Eine Sache bewegt fast alleDiese Frage stellen Sterbende am häufigsten

Nicole Kidman möchte sich als Sterbebegleiterin engagieren.
Menschen, deren Tod kurz bevor steht, haben vor allem eine Frage (Symbolbild)
picture alliance / Shotshop | Addictive Stock, S.L.

Was denken Menschen, wenn ihr Leben zu Ende geht?
Ein Sterbebegleiter, der seit Jahren Menschen in ihren letzten Stunden begleitet, erlebt genau dann immer wieder dieselbe Frage.

„Was wird mit mir passieren?“

Über den Tod sprechen viele Menschen nur ungern. Doch wer Menschen in ihren letzten Lebenstagen begleitet, erlebt immer wieder, welche Gedanken sie wirklich beschäftigen. Sean O’Connor arbeitet als Sterbebegleiter in Südafrika. Im Gespräch mit der britischen Zeitung The Sun erzählt er, welche Frage ihm Sterbende am häufigsten stellen. Nach O’Connors Erfahrung beschäftigt viele Menschen kurz vor ihrem Tod vor allem eine Frage: „Was wird mit mir passieren?“

„Der Tod ist ein Mysterium – alles, was ich anbieten kann, ist Trost“, sagt der Sterbebegleiter. Eine eindeutige Antwort könne er seinen Patienten nicht geben. Stattdessen gehe es darum, ihnen Ängste zu nehmen, zuzuhören und sie in ihren letzten Stunden emotional zu begleiten.

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Viele suchen nach einer letzten Bestätigung

Doch nicht nur die Angst vor dem Unbekannten beschäftigt Sterbende. O’Connor berichtet, dass viele Menschen kurz vor ihrem Tod wissen möchten, ob sie ein guter Partner, eine gute Partnerin oder gute Eltern waren. „Oft müssen sie das noch einmal hören, bevor sie sich erlauben können, loszulassen“, erzählt er.

Gerade diese Gespräche gehörten für ihn zu den bewegendsten Momenten seiner Arbeit.

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In der ersten Staffel begleiten sie zum Beispiel einen jungen Bestatter bei der Versorgung eines Verstorbenen, treffen Menschen, die dem Tod unmittelbar gegenüberstehen und sprechen über ihre eigenen Wünsche für den letzten Lebensabschnitt. Staffel 2 vertieft das Thema mit weiteren Perspektiven. Unter anderem begleiten die beiden einen Tatortreiniger, befassen sich erneut mit ihrer eigenen Sterbevorsorge, lernen das Verfahren der Reerdigung kennen und thematisieren die Bedeutung eines Organspendeausweises.

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Was macht ein Sterbebegleiter eigentlich?

Sterbebegleiter kümmern sich nicht um die medizinische Versorgung von Patienten. Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, Menschen mit unheilbaren Erkrankungen und deren Angehörige emotional, praktisch und auf Wunsch auch spirituell zu begleiten.

Dazu gehört nach Angaben der Organisation End of Life Doula UK beispielsweise „Präsenz zeigen, zuhören und den Betroffenen und ihren Angehörigen Sicherheit bieten” oder auch „bei der Person sitzen, mit ihr reden und ihr helfen, sich weniger allein zu fühlen”.

O’Connor beschreibt seine Aufgabe so: „Ich bin da, um die Fragen zu stellen, die sich andere vielleicht nicht zu stellen trauen.“

Immer mehr Menschen interessieren sich für den Beruf

May 4, 2026, New York, New York, USA: May 4, 2026 - New York, NY, USA - Nicole Kidman at The 2026 Met Gala event entitled ââ¬ÅCostume Artââ¬Â held at the Metropolitan Museum of Art on Fifth Avenue. This is co-hosted by Anna Wintour, Lauren Sanchez, Beyonce, and Nicole Kidman. (Photo: Andrea RENAULT / Zuma Press) (Credit Image: © Andrea Renault/ZUMA Press Wire
Nicole Kidman möchte sich als Sterbebegleiterin engagieren.
picture alliance / ZUMAPRESS.com / Andrea Renault

Der Beruf als Sterbebegleiter gewinnt seit einigen Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit. Dazu tragen auch prominente Namen bei. So möcht etwa Schauspielerin Nicole Kidman nach den Erfahrungen mit dem Tod ihrer Mutter eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin absolvieren.

Louise Piper, Vorsitzende der Organisation End of Life Doula UK, glaubt, dass dadurch offener über das Sterben gesprochen wird. „Wir haben uns vom Tod entfremdet“, sagt sie im Interview mit The Sun. „Je mehr Bewusstsein wir dafür schaffen, desto weniger Angst wird er uns machen.“

Berührende letzte Wünsche bleiben unvergessen

Manchmal begleiten Sterbebegleiter Menschen sogar über deren Tod hinaus. O’Connor erinnert sich in The Sun an eine Frau, die ihm ganz genau erklärte, wie ihre Gedenkfeier aussehen sollte. Sie bat ihn, an einer bestimmten Bank an der Küste weiße Rosen ins Meer zu streuen.

„Ich sang, sagte ein Gedicht auf und blieb dort lange sitzen“, erzählt er. „Ich fühlte mich privilegiert, ihr ihren letzten Wunsch erfüllen zu können.“

Verwendete Quellen: The Sun, End of Life Doula UK