WHO-Studie: 42 Prozent der Deutschen sind Bewegungsmuffel

06. September 2018 - 14:19 Uhr

Menschen in ärmeren Ländern sind meist aktiver

Wir bewegen uns offenbar nicht genug! Das zeigten Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO jetzt mit einer Studie. Demnach ist die Zahl der Menschen, die zu wenig Sport treiben oder im Alltag nicht ausreichend körperlich aktiv sind, zuletzt um mehr als 15 Prozent gestiegen.

Weltweit beträgt der Anteil der körperlich inaktiven Menschen 27,5 Prozent

Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die körperliche Aktivität der Menschen bis 2030 deutlich zu steigern. "Wenn sich die aktuellen Trends nicht verändern, wird das Aktivitätsziel bis 2025 nicht erreicht", heißt es aber in der Studie, die im Fachmagazin "The Lancet Global Health" veröffentlicht wurde.

2016 bewegten sich der Studie zufolge 42,2 Prozent der Deutschen zu wenig. Weltweit betrug der Anteil der körperlich inaktiven Menschen 27,5 Prozent. Menschen in ärmeren Ländern sind meist aktiver als Menschen in reicheren Ländern.

WHO empfiehlt 150 Minuten Bewegung oder 75 Minuten Sport pro Woche

Es müssten dringend Maßnahmen getroffen und entsprechende Anreize geschaffen werden, damit sich die Menschen mehr bewegen, so die WHO. Die positivsten Entwicklungen wurden zwischen 2001 und 2016 in Ost- und Südostasien festgestellt.

Nach Ansicht der WHO ist körperlich ausreichend aktiv, wer sich in der Woche 150 Minuten bewegt oder 75 Minuten Sport treibt. Um durch Sport oder Bewegung die Gesundheit zu verbessern, sollten sich Erwachsene allerdings doppelt so viel bewegen.

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Am aktivsten sind Menschen in Uganda, Mosambik und Lesotho

Die wenigsten Probleme mit körperlich inaktiven Menschen gibt es in Uganda (5,5 Prozent), Mosambik, Lesotho und Tansania, die größten in Kuwait (67 Prozent), Amerikanisch-Samoa, Saudi-Arabien und Irak. In den letztgenannten vier Ländern waren auch die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auffällig groß, Frauen bewegten sich dort deutlich weniger. Die größten Unterschiede gab es diesbezüglich in Bangladesch (16 zu 40 Prozent), Eritrea (14 zu 31 Prozent) und Indien (25 zu 44 Prozent).

Muss die Politik mehr Sportstätten schaffen?

Die WHO fordert in der Studie die Politik auf, die körperliche Aktivität der Bevölkerung zu fördern. In einem Aktionsplan schlägt sie unter anderem vor, die Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu verbessern und für mehr Sportangebote und Sportstätten zu sorgen. Mit welchen Tipps und Tricks es Ihnen gelingt, sich im Alltag mehr zu bewegen, erfahren Sie hier.

Quelle: DPA