Transfrau wurde in Hamburg gefasst und gehörte zu den meistgesuchten Kriminellen Europas

Wo sind die Komplizen von "La Diabla"? Europol sucht mit Hochdruck

Europol sucht jetzt nach den mutmaßlichen Komplizen Antonio Anglés Martin und Norbert Köhler.
Quelle: Europol
Europol sucht jetzt nach den mutmaßlichen Komplizen Antonio Anglés Martin und Norbert Köhler. Quelle: Europol
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06. Dezember 2021 - 14:59 Uhr

Leudis C. soll der Kopf einer Menschenhändler-Bande sein

Nach der Verhaftung von Leudis Isaak C.,einer der meistgesuchten Personen Spaniens und mutmaßliches Oberhaupt eines Menschenhändlerrings, in Hamburg-Hohenfelde, fahndet Europol weiter nach den mutmaßlichen Komplizen Antonio Anglés Martin und Norbert Köhler. Das Trio wird wegen Gräueltaten europaweit gesucht.

"La Diabla" soll Frauen und Transsexuelle als Zwangsprostituierte ausgebeutet haben

Wo sind die Komplizen von "La Diabla"? Europol sucht mit Hochdruck
Die Transfrau Leudis C. soll der Kopf einer Menschenhändler-Bande sein. Sie wurde in Hamburg festgenommen. Quelle: Europol
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Es war ein ziemlich dicker Fisch, der der Hamburger Zielfahndung ins Netz gegangen ist: Die Transfrau Leudis C. stand auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher Europas. Die Hamburger Polizei bestätigte, dass ein 34 Jahre alter venezolanischer Staatsbürger in einer Wohnung im Stadtteil Hohenfelde gefasst wurde. Leudis C., die aus Venezuela stammt, soll der Kopf einer skrupellosen Menschenhändler-Bande sein. Ihr wird vorgeworfen, in ihrem Heimatland Frauen und Transsexuelle rekrutiert zu haben, um sie unter einem Vorwand nach Europa zu locken. Versprochen wurde den Frauen Arbeit in Spanien und ein besseres Leben. Doch stattdessen soll Leudis C. ihre Opfer zur Prostitution gezwungen haben.

Opfer wurden aus Venezuela nach Europa geschleust

Sie soll die Frauen an Freier verkauft haben, damit die vermeintliche Schulden bei ihr abarbeiten konnten. Durch die sexuelle Ausbeutung sollten ihre Opfer das Geld für die Reise nach Europa und die Unterbringung in Spanien zurückzahlen. Andere brachte sie dazu, sich Schönheitsoperationen, wie Brustvergrößerungen oder Fettabsaugungen zu unterziehen. Auch die Kosten dafür hätten die Frauen danach in Bordellen abarbeiten müssen.Laut der Zeitung "La Voz de Galicia" berichteten ihre Opfer auch von Gewalt und körperlichen Übergriffen. Diejenigen, mit deren Leistung, die Zuhälterin "La Diabla" nicht mehr zufrieden war, seien an andere Bordelle "verkauft" worden. Auch die deutsche Polizei geht davon aus, dass die Tatverdächtige "Personen wahrscheinlich aus Südamerika, teilweise auch über Deutschland, nach Spanien geschleust" hat.

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Leudis C. war eine von Spaniens meistgesuchen Kriminellen

Spanien erließ darum einen europäischen Haftbefehl gegen Leudis C. – wegen des dringenden Verdachts des Menschenhandels. So schaffte es die 34-Jährige auch auf die Europol-Liste der meistgesuchten Verbrecher Europas. Ein Hinweis soll die Hamburger Polizei dann aber auf die Spur von "La Diabla" gebracht haben. Darum konnte die europäische Polizeibehörde sie inzwischen schon wieder von der Fahndungsseite streichen.

Seit Europol 2016 die erste "Most Wanted"-Kampagne startete, konnten eigenen Angaben zufolge 110 gesuchte Straftäter verhaftet werden - 41 von ihnen aufgrund von Hinweisen, die über die Website an die Polizeibehörde geschickt wurden. (jgr/kst)