Hamburger Tierschutzverein sucht Hinweise

Wie Müll! Einäugige Katze in nikotinverseuchter Tasche zum Sterben ausgesetzt

Einäugig und in einer nikotinverseuchten Tasche abgestellt - Die fünfjährige Amanda wurde herzlos neben Müllcontainern  ausgesetzt.
Einäugig und in einer nikotinverseuchten Tasche abgestellt - Die fünfjährige Amanda wurde herzlos neben Müllcontainern ausgesetzt.
Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV)

von Lynn Michel

Herzlos ausgesetzt und wie Müll entsorgt – Ende September wurde das kleine, einäugige Kätzchen Amanda in der Fuhlsbütteler Straße in Hamburg-Alsterdorf in einer alten, nikotinverseuchten Tasche neben Müllcontainern ausgesetzt. Ohne Hilfe hätte sich das Tier nicht befreien können und wäre gestorben. Leider ist Amanda kein Einzelfall. Immer wieder werden kranke Katzen ausgesetzt und wie Müll entsorgt. Erst Ende September wurden im Harburger Stadtpark sieben Katzenbabys neben einer Mülltonne ausgesetzt.

Kätzchen Amanda ist kein Einzelfall - Auch die Katzenwelpen Pauline, Leo und Lucas wurden herzlos ausgesetzt

Die beiden Mischlingswelpen Leo und Lucas wurden in einer Tasche inklusive Futter in Hamburg-Jenfeld gefunden.
Die beiden Mischlingswelpen Leo und Lucas wurden in einer Tasche inklusive Futter in Hamburg-Jenfeld gefunden.
Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV)

In den letzten Monaten verzeichnete der Hamburger Tierschutzverein zahlreiche Fälle, in denen kranke Tiere herzlos ausgesetzt wurden. Erst Mitte Oktober wurden zwei kranke Katzenwelpen in einer schwarzen Tasche in der Elfsaal-Straße in Hamburg-Jenfeld gefunden. Die beiden männliche Langhaarkatzen-Mischlingswelpen Leo und Lucas waren viel zu mager und leiden zudem an Hautpilz. Beide Tiere müssen mindestens mehrere Wochen im Tierheim bleiben und die Hauterkrankungen tierärztlich behandelt werden.

Lese-Tipp: 120 Tiere in drei Wochen abgegeben: Tierheim "auf dem Maximum"

Ende September wurde die dreieinhalb Monate junge Pauline, eine grau-getigerte Maine-Coon-Katze, im Hainholzweg in Hamburg-Eißendorf gefunden. Die Hinterbeine des Kätzchens sind verkrüppelt, die Augen entzündet. Vermutlich handelt es sich bei dem Tier um das Opfer einer Inzucht. Wie die Kater Leo und Lucas wird Pauline jetzt von dem Team des Hamburger Tierschutzvereins behandelt.

Perser-Mischlingskatze Diana musste von ihren Schmerzen erlöst werden

Die weiße Perser-Mischlingskatze Diana wurde Mitte September in Hamburg-Bergedorf in einem sehr schlechten Zustand gefunden.
Die weiße Perser-Mischlingskatze Diana wurde Mitte September in Hamburg-Bergedorf in einem sehr schlechten Zustand gefunden.
Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV)

Leider kommt die Hilfe nicht bei allen ausgesetzten Tieren rechtzeitig an. Mitte September wurde die weiße Perser-Mischlingskatze Diana in Hamburg-Bergedorf verdreckt, sehr schwach und in einem schlechten Zustand vor einer Wohnungstür in einer Sporttasche gefunden. Ihr Fell war verfilzt, sie litt unter Flohbefall und ihre Augen-Hornhaut war entzündet. Ein Blutbild wenige Tage später ergab eine extreme Blutarmut, wahrscheinlich verursacht durch eine Niereninsuffizienz. Der 12-jährigen Diana konnte aufgrund ihres desaströsen Zustandes nicht mehr geholfen werden. Sie hätte dringend eine rechtzeitige und schmerzlindernde Behandlung benötigt.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Hamburger Tierschutzverein sucht Zeugen und Hinweise

Tierheimleiterin Dr. Urte Inkmann appeliert an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen: „Bitte zollen Sie Ihrem Tier zumindest so viel Respekt, es im Notfall tiermedizinisch versorgen zu lassen und nicht einfach auszusetzen. Dass auch ein Tier krank werden kann und dann höhere Kosten verursacht, muss man aber schon bei der Anschaffung unbedingt bedenken.“ Wer sich ein Tier alleine nicht leisten könne, finde vielleicht in der Nachbarschaft Hilfe und Unterstützung.

Lese-Tipp: Geldbußen bis 25.000 Euro – Haustiere aussetzen ist strafbar!

Der Hamburger Tierschutzverein sucht dringend nach Hinweisen, die mit 1.000 Euro pro Tier belohnt werden. Zeuginnen und Zeugen sollen sich umgehend telefonisch unter 040 21110625 oder per E-Mail an den Hamburger Tierschutzverein wenden.