Machen wir’s nicht alle?Food-Expertin verrät, warum ihr lieber nicht nebenbei essen solltet

Viele Menschen nehmen sich fürs Essen nicht viel Zeit und machen es sogar oft nur nebenbei.
Viele Menschen nehmen sich fürs Essen nicht viel Zeit und machen es sogar oft nur nebenbei.
picture alliance / Zoonar | TITOVA ILONA

Hand aufs Herz: Wann habt ihr eure letzte Mahlzeit wirklich bewusst erlebt?
Für viele passiert Essen heute einfach nebenbei – zwischen Meetings, vor dem Laptop oder mit dem Handy in der Hand. Genau das ist laut Food-Designerin Marije Vogelzang ein echtes Problem.

Der Geschmack von Essen ändert sich mit der Umgebung

Im Gespräch mit spot on news erklärt die Expertin: Geschmack entsteht nicht nur im Mund. Er ist „wie eine Geschichte“, sagt sie. Erinnerungen, Erwartungen – sogar Farben spielen demnach eine Rolle. Bedeutet: Das, was wir sehen und fühlen, beeinflusst massiv, wie etwas schmeckt.

Klingt verrückt, ist aber wissenschaftlich belegt: „Das Gehirn schmeckt vor dem Mund.” Vogelzang geht sogar noch weiter: Das Gewicht eines Löffels oder die Geräusche im Raum können darüber entscheiden, ob uns ein Gericht schmeckt oder nicht. Ihr Fazit: „Man kann dasselbe Gericht zweimal servieren und nur den Kontext verändern – und die meisten Menschen würden sagen, es schmeckt unterschiedlich.” Geschmack ist also kein fester Wert – sondern ein Zusammenspiel aus Umgebung und Gefühl.

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Wer nebenbei isst, der verpasst beides!

Das eigentliche Problem liegt im Alltag. Viele Menschen essen im Autopilot – ohne wirklich dabei zu sein. Für Vogelzang ist das, „als würde man einen Film schauen und gleichzeitig die Untertitel eines anderen Films lesen – man verpasst beides”. Es gehe das Bewusstsein dafür verloren, „was man isst, wie viel, wie es sich anfühlt und woher es kommt”.

Die gute Nachricht: Es braucht keine komplizierten Diäten oder teuren Zutaten. Kleine Veränderungen reichen oft schon aus.

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Mit diesen Tricks schmeckt euer Essen besser

Ein einfacher Trick: Esst mal mit der „falschen“ Hand. Klingt banal, zwingt das Gehirn aber dazu, wieder aufmerksam zu werden. Oder versetzt euch gedanklich in eine andere Rolle – zum Beispiel in einen Restaurantkritiker. Auch das verändere die Wahrnehmung.

Sogar optische Tricks helfen: Ein voller wirkender Teller könne das Gefühl verstärken, mehr zu essen – selbst wenn die Portion kleiner ist.

Und: Wer wieder bewusster essen will, der sollte vergleichen. Zwei Apfelsorten nebeneinander probieren oder zwei verschiedene Brote – das „schärft die Wahrnehmung”. Und die perfekte Mahlzeit? Für Vogelzang ist sie ganz simpel: Niemand schaut aufs Smartphone. Alle sind im Moment. Und genau das macht den Unterschied. (mit spot on/vho)

Verwendete Quelle: Spot on news