Tipps zum EnergiesparenErste Frostnächte: Wann sollte man die Heizung einschalten?

In Deutschland wird es nachts zunehmend kalt, regional gab es bereits Temperaturen unter null Grad. Doch ab wann sollte man zu Hause heizen? Welche Temperaturen sind sinnvoll, wie lässt sich Energie sparen und was schützt vor Schimmel? Die wichtigsten Tipps für den Start in die Heizsaison.
Nach vergleichsweise milden Temperaturen und einigen sonnigen Tagen zeigt sich der Herbst nun zunehmend von seiner kalten Seite: In der Nacht auf Dienstag gab es in Deutschland gebietsweise den ersten leichten Frost. Besonders im Osten, in der Mitte und im Süden sanken die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) stellenweise auf bis zu minus drei Grad. Tagsüber kann es zwar weiterhin mild werden, doch spätestens am Morgen dürfte es in vielen Wohnungen merklich kühler sein.
Damit stellt sich die Frage, wann es Zeit ist, die Heizung wieder aufzudrehen. Eine bestimmte Außentemperatur, ab der geheizt werden muss, gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr, wie warm es in den eigenen vier Wänden bleibt.
Ab wann sollte man heizen?
Die Verbraucherzentralen empfehlen, Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad Celsius zu heizen. In Wohnräumen sind etwa 20 Grad ein gängiger Richtwert, im Badezimmer darf es etwas wärmer sein. Wer friert, muss also nicht warten, bis draußen der erste Schnee fällt.
Auch wenig genutzte Räume sollten nicht vollständig auskühlen. Besonders in schlecht gedämmten Gebäuden können niedrige Raumtemperaturen das Schimmelrisiko erhöhen. Zudem kann sich Feuchtigkeit aus wärmeren Räumen an kalten Wänden niederschlagen. Zwischen unterschiedlich stark beheizten Zimmern sollten deshalb möglichst keine großen Temperaturunterschiede entstehen. Die Türen zu kühleren Räumen bleiben am besten geschlossen.
Gibt es eine gesetzliche Heizperiode?
Eine bundesweit einheitlich gesetzlich festgelegte Heizperiode gibt es in Deutschland nicht. In vielen Mietverträgen ist der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April vorgesehen. Auch außerhalb dieser Monate kann eine ausreichende Beheizung erforderlich sein, wenn die Temperaturen in der Wohnung zu niedrig werden.
Während der Heizperiode muss der Vermieter grundsätzlich dafür sorgen, dass die Heizung ausreichend funktioniert. Welche Raumtemperaturen im Einzelfall geschuldet sind, hängt unter anderem vom Mietvertrag und den Umständen ab. Als Orientierung werden tagsüber häufig etwa 20 bis 22 Grad Celsius genannt.
Mieter müssen die Heizung allerdings nicht permanent auf einer bestimmten Stufe betreiben. Sie sollten die Wohnung jedoch nicht so stark auskühlen lassen, dass Feuchtigkeits- oder Frostschäden drohen. Wer trotz aufgedrehter Heizkörper nicht ausreichend heizen kann, sollte die Hausverwaltung oder den Vermieter informieren.
Mit diesen Tipps lassen sich Heizkosten sparen
Die Heizung muss nicht den ganzen Tag auf derselben Temperatur laufen. Nachts oder bei längerer Abwesenheit kann die Raumtemperatur abgesenkt werden. Ganz ausschalten sollte man die Heizung in der kalten Jahreszeit jedoch nicht pauschal, denn ausgekühlte Räume können problematisch werden.
Auch das Thermostat lässt sich gezielt nutzen. Bei einem üblichen Heizkörperthermostat entspricht Stufe drei ungefähr 20 Grad Celsius, Stufe zwei etwa 16 Grad. Die genaue Temperatur hängt vom jeweiligen Modell ab. Wer einen Raum schneller aufheizen möchte, sollte das Thermostat nicht einfach auf die höchste Stufe stellen: Dadurch wird die gewünschte Temperatur nicht schneller erreicht.
Zusätzlich sollten Heizkörper frei bleiben. Möbel, Verkleidungen oder lange Vorhänge können die Wärmeabgabe behindern. Wer mehrere Heizkörper in einem Raum hat, sollte die Thermostate auf dieselbe Zieltemperatur einstellen.
Schon ein Grad weniger kann nach Angaben der Verbraucherzentrale rund sechs Prozent Heizenergie einsparen. Zu kalt sollten die Räume aber nicht sein.
Richtig lüften, um Schimmel vorzubeugen
Neben dem Heizen ist regelmäßiges Lüften entscheidend. Beim Kochen, Duschen und Schlafen gelangt Feuchtigkeit in die Raumluft. Wird sie nicht nach draußen abgeführt, kann sich Kondenswasser an kalten Fenstern und Wänden bilden - dadurch kann langfristig Schimmel entstehen.
Statt Fenster dauerhaft zu kippen, empfiehlt sich kurzes Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern. Im Winter reichen häufig drei bis fünf Minuten. Bei milderen Temperaturen kann es etwas länger dauern. Besonders nach dem Duschen oder Kochen sollte feuchte Luft möglichst direkt nach draußen gelangen.
Ein Thermo-Hygrometer hilft dabei, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Als Orientierung gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent.
(ncz/spot)


