Zollfahndung stellt literweise Branntwein sicher

Wuppertal: Ehepaar betrieb illegale Schnapsbrennerei im Kinderzimmer

Ein Paar aus Wuppertal betrieb eine illegale Schnapsbrennerei in seiner Wohnung.
Ein Paar aus Wuppertal betrieb eine illegale Schnapsbrennerei in seiner Wohnung.
© Zollfahndung Essen

23. Juni 2020 - 14:44 Uhr

Zollfahnder erhielten Tipp auf illegale Schnapsbrennerei

Zollfahnder haben in Wuppertal eine illegale Schnapsbrennerei in einer Wohnung ausgehoben. Das Ehepaar aus Russland hatte im Kinderzimmer sieben große Plastikfässer samt Überlauf stehen, in denen 200 Kilogramm Maische angesetzt waren. Auch in den anderen Räumen wurden die Ermittler fündig.

Illegale Schnapsbrennerei in Wuppertal
In jedem Raum der Wuppertaler Wohnung fanden die Ermittler Schnaps oder Equipment, um Branntwein herzustellen.
© Zohlfahndung Essen

In der Wuppertaler Wohnung lagerten 226 Liter Schnaps

Nach einem Hinweis, dass in der Wohnung schwarz Schnaps gebrannt würde, kontrollierte die Zollfahndung Essen die 43 und 45 Jahre alten Eheleute in Wuppertal. Die Ermittler staunten nicht schlecht: Im Kinderzimmer lagerten Maische-Fässer, in der Gästetoilette war ein 20-Liter-Destilliergerät aufgebaut und angeschlossen und im Schlafzimmer stießen die Fahnder auf 20 Flaschen mit selbstgebranntem Schnaps.

Gegen das Paar wird nun wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt. Nicht nur, weil sie illegal Alkohol hergestellt haben sollen, sondern auch, weil in der Wohnung zusätzlich 22 Stangen unversteuerter Zigaretten lagerten. Die Beamten stellten insgesamt 226 Liter Branntwein und branntweinhaltige Erzeugnisse sicher – außerdem 200 Kilo Maische, die Destillieranlage samt Zubehör und 1.100 unversteuerte Zigaretten. "Die sichergestellten Beweismittel werden jetzt ausgewertet", hieß es in einer Pressemitteilung des Zollfahndungsamts Essen.

illegale Schnapsbrennerei in Wuppertal
Gegen das Paar aus Wuppertal wird nun wegen Steuerhinterziehung und der illegalen Herstellung von Branntwein ermittelt.
© Zollfahndung Essen

Schnaps selber zu brennen, ist verboten und gefährlich

Das Herstellen von selbstgebrannten Spirituosen ist in Deutschland verboten. Die Zollfahnder informierten in dem Zusammenhang noch einmal, dass illegal hergestellter Branntwein gesundheitsgefährdend sein könne. "Wurde während der Destillation der Vorlauf nicht abgetrennt oder sind im Endprodukt zu hohe Konzentrationen Fuselöle enthalten, kann dies in höheren Dosen zur Erblindung oder zu, sogar tödlichen, Vergiftungen führen", hieß es in der Mitteilung. Eine weitere Gefahr: Bei unsachgemäßer Handhabung könne es bei der Destillierung von Alkohol leicht zu Verpuffungen kommen. Eine Wohnung ist dafür also denkbar ungeeignet.