Er fiel über seine beste Freundin her

Verlobung, Vergewaltigung, Hochzeit: Andy S. aus Werdau muss in den Knast

20. Februar 2019 - 8:17 Uhr

Freundin heiratet ihn trotz der Vergewaltigung

Es sind Scham und Qual, die Samanthas Leben dominieren. Schuld daran ist ihr ehemaliger bester Freund, Andy S. Elf Jahre lang waren sie unzertrennlich. Dann vergewaltigte er die Altenpflegerin. Vier Tage zuvor hatte der 32-Jährige seiner Freundin, einer gemeinsamen Bekannten, einen Heiratsantrag gemacht. Sie dachte, ihr Verlobter sei nur fremdgegangen,  und heiratete ihn. Doch dann kam die ganze Geschichte ans Licht. 

Nachbar missbrauchte sie als Kind

Alles begann romantisch im Kroatien-Urlaub im Juli 2017: Andy S. machte seiner Freundin Laura einen Heiratsantrag. Er ging auf die Knie, sie sagte "Ja". Danach verschickte das verliebte Paar Fotos bei Facebook, um alle an ihrem Glück teilhaben zu lassen. Doch das hielt nicht lange.

Nur vier Tage später besuchte der Industriemechaniker seine beste Freundin Samantha. Männern gegenüber war sie immer sehr schüchtern. Warum, das hatte sie ihrem besten Freund erst wenige Tage davor erzählt: "Nur ihm hatte ich anvertraut, dass ich als 12-Jährige vom Nachbarn meiner Oma missbraucht wurde. Er wusste, wie lange ich darunter litt."

Samantha vertraut sich einer Freundin an

Dann passiert das Unfassbare: Obwohl Andy S. über Samanthas Vorgeschichte Bescheid wusste, bedrängte er sie. Er legte sich auf sie und zog sie aus. Immer wieder wehrte sie sich, bittete Andy aufzuhören. Er machte weiter. Der 32-Jährige vergewaltigte seine beste Freundin. Und zerstörte damit ihr Leben.

Über WhatApp vertraute sich Samantha einer Freundin an: "Seit elf Jahren sind wir beste Freunde. Jetzt hat er mich vergewaltigt." Dann ging sie zur Polizei, zur Notaufnahme und zum Frauenarzt. Das ganze Programm. Noch heute ist die 26-Jährige in psychologischer Betreuung.

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Zwei Jahre Knast

Nach der Tat erstattete Samantha Anzeige. Im August 2018 sagte der Angeklagte vor dem Amtsgericht Zwickau: "Ja, ich habe sie ausgezogen, habe angefangen zu fummeln." Zum Sex sei es aber nicht gekommen. Das Urteil: Zwei Jahre und acht Monate Knast. Doch Andy S. ging in Berufung.

Am Dienstag gestand er die Tat dann doch. Er sei betrunken gewesen. Seine Hoffnung: Eine Bewährungsstrafe. Ganz um eine Haftstrafe kam er dann aber doch nicht herum. Der Richter verkürzte sie auf zwei Jahre. Doch die Begründung hinterlässt einen ratlos - angeblich habe Andy S. bei der Tat keine Gewalt angewandt.

Seine Frau verlässt ihn nach dem Urteil

Seine Ehefrau Laura S. hat sich nach dem Prozess von Andy S. getrennt. In der Zwischenzeit hatte sie eine Fehlgeburt erlitten.

Samantha, die von ihm vergewaltigt wurde, ist hingegen befreit: "Jetzt wissen alle, dass er schuldig ist. Endlich kann ich unbeschwerter durch den Ort gehen, ohne dass über mich als Lügnerin gelästert wird.