Dreifach-Mutter starb in der Silvester-Nacht 2018/2019

Witwer will endlich Klarheit: Wer hat meine Nina (39) erschossen?

13. Januar 2021 - 15:57 Uhr

Sie hinterlässt drei Kinder und ihren Ehemann

Es ist die Silvester-Nacht 2018, als Sven D. gemeinsam mit seiner Ehefrau Nina und der damals sechsjährigen Tochter in Schönberg, nahe Kiel, das Feuerwerk genießen möchte. Die beiden 14 Monate alten Zwillinge schlafen im Kinderzimmer. Sven D. hält die Hand seiner Frau – plötzlich sackt die 39-Jährige zusammen – ein Kleinkalibergeschoss hat sie am Kopf getroffen. Sie stirbt an Neujahr 2019 am Nachmittag – seitdem ist im Leben der Familie nichts mehr so, wie es einmal war. Besonders plagt die Hinterbliebenden die Frage: Wer ist für den Tod der Mutter und Ehefrau verantwortlich?

Wie Vater Sven D. diesen schrecklichen Moment erlebt hat und wie es seiner ältesten Tochter geht, die alles miterleben musste - das erzählt er im Video.

Ein völlig verändertes Leben

Witwer und Vater Sven D. stellt nach dem Tod seiner Frau sein komplettes Leben um. Der einst selbstständige Heizungs- und Lüftungsbauer gibt seinen Betrieb auf, möchte ganz für seine Kinder da sein. "Also arbeiten möchte ich, natürlich möchte ich arbeiten. Ich habe immer gearbeitet in meinem Leben und irgendwie fehlt mir das auch, auch meine ganzen Kollegen. Aber im Moment ist es schwer, die Kinder um 8 Uhr in der Kindergarten, 14 Uhr wieder abholen - es bleibt keine Zeit", erzählt der 45-Jährige.

Sven D. will Antworten

Geplagt werden er und seine Kinder nach wie vor von der Frage, wer für den Tod der dreifachen Mutter verantwortlich ist. Für Sven D. ein wichtiger Aspekt in der Trauerbewältigung: "Natürlich, wenn sie den Täter kriegen oder diese Person, die das gemacht hat, einen Abschluss zu kriegen, wo ich sagen kann: So es ist jetzt geklärt, diese Person war das, wir können jetzt ruhig leben und nicht immer diese Hintergedanken: Kann es vielleicht der gewesen sein, oder der oder der Nachbar. Kann ja jeder gewesen sein."

Polizei hat noch keinen Täter gefunden

Die zuständige Polizei Kiel hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und bereits viel unternommen, um den Täter ausfindig zu machen. Waffenbesitzer aus der Umgebung überprüft, Anwohner befragt und auch 3D-Scans wurden durchgeführt – doch zum Täter fehlt jede Spur. "Es war ja nun die Silvesternacht, man muss ja auch davon ausgehen, dass da diverse Leute unterwegs gewesen sind zu der Zeit und wir haben natürlich auch die Hoffnung, dass das irgendjemand gesehen hat. Also wir sprechen ja nicht unbedingt nur den vermeintlichen Täter an, sondern auch Zeugen, die vielleicht immernoch mit sich selber hadern, das nicht preisgegeben zu haben, was sie dort gesehen haben," so Matthias Felsch von der Polizei Kiel. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeit zu melden, wenn sie etwas gesehen haben. Ob Absicht oder nicht – Sven D. und seine Familie wollen endlich wissen, wer für diese Tat verantwortlich ist. Nur dann können sie es überhaupt schaffen, ansatzweise mit diesem schrecklichen Erlebnis abschließen zu können.