Sperrmüll oder gute Gabe?

„Zu verschenken“-Box: Wann Ihnen ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro droht!

Geschenkbox
Wer kennt sie nicht? Die "zu verschenken"-Boxen, die vor allem in Großstädten aufgestellt werden.
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Wer kennt sie nicht, die „Zu verschenken“-Boxen, die vorwiegend in Großstädten fast an jeder Straßenecke zu finden sind. Oft sieht man sie vor Hauseingängen oder am Gehweg. Meistens werden die Kisten aus guter Absicht aufgestellt, manche versuchen aber auch nur ihren aussortierten Sperrmüll loszuwerden. Doch was vielen nicht bewusst ist: Die „Zu verschenken“-Box kann unter Umständen richtig teuer werden. In welchen Fällen, es zu teuren Bußgeldern kommen kann, lesen Sie hier.

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„Zu verschenken“-Boxen: Bürger sollten auf Nutzbarkeit der Gegenstände achten

Wer seinen Plunder mit guten Absichten loswerden will, der kann auch Pech haben. Denn in vielen Städten werden die „Zu verschenken“-Boxen mit hohen Bußgeldern geahndet, weil sie von den örtlichen Ordnungsämtern als illegale Müllabladung verstanden werden. Die Grenze zwischen gut gemeinter Spende mit brauchbaren Gegenständen und eine wahllose Ablagerung von Müll, den niemand mehr haben will, ist sehr gering.

Wie eine Sprecherin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) gegenüber der dpa sagt, handelt es sich zum Beispiel um eine illegale Ablagerung, wenn sich niemand um die abgestellten Sachen kümmert. Problematisch wird es also vor allem, wenn die „Zu verschenken“-Boxen mehrere Tage unbeachtet auf dem Bürgersteig stehen. Auch auf den Inhalt gilt es zu achten.

Sind die Gegenstände noch nutzbar, oder mehr oder weniger Müll? Am Ende habe niemand was davon, kaputte Gebrauchsgegenstände auf der Straße abzustellen. Laut der VKU werden die Entsorgungsgebühren über die Abfallgebühren verrechnet, die jeder einzelne Mieter zu zahlen hat.

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„Zu verschenken“-Box kann teuer werden! Diese Bußgelder können drohen

Was vielen Bürgerinnen und Bürgern auch nicht bewusst ist, ist die Höhe der Bußgelder, die drohen können. Wie hoch das Bußgeld ausfallen kann, lässt sich laut VKU nicht pauschal sagen. Die Höhe hängt von der Art der Gegenstände ab, die sich in der Kiste befinden. Handelt es sich um Haushaltsgegenstände, wie Geschirr oder Kleidungsstücke, kann es Sie bis zu 200 Euro kosten. Gegenstände mit scharfen Kanten oder Flüssigkeiten liegen zwischen 300 und 500 Euro. Bei Elektrogeräten kann die Strafe sogar bis zu 5.000 Euro betragen! Der Bußgeldkatalog NRW beziffert aktuell ähnliche Bußgeld-Beträge.

Kurz: Dinge, die eigentlich als Sperrmüll entsorgt werden sollten, wie Radios, Stühle oder Kisten, können bis zu 150 Euro Strafe einbringen. Elektrogeräte und einzelne Gegenstände größeren Umfangs, wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Kommoden, Badewannen oder mehrere Gegenstände kleinen Umfangs (etwa Nähmaschine oder Heizkörper) werden hier sogar mit bis zu 750 Euro geahndet.

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„Zu verschenken“-Box: Oft ist eigentlich eine Genehmigung nötig - und auch die kostet Geld

Was vielen Städtern ebenfalls nicht bewusst ist, wer eine Kiste am Straßenrand abstellen will, der benötigt eigentlich eine Genehmigung. Es gilt: Wer eine „Zu verschenken“-Kiste legal auf dem Straßenrand abstellen will, muss eine Genehmigung beim zuständigen Ordnungsamt beantragen. Die Sondernutzung des Bürgersteigs ermöglicht es Ihnen dann, die Box sogar über mehrere Tage hinweg stehenzulassen.

Nachteil: Hierfür können Gebühren im zwei- bis dreistelligen Bereich anfallen.

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Ihre Erfahrung ist uns wichtig: Haben Sie schon einmal eine Geschenkbox aufgestellt?

"Zu verschenken"-Box: Tipps für Spendende, die sich Ärger ersparen wollen

In manchen Situationen wird aber auch ein Auge zugedrückt. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, den Gehweg stets freizuhalten. Auch bei Regen sollten Sie es vermeiden, Kartons nach draußen zu stellen. Weitere Tipps:

  • Spenden Sie nur Gegenstände, die Sie auch selbst mitnehmen würden
  • „Zu verschenken“-Boxen sollten maximal 24 Stunden draußen stehen. Sonst gelten Sie schnell als illegale Müllablagerung.
  • Bestimmte Gegenstände können Sie auch gut bei sozialen Annahmestellen abgeben (Bücher, Kleidung, Spielzeug)

Übrigens: Im eigenen Garten oder in Ihrer Garage können die Geschenke-Kisten legal angeboten werden. Wer keinen Ärger riskieren will und in einem Mehrfamilienhaus lebt, sollte sich aber vorab bei der Hausverwaltung erkundigen. (mjä)