Wochenende: Streik-Pause an Flughäfen

10. Februar 2016 - 20:51 Uhr

Entwarnung für das Wochenende

Die Sicherheitsleute an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn setzen ihren Streik nach zwei Tagen vorerst aus. "Am Wochenende werden wir nichts machen", so ein Verdi-Sprecher. Die Gewerkschaft wolle den Arbeitgebern, also den privaten Sicherheitsfirmen, die Chance geben, ein neues Tarifangebot vorzulegen.

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Die Sicherheitsleute setzen ihren Streik nach zwei Tagen vorerst aus.
© dpa, Roland Weihrauch

Seit gestern haben rund 400 Beschäftigte an den Security-Checks der beiden Airports die Arbeit niedergelegt - Hunderte Flüge fielen aus. Bis Mitternacht wird der Streik andauern, bevor er dann in die Pause geht. Die Gewerkschaft will mit dem Ausstand ihrer Forderung nach höheren Löhnen in der Sicherheitsbranche Nachdruck verleihen.

Tarifverhandlungen in Hamburg treten auf der Stelle

Der Streik hat auch Auswirkungen auf andere deutsche Airports. So wurden in Berlin-Tegel 18 Flüge gestrichen. Verdi will mit dem Streik Lohnaufschläge von 30 Prozent für die Sicherheitsbranche durchsetzen und sie "aus dem Niedriglohnsektor herausholen". Die Gewerkschaft droht auch mit unbefristeten Streiks. Zudem werde überlegt, den Arbeitskampf Anfang nächster Woche auf das gesamte Sicherheitsgewerbe auszuweiten. "Da könnten auch sensible Bereiche wie die Bahnhöfe und der Objektschutz betroffen sein", hieß es bei Verdi. In der Bewachungsbranche arbeiten allein in Nordrhein-Westfalen 34.000 Menschen.

Die Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal am Hamburger Flughafen treten unterdessen auf der Stelle. Auch eine Gesprächsrunde brachte nach Angaben Verdis keine Lösung. Vorerst soll es aber keine neuen Streiks am Hamburger Flughafen geben. In der kommenden Woche solle dann gemeinsam mit den Kollegen in Düsseldorf und Köln/Bonn erörtert werden, wie es in dem Konflikt weitergehen soll. Die Gewerkschaft fordert in Hamburg einen Stundenlohn von 14,50 Euro für die betroffenen 600 Beschäftigten, die Arbeitgeberseite hatte zunächst 12,50 Euro angeboten. In Nordrhein-Westfalen liegt das Angebot der Arbeitgeber für die Flughäfen bei 13,50 Euro Stundenlohn, die Gewerkschaft fordert 16 Euro.

Der Flughafenverband ADV sprach von einer "großen Rücksichtslosigkeit". Der Flughafenverband forderte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zum Handeln auf: "Wenn ein privater Dienstleister hoheitlich übertragene Aufgaben nicht mehr ausüben kann, muss der Staat seiner Sicherungspflicht auf anderem Wege nachkommen", so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Die Arbeitgeber - der Bundesverband des Sicherheitsgewerbes - forderte den Gesetzgeber auf, das Streikrecht zu ändern. Die Lohnforderungen seien nicht finanzierbar. Verdi habe für die Fluggastkontrolleure eine angebotene Tariferhöhung von über neun Prozent ausgeschlagen.

Auf den Flughäfen in Deutschland, auf denen die Bundespolizei die Passagier- und Gepäckkontrollen wahrnimmt, werden rund 6.300 Mitarbeiter privater Sicherheits-Dienstleister eingesetzt. In jedem Bundesland gelten eigene Tarife.