Im Urlaub ausgebüxtKater Filou läuft unglaubliche 250 Kilometer zurück nach Hause – doch wie ist das möglich?

Weil so viele Katzen in Tierheimen landen, verlangen Tierschützer eine Kastrationspflicht. (Symbolbild)
Über fünf Monate ist Kater Filou unterwegs auf seiner Wanderung nach Hause. (Symbolbild)
Sven Hoppe/dpa

Was ein Durchhaltevermögen!
Im Urlaub haut Kater Filou einfach ab. Seine Besitzer suchen ihn überall, doch ohne Erfolg. Sie müssen ohne ihn zurück nach Frankreich reisen. Etwa fünf Monate später dann die Überraschung: Filou taucht auf einmal weniger Meter von Zuhause entfernt auf, und das nach einem langen Pfotenweg! Eine Tierärztin erklärt uns, wie eine solche Katzenreise möglich ist.

Raus aus dem Camper, rein in die weite Welt!

Es gibt viele Katzen, die ihren Freigang und einen kleinen Marsch durch die Nachbarschaft lieben. Doch so eine Reise wie Kater Filou erfahren vermutlich nur die aller wenigsten in ihrem Katzenleben.

Beim Campingurlaub im August 2025 mit seinen Besitzern Patrick und Evelyne Sire schafft es der freche Kater bei einem Tankstopp in der Nähe des spanischen Gironas unbemerkt zu bekommen – vermutlich durch ein offenes Fenster. Das französische Ehepaar bemerkt an der Grenze, dass ihr Haustier abgehauen ist und kehrt direkt um und startet die Suche.

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Verzweifelt suchen seine Herrchen monatelang nach ihm

Filou ist da aber offensichtlich schon mitten drin in seinem größten Abenteuer. Das Ehepaar ahnt davon nichts und kehrt mehrere Male zurück nach Spanien für die Suche. Sie nehmen Kontakt zu Tierheimen, Behörden und Tierschutzorganisationen auf und suchen mit Plakaten nach ihrem Kater. Alles ohne Erfolg und so langsam verschwanden auch die letzten Funken Hoffnung bei den Besitzern, wie sie in einem Video von L’indépendant sagen.

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Nur wenige Meter von Zuhause entfernt taucht er auf

Ausgerechnet an dem Tag, an dem Filous Besitzer sich eine neue Katze holen wollen, um seine Lücke zu füllen, die Wendung. In einem Dorf nur wenige hundert Meter von Filous Zuhause entfernt, wird ein Kater entdeckt, stark abgemagert und geschwächt. Ein Besuch beim Tierarzt bringt dank des Mikrochips die Klarheit: Es ist der vermisste Filou.

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Hat Filou sich am Magnetfeld orientiert?

Mehr als 250 Kilometer vom spanischen Giora bis Olonzac in Frankreich hat das Tier hinter sich gebracht. Eine harte und vor allem beeindruckende Reise, findet auch Dr. Tanja Pollmüller, Tierärztin „Doc Polly”: „Es gibt viele Menschen, die ihre Katzen draußen füttern. Da wird dieser hier auch sicher mal den ein oder anderen Happs mit geschmaust haben. Oder an irgendwelchen Mülleimern. Von der Ernährung und vom Wasser her hat er das relativ problemlos hinbekommen. Was ich nur das faszinierende finde ist, dass er die Richtung gefunden hat, wo er hinlaufen muss.”

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Wie genau Filou das geschafft hat, bleibt sein Geheimnis. Die Vermutung von Dr. Tanja Pollmüller: „Da sind Katzen ja, genau so wie Hunde zum Beispiel, auch sehr auf den Geruchssinn fokussiert. Vielleicht hat er irgendwelche Punkte wiedererkannt, wo sie schon mal waren. Gerüche, Pflanzen, Landschaften, irgendwas wieder erkannt, wo er wusste, wo er her muss.” Weiter erklärt sie, dass einige Tiere auch Orientierung und eine Art inneren Kompass durch das Magnetfeld unter der Erde bekommen. Wie alle Tiere dies genau wahrnehmen, ist unklar, aber dies kann laut „Dr. Polly” Filou möglicherweise geholfen haben.

Innerer Kompass führt nach Hause

Inzwischen zurück in den gewohnten vier Wänden muss sich Filou nochmal erholen von der wohl aufregendsten Zeit seines Lebens. Genau wie seine Besitzer, die es noch immer kaum fassen können: „Wir wissen nicht, wie er all das geschafft hat”, so Patrick Sire im Video von L’indépendant. So hart die Rückkehr von Filou sowohl für das Tier, aber auch für die Besitzer gewesen ist. Dr. Tanja Pollmüller, Tierärztin „Doc Polly” erkennt darin auch ganz klar ein Zeichen der Verbundenheit: „Wenn es irgendwo besser ist, hauen Katzen auch gerne ab und suchen sich einen neuen Besitzer. Da sind Katzen ja stumpf, von daher ist das hier natürlich nochmal besonders lobenswert.”(ela)

Verwendete Quelle: 20min.de, L’indépendant