Schwere Leberschäden! Wie gefährlich ist Paracetamol eigentlich – und was muss man bei der Einnahme beachten?

von Sarema Umarov, Sandra Weiß und Denise Gatzweiler

Die Dosis macht das Gift!
Mal eben eine Tablette gegen Kopf-, Zahn- oder Gliederschmerzen: Für viele gehört das ganz selbstverständlich zum Alltag. Paracetamol ist rezeptfrei erhältlich und gilt als bewährtes Schmerz- und Fiebermittel. Doch harmlos ist der Wirkstoff deshalb nicht. Wer zu viel davon nimmt, riskiert schwere Leberschäden – im schlimmsten Fall sogar Leberversagen.

Wie viel Paracetamol ist zu viel?

„Paracetamol ist in hohen Dosen wirklich sehr gefährlich, führt zum Leberversagen und hat eine sehr hohe Sterblichkeit“, warnt Dr. Peter Hoffmann, Chefarzt der Kliniken Essen-Mitte. In den USA haben Forscher einen rasanten Anstieg von schweren Leberschäden festgestellt. Bei Männern wurden 33 Prozent durch Arzneimittel verursacht, insbesondere durch Paracetamol. Bei Frauen sind es sogar 45 Prozent. Müssen wir uns jetzt also Sorgen machen?

Grundsätzlich nicht, sagt Hoffmann: „Also mal eine Tablette Paracetamol bei Migräne oder bei Kopfschmerzen – da ist sicherlich nichts gegen einzuwenden.“ Entscheidend ist allerdings die Menge. Aktuell wird empfohlen, dass ein gesunder Mensch maximal vier Gramm Paracetamol pro Tag zu sich nehmen darf. Bei einer Standarddosis von 500 Milligramm pro Tablette wären das acht Tabletten. Doch diese Menge kann für manche Menschen bereits zu viel sein. Besonders bei Übergewicht, Alkoholkonsum oder chronischen Erkrankungen ist Vorsicht geboten. Dann ist es ratsam, die Einnahme vorher mit dem Hausarzt abzusprechen.

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Eine Paracetamol-Überdosierung macht sich nicht direkt bemerkbar

Auch wichtig: Paracetamol ist nicht bei allen Beschwerden das beste Mittel. Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend und können deshalb etwa bei Fieber, Gelenkentzündungen und Verletzungen zum Einsatz kommen.

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ASS, zum Beispiel in Aspirin, wirkt gerinnungshemmend und fiebersenkend. Es kann etwa bei Kopfschmerzen oder Durchblutungsstörungen genommen werden. Vor Operationen ist bei der Einnahme allerdings Vorsicht geboten. Paracetamol dagegen wirkt schmerzstillend und fiebersenkend – aber nicht entzündungshemmend.

Besonders gefährlich: Wer zu viel Paracetamol eingenommen hat, merkt das möglicherweise nicht sofort. „Es kann so Übelkeit, Erbrechen auftreten. Es kann sein, dass man die ersten ein, zwei Tage von der Vergiftung nichts merkt“, erklärt Hoffmann. Gerade diese ersten beiden Tage seien jedoch entscheidend. Denn in dieser Zeit müsste eigentlich bereits ein Gegengift gegeben werden. Wer also regelmäßig zu Paracetamol greift, sollte sich deshalb genau an die empfohlene Dosierung halten – und im Zweifel lieber einmal mehr beim Arzt nachfragen.

Verwendete Quellen: RTL