Auf den ersten Blick kaum zu erkennenWarum jetzt eine autistische Barbie in die Kinderzimmer kommt

„Autismus sieht nicht immer gleich aus.“
Sechs Monate nach der Diabetes-Barbie stellt der Spielzeughersteller die neue Barbie mit Autismus vor. Symbolisch ist sie ausgestattet mit dicken, pinkfarbenen Kopfhörern, einem Anti-Stress-Spielzeug und beweglichen Gelenken. Die Modepuppe soll Sichtbarkeit schaffen, für ein Störungsbild, das auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist – keine leichte Aufgabe!
Betroffene sollen sich mit Puppe identifizieren können
Wie Mattel laut dem Sender ABC bekannt gibt, sei die neue Barbie über einen Zeitraum von 18 Monaten zusammen mit dem amerikanischen Autistic Self Advocacy Network entwickelt worden. Einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Rechte und bessere Darstellung von Menschen mit Autismus in den Medien einsetzt.

Gemeinsam habe man eine Puppe schaffen wollen, die widerspiegelt, wie autistische Menschen die Welt um sich herum erleben und verarbeiten, so der Spielzeughersteller. Betroffene Kinder und Jugendliche sollen sich mit der neuen Barbie identifizieren können. Dabei gibt es aber eine große Herausforderung.
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Viele Merkmale in einer Puppe vereint
Wie viele Behinderungen, „sieht Autismus nicht immer gleich aus“, erklärt Noor Pervez, vom Autistic Self Advocacy Network, dem Sender ABC. „Aber wir können versuchen, einige der Ausdrucksformen von Autismus zu zeigen.“ Autismus umfasse ein breites Spektrum an Verhaltensweisen und Schwierigkeiten, die sich in ihrem Ausmaß stark unterscheiden. Viele der Merkmale seien zudem laut Pervez nicht sofort sichtbar.
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Die Spielzeugentwickler vereinen in der autistischen Barbie zumindest einige dieser Merkmale. So sind die Augen der Puppe etwa leicht zur Seite geneigt, um zu zeigen, dass manche Menschen mit Autismus manchmal direkten Augenkontakt vermeiden. Die beweglichen Gelenke der Puppe ermöglichen Gesten wie Stimming, eine flatternde Handbewegung, mit der manche autistische Menschen sensorische Informationen verarbeiten oder ihre Aufregung ausdrücken, erklärt Mattel.
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Jede Barbie wird zudem mit einem rosa Fidget-Spinner, geräuschunterdrückenden Kopfhörern und einem rosa Tablet geliefert, das dem Gerät nachempfunden ist, das autistische Menschen nutzen, die Schwierigkeiten beim Sprechen haben.
Mehr Autismus-Diagnosen bei Kindern
Mit der Barbie mit Autismus will Mattel Vielfalt feiern und ergänzt eine Kollektion, zu der unter anderem bereits Barbies mit Down-Syndrom, eine blinde Barbie, Barbie und Ken mit Vitiligo oder auch eine Barbie mit Diabetes gehören. Mit der Reihe will der amerikanische Spielzeughersteller seine Puppen inklusiver gestalten. In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Zahl der Diagnosen in den vergangenen Jahren angestiegen, wie eine Studie der Fachzeitschrift Pediatrics zeigt. (okr)
Verwendete Quellen: ABC, Pediatrics
































