Mutter (22) schaute einfach zu

Wien: Vater (31) schüttelt Baby - Lebensgefahr!

Wien: Ein Vater soll sein Baby durch Schütteln lebensgefährlich verletzt haben, die Mutter schaute nur zu - die Polizei nahm die Eltern fest. (Symbolbild)
Wien: Ein Vater soll sein Baby durch Schütteln lebensgefährlich verletzt haben, die Mutter schaute nur zu - die Polizei nahm die Eltern fest. (Symbolbild)
© dpa bildfunk

10. Juni 2021 - 12:46 Uhr

Familie wurde von der Jugendhilfe betreut

Ein 31-jähriger soll seine 2,5-Monate alte Tochter mehrmals heftig geschüttelt und so lebensgefährlich verletzt haben. Die 22-jährige Mutter habe laut Polizei nicht eingegriffen. Die Polizei nahm die Eltern in der gemeinsamen Wohnung in Wien fest, die Jugendhilfe prüft den Fall jetzt intern.

Hubschrauber fliegt Baby ins Krankenhaus

Bereits am vergangenen Freitag (4. Juni) musste das Baby mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Dort kämpft es seitdem ums Überleben. Wer die Rettungskräfte informierte, ist derzeit noch unklar. Die behandelnden Ärzte alarmierten aufgrund der massiven Verletzungen des Kindes die Polizei. In der ersten Vernehmung stritten die Eltern jegliche Gewaltanwendung ab. Am Mittwoch (9. Juni) nahm die Polizei den 31-jährigen Vater und die 22-jährige Mutter dennoch in der gemeinsamen Wohnung fest.

Vater wollte seine Tochter ruhigstellen

In einer Pressemitteilung gab die Wiener Polizei bekannt: "Der 31-jährige Mann steht im dringenden Verdacht, die gemeinsame 2 ½ Monate alte Tochter mehrmals heftig geschüttelt und ihr so lebensgefährliche Verletzungen zugefügt zu haben." Die 22-jährige Mutter habe dabei nicht eingegriffen. Nach der Festnahme zeigten sich die Eltern nun doch geständig. Als Motiv gab der Vater an, er habe seine Tochter ruhigstellen wollen. Leider kein Einzelfall: Jedes Jahr werden auch in Deutschland bis zu 200 Kinder wegen eines sogenannten Schütteltraumas ins Krankenhaus eingeliefert.

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Kinder- und Jugendhilfe betreute die Familie rund um die Geburt und in finanziellen Fragen

Die Eltern sind der Kinder- und Jugendhilfe in Wien MA 11 bekannt. Wie die Sprecherin der Behörde Andrea Friemel im Gespräch mit RTL mitteilte, wurde die Familie wegen finanzieller Nöte unterstützt. Zudem habe man die Familie rund um die Geburt beraten und betreut. Friemel gegenüber RTL: "Es gab keinerlei Hinweise auf eine Gefährdung des Kindes, deshalb wurden keine Sofortmaßnahmen eingeleitet." Der Fall werde aber standardmäßig intern geprüft.

(nfi)

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