnen in Wohngebäuden landen, ist dennoch eher die Ausnahme. Laut CHIP verirren sie sich gelegentlich in Garagen oder Geräteschuppen, seltener auch direkt in Häuser.
Lese-Tipp: Keine Lust auf Spinnen im Haus? Warum ihr jetzt Kastanien sammeln solltet
Wie gefährlich ist der Biss einer Tarantel?
Ihr imposantes Äußeres lässt Schlimmeres vermuten, doch ein Tarantelbiss gilt für Menschen normalerweise nicht als gefährlich. Laut „ka-news“ kann er zwar schmerzen und unter Umständen allergische Reaktionen hervorrufen, tödlich ist er aber nicht. CHIP vergleicht die Wirkung des Gifts mit einem Bienen- oder Wespenstich. Lokale Schwellungen sind möglich.
Wer eine Tarantel entdeckt, sollte sie deshalb nicht töten. Der österreichische Naturschutzbund bittet darum, die Tiere zu fotografieren, den Fund über naturbeobachtung.at zu melden und die Spinne anschließend lebend nach draußen zu bringen.
Lese-Tipp: Nosferatu- oder Hauswinkelspinne? So erkennt ihr den Unterschied
Kommen Taranteln bald auch nach Deutschland?
Hier ist eine klare Trennung wichtig. Während die Südrussische Tarantel in Österreich bereits vorkommt, ist sie in Deutschland nach Angaben von „ka-news“ bislang nicht in freier Wildbahn verbreitet. Die dort lebenden Exemplare finden sich normalerweise als Haustiere in Terrarien.
CHIP hält allerdings eine künftige Ansiedlung in Deutschland für möglich und verweist auf die bisherige Ausbreitung der Südrussischen Tarantel in Europa. Eine bereits bestehende Tarantel-Population in Deutschland lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

































