Kunden können kontaktlos die Türen zu ihrem Eigenheim öffnen

Werbewahnsinn: Berliner Sparda-Bank verpflanzt gratis Mikrochips unter die Haut

11. Oktober 2019 - 13:02 Uhr

Bedingung für den kostenlosen Chip: Eine Baufinanzierung bei der Sparda-Bank

Diese Aktion richtet sich an alle Kunden, die zwischen dem 1. Oktober und 31. Dezember eine Baufinanzierung in Höhe von mindestens 50.000 Euro abschließen. Im Gegenzug wird ihnen ein Chip in die Hand implantiert, mit dem sie ihr erstes eigenes Haus öffnen können. Klingt wie ein Werbegag, ist aber ein ernst gemeintes Angebot. Die Werbung dazu und was Bürger darüber denken - im Video.

Der skurrile Spot soll junge Kunden ansprechen

Logo der Sparda Bank. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv
Logo der Sparda-Bank
© DPA

Die Videowerbung für diese Aktion wirkt im ersten Moment etwas absurd: In einer prototypischen Nachbarschaft unterhalten sich zwei Protagonistinnen - dargestellt von den Dragqueens Jurassica Parka und Destiny Drescher. Sie rätseln über ihre Nachbarin: "Die hat doch etwas machen lassen!" Bestätigt wird diese These dann von der Nachbarin, als diese nur mit einem Chip in ihrer Hand die Haustür öffnen kann.

Offensichtlich versucht die Bank so eine junge, technikaffine Zielgruppe zu erreichen. Auf der Homepage für diese Aktion heißt es: "Wir statten Dich und eine Person Deiner Wahl mit einem hochmodernen NFC-Implantat aus. Schlüsselsuchen war gestern. Hand drauf!"

Was genau steckt hinter dem NFC-Implantat?

Kontaktloses Zahlen
Zwar gelten die Bundesbürger nicht unbedingt als digitale Vorreiter, doch kontaktloses Zahlen gewinnt laut einer aktuellen Studie allmählich an Akzeptanz. Foto: Lino Mirgeler
© deutsche presse agentur

Die Bank erklärt ihren Kunden das Prinzip NFC kurz und knapp: "Die Abkürzung steht für Near Field Communication (auf Deutsch: Nahfeldkommunikation). Mit dieser bahnbrechenden Technologie können Daten schnell über sehr kurze Distanzen ausgetauscht werden."

Bei Smartphones wird diese Technologie bereits seit Jahren verwendet. Per NFC-Verbindung zwischen zwei Geräten kann eine Datenübertragung gestartet werden. Außerdem ermöglicht NFC kontaktloses Zahlen per Kredit- oder EC-Karte. Viele Kunden nutzen diese Möglichkeit bereits.

Unmut bei Facebook und YouTube

In den sozialen Netzwerken gibt es erste Proteste von Usern. Sie äußern Sicherheitsbedenken und befürchten negative Einflüsse auf die Gesundheit. Bei YouTube sind bereits über 1.000 Kommentare unter dem Video zu finden. Die Sparda-Bank äußert sich zu dieser Kritik dort ausführlich:

"Wir schätzen die gesunde Streitkultur (...) Der NFC-Chip im Implantat ist für kurze Funkstrecken von 1-4 mm ausgelegt, rein passiv und wird dementsprechend durch Induktion nur für die Dauer der Übertragung aktiviert. Es ist weder in unserem Interesse, noch technisch möglich, Kunden zu überwachen oder Chips aus der Ferne zu steuern."

Wie viele Kunden das Angebot bereits nutzen, ist uns nicht bekannt.