8. Januar 2019 - 9:23 Uhr

In unserem Körper lagern sich Plastikreste ab

Plastik im Blut – eine erschreckende Vorstellung, die alles andere als abwegig ist. Verpackungen türmen sich nämlich nicht nur als riesige Müllberge und verschmutzen unseren Ozean, Reste davon lagern sich auch in unserem Körper ab. Deshalb hat die Europäische Union beschlossen, Einmalgeschirr, Strohhalme und andere Wegwerfartikel aus Plastik abzuschaffen. Doch werden wir wirklich gesünder, wenn wir auf Plastikartikel verzichten? Unsere Reporterin hat vier Wochen lang den Test unter Beobachtung eines Arztes gemacht – das überraschende Ergebnis gibt's im Video.

Weichmacher in Brotdosen, Trinkflaschen usw. kann gesundheitsschädlich sein

Im Supermarkt ist Plastik quasi überall: Ob Gemüse, Joghurt, Käse oder Nudeln – alles ist in dem giftigen Kunststoff verpackt. Doch das Problem liegt nicht nur bei dem Müll, der durch all die Lebensmittelverpackungen entsteht: Brotdosen, Trinkflaschen usw. aus Plastik enthalten Weichmacher, um Kunststoff weich und biegsam zu machen. Und die sorgen nicht nur für den künstlichen Geruch der Produkte, sie können gesundheitsschädlich sein sobald sie beispielsweise durch Erhitzen ausdünsten und in unsere Nahrung übergehen. 

Besonders betroffen sind davon Kinder, da sie oft Plastik in den Mund nehmen. Laut Experten können Trinkflaschen, die Weichmacher enthalten, Kreidezähne verursachen: Die Zähne verfärben sich braun, werden bröselig und tun weh. Heutzutage leidet etwa jedes achte Kind unter der Krankheit. Ein Zusammenhang zu den Weichmachern wird stark vermutet, ist jedoch bisher nicht wissenschaftlich bewiesen. Das Ergebnis einer Studie des Umweltbundesamts zeigt, dass die Weichmacher in sehr geringen Mengen durch die Nahrung aufgenommen werden. So stellen sie im Normalfall keine gesundheitliche Gefahr dar. Bei 1,5 Prozent der Kinder konnte eine gesundheitsschädigende Wirkung mit Folgen wie u.a. Kreidezähnen jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Haben Sie schon mal alle Produkte, die Plastik enthalten, aus ihrer Küche verbannt?

Ganz so einfach ist es nicht, auf Plastik zu verzichten. Denn das Zeug scheint einfach überall zu sein. Haben Sie schon mal alle Produkte, die Plastik enthalten, aus ihrer Küche verbannt? Unsere Reporterin hat's gemacht – und nur Behälter, die einen Deckel aus Plastik haben, behalten. Plötzlich herrschte gähnende Leere in den Küchenschränken. Außerdem hat sie nur Pflegeprodukte wie Tagescreme und Zahnpasta benutzt, die keine Mikroplastik enthalten. Im Video zeigt Sina, wie sich die plastikfreien Alternativ-Produkte im Alltag bewährt haben und was beim Plastik-Check im Medizin-Labor herausgekommen ist.