Dem KI-Mythos auf der SpurNettere Frage, bessere Antwort? Experte verrät, ob das wirklich stimmt

Schreibt ihr mit KI wie mit einem Freund oder nur kurz und knapp das Nötigste?
Schreibt ihr mit KI wie mit einem Freund oder nur kurz und knapp das Nötigste?
Drobot Dean/stock.adobe.com

Die KI-Nutzer teilen sich in zwei Lager ...
Die einen schreiben mit ihrer KI wie mit einem Freund, nette Floskeln dürfen da nicht fehlen. Bei anderen wiederum wird nur das Nötigste ins Textfeld eingegeben – kein „Hallo”, kein „Bitte” oder „Danke”. Dabei besagt ein KI-Mythos, dass diejenigen, die netter mit ihrer KI kommunizieren, bessere Antworten erhalten – stimmt das wirklich?

KI-Experte beantwortet: Hängt die Qualität der Antworten von der Nettigkeit der Fragen ab?

Einer, der die Antwort auf diese Frage ganz sicher kennt, ist Maximilian Hudlberger. Er ist Deployment Engineer bei OpenAI und Teil des Gründungsteams in Deutschland und somit ein richtiger KI-Experte. Was sagt er zu der Theorie, dass die KI bei netteren Fragen bessere Antworten ausspuckt?

Maximilian Hudlberger ist Deployment Engineer bei OpenAI und Teil des Gründungsteams in Deutschland.
Maximilian Hudlberger ist Deployment Engineer bei OpenAI und Teil des Gründungsteams in Deutschland.
FAKTOR 3 AG

Tatsächlich stimme das so nicht, erklärt Hudlberger. „Höflichkeit macht die Antworten nicht ‘besser’.” Die Qualität der Antworten hänge viel mehr von der Qualität und nicht von der Nettigkeit der Frage ab: „Wichtiger ist eine klare Frage mit ausreichend Kontext”, so der Experte.

Bedeutet im Umkehrschluss: Es geht zwar nicht um „Bitte” und „Danke”, aber die besseren Antworten bekommt trotzdem der, der sich mehr Zeit für seine Fragen nimmt.

Eure Meinung interessiert uns: Nutzt ihr KI im Alltag?

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KI passt sich eurem Gesprächsstil an

Netter gleich besser stimmt also nicht. Aber netter gleich netter sehr wohl. Max Hudlberger erklärt nämlich: „Was sich aber durchaus anpasst, ist der Gesprächsstil: ChatGPT spiegelt häufig die Tonalität seines Gegenübers.”

Bedeutet: Wer immer nur kurz und knapp mit seiner KI kommuniziert, der erhält auch Antworten in diesem Stil. Wer sich hingegen mehr Zeit nimmt – auch für Nettigkeiten wie Floskeln – dem wird auch mit diesen geantwortet. Ist euch das schon mal aufgefallen?

Kennt ihr schon diese KI-Life-Hacks?

Im RTL-Interview hat Maximilian Hudlberger zudem noch verraten, mit welchen Life Hacks die KI euch euren Alltag erleichtern kann – und die passenden Prompts (also die Eingabeaufforderungen bzw. konkrete Anweisungen) gibt’s gleich dazu:

  • Der Wochenendtrip: „Plane ein langes Wochenende in Kopenhagen für zwei Personen. Budget: maximal 250 Euro pro Nacht fürs Hotel. Wir mögen gutes Design, kurze Wege, Frühstück im Hotel und Restaurants, die nicht touristisch wirken. Recherchiere fünf passende Optionen, vergleiche Preis, Lage, Bewertung und Frühstück und gib mir am Ende eine klare Empfehlung.“

  • Handgepäck optimieren: „Ich lade dir ein Foto meiner Kleidung, Schuhe, Kosmetik und meines Handgepäckkoffers hoch. Hilf mir, passend für das Kopenhagen-Wochenende zu packen. Berücksichtige Wetter, viele Wege zu Fuß, ein schönes Abendessen und nur Handgepäck. Sag mir, was raus kann, was fehlt und wie ich alles platzsparend einpacke.“

  • Hitzewelle: Auch wenn die KI eure Wohnung nicht herunterkühlen kann, kann sie euch immerhin dabei helfen, Optionen für eine kühlere Wohnung durchzurechnen: „Ich überlege, mir für meine Wohnung eine mobile Klimaanlage und ein Balkonkraftwerk anzuschaffen. Rechne mir aus, wie sich beides zusammen über drei Jahre auswirkt: Anschaffungskosten, Stromverbrauch der Klimaanlage, mögliche Stromerzeugung des Balkonkraftwerks, Stromersparnis, typische Nutzung im Sommer und Amortisation. Zeig mir, wie viel der Klimaanlagen-Strom theoretisch durch das Balkonkraftwerk gedeckt werden könnte und ab wann sich die Kombination finanziell lohnt.“

Diese Beispiele zeigen, was auch Maximilian Hudlberger erklärt: „Die spannendsten Life Hacks sind oft keine kleinen Tricks mehr, sondern Aufgaben, bei denen KI mehrere Schritte auf einmal vorbereiten kann.” Und euch kann sie damit nicht nur kostbare Zeit sondern auch Nerven sparen.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche