Das steckt dahinter KI liest eure Chats mit? Dieser WhatsApp-Kettenbrief verunsichert Tausende

Die Nachricht klingt alarmierend: Wer eine bestimmte WhatsApp-Einstellung nicht aktiviert, soll seine Daten der KI ausliefern.
Die Nachricht klingt alarmierend: Wer eine bestimmte WhatsApp-Einstellung nicht aktiviert, soll seine Daten der KI ausliefern.
Jonathan Raa/NurPhoto

Hat euch dieser Kettenbrief auch erreicht?
In zahlreichen WhatsApp-Gruppen macht aktuell eine Warnung die Runde. Darin wird behauptet, Meta-KI könne auf private Nachrichten, Telefonnummern und sogar andere Chats zugreifen. Die Botschaft sorgt bei vielen Nutzern für Verunsicherung. Doch genau dazu besteht kein Anlass.

Kann die Meta-KI wirklich auf Chats zugreifen?

In der Nachricht wird behauptet, dass künstliche Intelligenz ohne zusätzliche Einstellungen Gruppenchats öffnen, persönliche Informationen auslesen und sogar auf andere private Unterhaltungen zugreifen könne. Diese Aussagen sind jedoch falsch. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp bleibt weiterhin aktiv. Das bedeutet, dass Nachrichten nur von den beteiligten Personen gelesen werden können. Auch die Einführung neuer KI-Funktionen durch Meta ändert daran nichts. Nach Angaben der Faktenchecker von „Mimikama” werden Daten erst dann verarbeitet, wenn Nutzer die KI-Funktionen bewusst selbst verwenden.

In WhatsApp-Gruppen verbreitet sich dieser Kettenbrief derzeit massenhaft.
In WhatsApp-Gruppen verbreitet sich dieser Kettenbrief derzeit massenhaft.
RTL

Lese-Tipp: Meta führt Bezahl-Angebot für Instagram und Co. ein

Wofür ist der „erweiterte Chat-Datenschutz“ gedacht?

Der im Kettenbrief genannte „erweiterte Chat-Datenschutz” existiert tatsächlich. Die Funktion dient allerdings nicht dazu, eine angebliche KI-Spionage zu verhindern. Vielmehr bietet sie zusätzliche Möglichkeiten, um den Export von Chats oder den Umgang mit Medieninhalten stärker einzuschränken. Ob Nutzer diese Option aktivieren möchten, bleibt eine persönliche Entscheidung. Wer die Funktion nicht einschaltet, muss deshalb aber nicht befürchten, dass Meta oder eine KI automatisch private Chats mitliest.

Streaming Tipp
Angriff auf unsere Kinder - Der Feind im Chat
Jetzt auf RTL+ streamen
Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Wie erkenne ich einen Kettenbrief?

Burak Kahraman aus dem RTL-Verifizierungsteam rät dazu, bei solchen Nachrichten genau hinzuschauen. „Empfänger solcher Nachrichten sollten nicht in Panik geraten. Oft stecken hinter diesen Nachrichten keine verlässlichen oder überprüfbaren Informationen”, erklärt er. Besonders misstrauisch sollten Nutzer werden, wenn mit Angst gearbeitet wird. Übertriebene Warnungen, alarmierende Schlagworte und fehlende Quellen seien typische Merkmale vieler Kettenbriefe. „Da solche Nachrichten gezielt Emotionen wie Angst oder Wut ansprechen, reagieren viele Betroffene spontan und ohne die Inhalte näher zu prüfen”, schildert Kahraman.

Im Video: Geheimzeichen auf dem iPhone! Das steckt hinter dem grünen und orangenen Punkt

WhatsApp-Chats bleiben geschützt

„Der Messengerdienst hat zu jeder Zeit eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aktiviert, daher sind sämtliche Daten innerhalb der Chats stets geschützt und können weder von WhatsApp noch von Meta eingesehen werden”, beruhigt Burak Kahraman. Sein Rat: Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen regelmäßig überprüfen und individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Panik wegen des aktuellen Kettenbriefs, der im vergangenen Jahr in ähnlicher Form bereits die Runde machte, ist also nicht nötig.

Verwendete Quellen: Mimikama, eigene RTL-Recherche