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Wie bitte?! Jeder Zehnte shoppt online Klamotten und schickt diese direkt wieder zurück - nur für gute Insta-Fotos

Eine Frau macht ein Selfie vor dem Spiegel (Symbolbild)
Eine junge Frau macht ein Selfie vor dem Spiegel (Symbolbild) © iStockphoto

Alles fürs perfekte Insta-Pic?

Bestellen, auspacken, posen, knipsen, zurückschicken. Das scheint der neueste Trick auf Instagram zu sein, um immer top gestylt zu wirken. Wie eine Studie der britischen Kreditkarten-Firma "Barclaycard" in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen "Opinium" jetzt ergab, kauft fast jeder Zehnte neue Klamotten nur für das perfekte Insta-Pic. Nach dem Posten gehen die Klamotten dann wieder direkt zurück in die Post. Für die Studie wurden knapp 2.000 Briten zu ihren Online-Shopping-Gewohnheiten befragt.

Getragenes wieder zurückschicken - und das mit voller Absicht

ARCHIV - Päckchen und Pakete werden am 26.11.2013 in der Halle der neuen Zustellbasis des Postzustellers Deutsche Post DHL in Norderstedt (Schleswig-Holstein) sortiert. Die Deutsche Post DHL legt am Donnerstag ihre Quartalszahlen vor. Foto: Bodo Mark
Immer mehr Leute bestellen neue Klamotten im Internet, um auf Social Media zu beeindrucken © dpa, Bodo Marks

Etwas bereits Getragenes wieder zurückgeschickt - das hat wohl bereits jeder, der regelmäßig im Internet einkauft, schon mal gemacht. Ob mit voller Absicht, um für die Party ein neues Outfit zu haben, oder unabsichtlich, weil das neue Kleid vielleicht doch nicht so gut sitzt wie beim ersten Anprobieren - mit diesem Risiko müssen Versandhändler heutzutage rechnen. Schließlich bieten die meisten sogar eine "erst probieren, dann zahlen" Option an, die das Ganze noch erleichtert. 

Doch mit dieser Masche haben die Onlinehändler wohl nicht gerechnet: In Großbritannien kauft sich fast jeder Zehnte neue Klamotten, zieht sie für ein paar schicke Insta-Pics an - und schickt die Klamotten direkt wieder zurück. Und das alles nur, um mit coolen und teuren Outfits anzugeben oder besonders hip zu wirken. Die Studie ergab, dass dieses Verhalten wohl besonders oft in der Altersgruppe von 35-44-Jährigen auftritt. Hier gaben nämlich fast 17 Prozent der Befragten an, schon mal Kleidung nur für Instagram-Fotos bestellt und wieder zurückgeschickt zu haben.

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Zwölf Prozent der Männer haben schon mal etwas gekauft und wieder zurückgeschickt, nur, um es auf Social Media zu posten

Das Überraschende dabei: Die Studie ergab zusätzlich, dass es eher Männer sind, die getragene Kleidung zurückschicken. Demnach haben zwölf Prozent der Männer schon mal etwas Getragenes wieder zur Post gebracht, nachdem sie ein Foto davon auf Social Media gepostet hatten - aber nur sieben Prozent der Frauen. Einer von zehn Männern sagte außerdem, dass es ihm peinlich sei, wenn Freunde ihn zwei Mal im selben Outfit sähen.

Auch verwunderlich ist, dass Männer laut der Befragung aufs Jahr gerechnet mehr für Shopping ausgeben als Frauen - gilt doch allgemein eher das weibliche Geschlecht als "shoppingsüchtig". So investierten Männer im Schnitt 300 Pfund (ca. 350 Euro) mehr im Jahr in Kleidung als Frauen.

Jede Rücksendung belastet die Umwelt

Abgesehen von den Schäden für die Unternehmen, die dabei eintstehen, getragene Kleidung wieder zurückzuschicken - die Umwelt dankt uns dieses Verhalten auch nicht. Allgemein sorgen die vielen Retouren für mehr Verpackungsmüll und höhere CO2-Emissionen aufgrund der Rücktransporte zum Händler. Außerdem scheint es bei einigen Händlern außerdem gängig zu sein, zurückgeschickte Ware nicht als B-Ware weiterzuverkaufen, sondern einfach direkt zu vernichten. Das gab zuletzt Amazon zu - und auch H&M erntete einen riesigen Shitstorm für das Verbrennen von tonnenweise Kleidung. Grund für den Vernichtungs-Wahn: Das Zerstören von Ware ist für die Händler teilweise günstiger, als der mit dem Weiterverkauf verbundene logistische Aufwand.

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Manche Händler lassen ihre Kunden die Ware auch einfach behalten

Eine kunden- und umweltfreundlichere Variante der Retoure ist, die Kunden das Gekaufte einfach behalten zu lassen - und trotzdem das Geld zurückzuerstatten. Auch das scheint für die Händler günstiger zu sein als jeder Weiterverkauf. Trotzdem sollte man sich bei den Folgen jeder einzelnen Rücksendung lieber zwei Mal überlegen, was man bestellt und wieder zurücksendet. Vor allem, wenn man damit nur seine Freunde in den sozialen Netzwerken beeindrucken möchte.

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