27. Juni 2019 - 11:17 Uhr

Ganz viel Kot, statt ganz viel Badespaß

Immer mehr Wildgänse fühlen sich in deutsche Kulturlandschaften pudelwohl. Besonders in Parks und an Seen lassen sich die Gänse nieder. Das kann auch gerne mal ein Badesee sein  sehr zum Leidwesen der Badegäste. Denn wo viele Gänse sind, bleibt auch viel Gänsekot. Doch ist dieser eigentlich gesundheitsgefährdend für Menschen?

Kampf gegen Gänsekot am Karlsfelder See

Aktuell erregt besonders ein Fall aus Bayern die Gemüter: Die Wildgänse am Badesee von Karlsfeld machen den Besuchern das Leben schwer. Der Strand ist übersät mit Gänsekot. Wer einen Platz zum Sonnen auf der Wiese und am Ufer sucht, braucht dafür ziemlich lange. Denn eine ausgewachsene Gans kann schon mal zwei Kilogramm Kot ausscheiden - am Tag.

Und auch andere deutsche Badeorte haben mit den Hinterlassenschaften von Grau-, Kandada- und Nilgänsen zu kämpfen. 

Kann der Gänsekot uns krank machen?

Gänsekot sieht natürlich unschön aus, aber kann er uns tatsächlich auch krank machen? Wir haben bei Helmut Kruckenberg, Sprecher der Projektgruppe Gänseökologie der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft e.V. nachgefragt. "Kommt drauf an, was man damit macht", scherzt er. Aber dann nimmt er unsere Bedenken sogleich und sagt, man könne den Gänsekot im Prinzip sogar essen. "Gänse sind nicht so gute Nahrungsverwerter", erklärt Kruckenberg. Der Kot sei dadurch noch sehr grün und trocken. Selbst wenn man ihn anfäße, seien keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten. "Das ist im Grunde nur Gras, die alleinige Nahrung der Wildgänse."

Dr. med. Katrin Steul vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main rät dennoch, sich immer die Hände gründlich zu waschen, wenn man in Berührung mit Gänsekot kommt. Es könnten sich immer noch Bakterien im Gänsekot befinden, die keimbelastet sind. In Abhängigkeit von der Art der ausgeschiedenen Bakterien können von diesen auch Gesundheitsgefahren ausgehen, besonders für Kinder.