Babynahrung-Hersteller mutmaßlich erpresstRattengift in Hipp-Gläschen – wie gefährlich ist der Verzehr für unsere Kinder?

von Michael Statz, Valerio Magno und Denise Gatzweiler

Es ist der Albtraum jeder Eltern.
Eine Familie aus dem Burgenland in Österreich hat ein Hipp-Gläschen der Sorte Karotte mit Kartoffeln gekauft und wurde misstrauisch. Beim Öffnen fehlte das gewohnte Vakuum-Ploppen, der Inhalt roch zudem verdorben. Die Babynahrung wurde anschließend positiv auf Rattengift getestet – doch wie gefährlich ist der Verzehr für Kinder? Dr. Christoph Specht klärt im Video auf.

Babynahrung mit Rattengift versetzt: Diese Symptome könnten auftreten

Die Firma Hipp hatte in Österreich am späten Freitag alle Produkte aus den Spar-Supermärkten zurückgerufen. Sie warnte: „Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.” Am Nachmittag hatte ein Kunde dann ein verdächtiges Gläschen abgeliefert, das noch nicht benutzt worden war. Es war in der Ortschaft Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) aufgetaucht. Bei einer Analyse wurde darin Rattengift nachgewiesen. „In welcher Konzentration, in welcher Stärke oder welche Wirkung das jetzt gehabt hätte, wird das Gutachten, das jetzt ausgestellt wird, dann erst endgültig klären”, so die österreichische Polizei auf RTL-Anfrage.

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Mediziner Dr. Christoph Specht erklärt, dass die Symptome nicht direkt nach dem Verzehr auftreten würden: „Das dauert. Und diese Symptome könnten dann vermehrte Blutungen im Zahnfleischbereich oder Blut im Magen-Darm-Trakt oder auch im Urin sein.” Wie sich manipulierte Gläschen erkennen lassen, das verrät der Experte ebenfalls oben im Video.

Babykosthersteller Hipp womöglich erpresst

In Österreich, Tschechien und der Slowakei ist der Babykosthersteller Hipp möglicherweise Opfer eines Erpressers. Deutschland ist derzeit nicht betroffen, doch auch hierzulande wird ermittelt. Insbesondere die österreichische Polizei sucht mit Hochdruck nach einem zweiten mit Rattengift verseuchten Glas „Karotten mit Kartoffeln” 190 Gramm, das wie ein bereits am Samstag entdecktes Glas im Burgenland südöstlich von Wien in Umlauf gebracht worden sein soll.

Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) sprach am Samstag von einem mutmaßlichen Erpressungsversuch. Sie strich diesen Hinweis später aus ihrer Pressemitteilung. Das Ingolstädter Polizeipräsidium bestätigte eine Erpressung nicht. Laut eines Berichts der österreichischen Presse sollen die Erpresser angeblich zwei Millionen Euro fordern.

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Hipp-Sprecher Clemens Preysing bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass außer in Österreich mit Rattengift verseuchte manipulierte Gläschen auch in Tschechien und der Slowakei aufgetaucht seien. Die Handelspartner in Tschechien und der Slowakei hätten vorsorglich alle Hipp-Gläschen aus dem Verkauf genommen. Er sprach von einem „einen externen kriminellen Eingriff” und betonte, der Vorfall stehe in keinem Zusammenhang mit Produktqualität oder Herstellung.

Verwendete Quellen: RTL, dpa, diepresse.com