Kölner Infektiologe zweifelt an bisheriger Empfehlung

Zweite Impfdosis auch bei Johnson&Johnson nötig?

Wird bald auch eine zweite Impfdosis bei Johnson&Johnson nötig sein?
Wird bald auch eine zweite Impfdosis bei Johnson&Johnson nötig sein?
© dpa, ., esz nwi

22. April 2021 - 16:04 Uhr

Infektiologe rechnet fest mit Notwendigkeit einer zweiten Impfung

Der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer erwartet, dass auch bei dem Johnson&Johnson-Impfstoff eine zweite Impfung erforderlich sein wird. Bisher wurde Patienten versichert, sie seien auch mit einer Dosis ausreichend geschützt. Fäktenheuer äußert jetzt erstmals seine Zweifel an dieser Aussage.

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"Rein medizinisch ergibt es für mich keinen Sinn"

Wie der Experte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gegenüber berichtet, habe Johnson&Johnson planmäßig nicht auf eine zweite Impfung gesetzt, deshalb sei auch die Studie "von vornerein auf bloß eine Impfung angelegt" gewesen. Mit Blick auf sogenannte "Escape-Mutationen", die sich an Impfungen anpassten, gehe er daher inzwischen "stark von mehreren Impfungen pro Person aus".
Den Impfstoff von Johnson&Johnson und auch den von Astrazeneca bewertet der Kölner Infektiologe aber als sehr gut und wichtig: "Wir brauchen die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unbedingt, um diese Pandemie zu bekämpfen", so Fätkenheuer. Jedoch gibt er zu bedenken: "Ich habe große Zweifel, ob eine Spritze in der Praxis ausreichen wird. Rein medizinisch ergibt es für mich keinen Sinn, den einen Impfstoff doppelt und den anderen nur einmal zu verimpfen".

Virologe Klaus Stöhr ordnet ein

Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr sieht das etwas anders als sein Kollege Fätkenheuer. Ihm nach solle man nicht vorschnell in Panik geraten: "Johnson&Johnson hat es getestet, es sind viele 10.000 Personen untersucht worden, dort hat man gesehen, dass eine Dosis ausreicht". Seiner Meinung nach seien diese Tests aussagekräftig und es gebe somit derzeit auch keinen Anlass, diese Ergebnisse anzuzweifeln: "Also der Impfstoff ist getestet, das sind die Ergebnisse. Man kann natürlich viel spekulieren, aber man muss sich an die Zahlen und Fakten halten", so Stöhr.

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Quelle: DPA/RTL.de

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