Tipps vom Kfz-Mechaniker

Winterreifen am Auto ganz einfach selbst wechseln

08. Oktober 2020 - 8:59 Uhr

Wann sollte man die Reifen wechseln?

Die alte Reifenwechsel-Regel lautet: Von Oktober bis Ostern ist Zeit für Winterreifen. Und da der Sommer vorbei ist und die Temperaturen immer weiter in den Keller gehen, steht das leidige Thema Reifenwechsel an. Wegen Corona ist es für Autofahrer dieses Jahr wichtig, sich rechtzeitig um den Reifenwechsel zu kümmern. Automechaniker arbeiten mit 2 Meter Abstand und dürfen nur eine bestimmte Anzahl an Kunden in die Werkstätten lassen. Es besteht auch im Herbst die Gefahr langer Wartezeiten. Deswegen hat unsere Reporterin, übrigens schon vor der Corona-Krise, eine Werkstatt besucht und sich zeigen lassen, wie der Selfmade-Reifenwechsel zu Hause geht. Tipps und Tricks vom Fachmann sehen Sie im Video.

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So einfach kann jeder die Reifen wechseln:

Fester Grund und richtige Punkte
Für einen Reifenwechsel in Eigenregie suchen Autobesitzer einen festen, ebenen Grund (einen Reifen-Vergleich finden Sie hier). Auf Kopfsteinpflaster oder einer abschüssigen Straße könnten Wagenheber einklappen, warnt der Tüv Thüringen. Dann drohen schwere Verletzungen und Beschädigungen an Radaufhängungen oder Schwellern. Der Wagenheber darf nicht verkanten und sollte nur an den dafür vorgesehenen Stellen angesetzt werden, die für die auftretenden Kräfte ausgelegt sind. Wo sich die Aufnahmepunkte befinden, ist je nach Fahrzeug verschieden. Im Zweifel müssen Fahrer in der Betriebsanleitung nachsehen.

Drehmoment kontrollieren
​Auch mit einem einfachen Radkreuz lassen sich die Reifen montieren. Empfehlenswert ist aus Sicht des ADAC aber ein Drehmomentschlüssel (erfahren Sie hier, welche Modelle empfehlenswert sind). Dieser lässt sich präzise einstellen, sodass die Schrauben nicht überdreht aber zugleich nicht zu leicht angezogen werden. Ein Blick ins Betriebsheft verrät, mit viel Kraft Radmuttern festgedreht werden dürfen. Nach 50 Kilometern sollte man prüfen, ob sie weiterhin festsitzen, raten die Experten.

Winterreifen: Worauf muss ich beim Kauf achten?

Keine alten Reifen kaufen
​Älter als drei Jahre sollten gekaufte Reifen nach Angaben des ADAC nicht sein. Frischer Reifengummi hatte bei Tests des Autoclubs die beste Haftung. Wann der Reifen hergestellt wurde, lässt sich an einem vierstelligen Zahlencode, meist in einem Oval, am Ende der DOT-Nummer an der Reifenflanke erkennen. Die ersten zwei Ziffern nennen die Woche, die letzten zwei Ziffern das Herstellungsjahr. Im Fachhandel lässt sich das gut selbst prüfen. Wer online kauft, der sollte bei der Auftragserteilung darauf hinweisen, dass er Reifen möchte, die maximal ein gewisses Alter aufweisen.

Die besten Winterreifen 2020
Regennässe, Schnee und Eis oder trockene Kälte: Ein guter Autoreifen muss in der kalten Jahreszeit unter verschiedensten Wetterbedingungen zuverlässig und sicher performen. Welche Winterreifen das am besten schaffen, hat der ADAC jetzt getestet und 15 aktuelle Reifen für Autos der unteren Mittelklasse in der Dimension 205/55 R16 H (bis 210 km/h) geprüft. Welche Reifen die Testsieger sind, welcher am schlechtesten bewertet wurde und was Autofahrer bei der Wahl ihrer Winterreifen beachten sollten, erfahren Sie hier.

Wann sich Ganzjahresreifen als Alternative anbieten

Ganzjahresreifen für Wenigfahrer
Der Reifenwechsel zweimal im Jahr kann nerven. Warum also nicht zu Ganzjahresreifen greifen? Wer in einer stadtnahen Flachlandregion ohne harten Winter lebt, kann laut Tüv Süd darüber nachdenken. Eine Option sind die Reifen außerdem für Fahrer, die wenig unterwegs sind. Gebiete mit vielen Steigungen jedoch, auch städtische wie Stuttgart, verlangen im Winter nach Winterreifen. Denn bei Matsch und Schnee spielen die ihre Vorteile aus. Auf Eis dagegen schlagen sich die Ganzjahresreifen generell nicht schlechter

Winterräder liegend lagern
​Wer seine Reifen in der Werkstatt wechseln lässt, kann sie gegen Gebühr oft gleich bis zum Frühjahr einlagern lassen. Wenn Autofahrer sie selbst einlagern, sollten sie einen trockenen, kühlen und dunklen Ort wählen. Direktes Sonnenlicht und schwankende Temperaturen könnten den Pneus schaden, erläutert der Tüv Thüringen. Bleiben die Reifen auf den Felgen, können sie liegend übereinander gestapelt werden. Alternativ bietet sich ein Felgenbaum oder eine Wandhalterung an. Reifen solo, also ohne Felge, überwintern am besten stehend. Dann sollten Autofahrer sie etwa einmal monatlich um etwa ein Viertel drehen, um Standschäden zu vermeiden.

Wir und Corona

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