Effektiv und nachhaltigHitzetricks aus Japan! Vier einfache Methoden für eine kühle Wohnung

Hitze-Welle
Andere Kulturen haben effektive Mittel, um die Wohnungen im Sommer kühl zu halten
picture alliance / Zoonar | Dmitrii Marchenko

Die letzte Hitzewelle hat Deutschland ins Schwitzen gebracht – und die nächste kommt bestimmt.
Während hierzulande viele über den Kauf einer Klimaanlage nachdenken, greifen die Menschen in Japan seit Jahrhunderten auf bewährte, umweltfreundliche Methoden zurück. Dort können die Temperaturen im Sommer regelmäßig auf über 35 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit klettern. Wir zeigen vier einfache und günstige Tricks aus Fernost, mit denen ihr eure Wohnung angenehm kühl halten könnt.

Der grüne Vorhang: Pflanzen als natürliche Klimaanlage

Eine der effektivsten Methoden ist der sogenannte „Grüne Vorhang“. Dabei lässt man Kletterpflanzen wie Bittermelone, Hopfen oder Pfeifenwinde an Netzen oder Seilkonstruktionen vor Fenstern und Balkonen emporranken. Diese grünen Fassaden haben einen doppelten Kühleffekt: Zum einen spenden sie dichten Schatten und verhindern, dass die Sonne die Räume direkt aufheizt. Zum anderen kühlen die Pflanzen ihre direkte Umgebung aktiv durch die Verdunstung von Wasser über ihre Blätter. Dieser Prozess kann die Raumtemperatur spürbar um mehrere Grade senken und verbessert gleichzeitig das lokale Mikroklima.

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Uchimizu: Sofortige Erfrischung durch Wasser

Uchimizu ist eine traditionelle japanische Praxis, die so simpel wie wirkungsvoll ist. Dabei wird Wasser auf erhitzte Flächen wie Balkonböden, Terrassenplatten oder Gehwege vor dem Haus gegossen. Idealerweise geschieht dies in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, um die Verdunstung zu maximieren. Durch die Verdunstung wird der Umgebung Wärme entzogen, was zu einer sofort spürbaren Abkühlung der Luft in Bodennähe führt. Wissenschaftliche Messungen haben eine Senkung der bodennahen Lufttemperatur um bis zu 6 °C gezeigt. Auch wenn die Luftfeuchtigkeit leicht ansteigt, wird der Kühleffekt als sehr angenehm empfunden. Für eine umweltfreundliche Umsetzung kann aufgefangenes Regenwasser verwendet werden.

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Sudare: Luftiger Sonnenschutz aus Bambus

Anstelle von dichten Rollläden, die die Luftzirkulation blockieren, verwenden Japaner traditionell „Sudare“ – Rollos aus Bambus oder Schilfrohr. Diese blockieren die direkte Sonneneinstrahlung effektiv, lassen aber dank ihrer Struktur die Luft zirkulieren. Ein entscheidender Vorteil: Das Naturmaterial heizt sich kaum auf und gibt daher, anders als Kunststoff- oder Aluminiumjalousien, keine zusätzliche Wärme in den Raum ab. Sudare sind mittlerweile auch in Europa erhältlich und stellen eine nachhaltige und ästhetische Alternative zu herkömmlichen Sonnenschutzsystemen dar.

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Fūrin: Wenn Kühle im Kopf entsteht

Der letzte Trick zielt weniger auf eine physikalische als auf eine psychologische Abkühlung ab. „Fūrin“ sind traditionelle japanische Windspiele aus Glas, Metall oder Keramik, die bei der leisesten Brise einen hellen, klaren Ton erzeugen. In der japanischen Kultur wird dieses Klingeln stark mit einer kühlen Brise und sommerlicher Frische assoziiert. Auch wenn sie die Raumtemperatur nicht direkt senken, kann der Klang der Fūrin das subjektive Hitzeempfinden lindern und für ein Gefühl der Erleichterung sorgen – eine einfache Methode, um den Hitzestress zu reduzieren.

Verwendete Quellen: Focus, T-Online