Wenn die Smartphone-Nutzung Kinder krank macht - auch Kleinkinder sind betroffen

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13. März 2018 - 12:25 Uhr

Smartphone wichtiger als Spielen

Klicken statt Kicken, Daddeln statt Paddeln: Laut einer aktuellen Blikk-Studie aus Berlin mit mehr als 5.500 befragten Kindern und Eltern finden Kinder Smartphones wichtiger als Sport und Spiel im Freien - mit gravierenden Folgen. Jetzt fordern die Experten Eltern dazu auf, härter durchzugreifen!

So wirkt sich eine halbe Stunde Smartphone-Nutzung auf das Kind aus

Bei täglicher Smartphone-Nutzung steigt bei Kindern und Jugendlichen das Risiko von Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität: Das Risiko von Konzentrationsstörungen ist bei einem täglichem Smartphone-Gebrauch von mehr als einer halben Stunde bei 8- bis 13-Jährigen sechs Mal höher als üblich. Bei 2- bis 5-Jährigen führt das Spielen mit dem Handy 3,5 mal häufiger zu motorischer Hyperaktivität als normalerweise.

Medien haben schlechten Einfluss auf Mutter-Kind-Bindung

Die Smartphone-Nutzung bei Kleinindern kann sich sogar negativ auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind auswirken. Wenn die Mutter während des Stillens oder der Betreuung von Säuglingen parallel digitale Medien nutzt, gibt es demnach messbare Hinweise auf Bindungsstörungen. "Kinder trinken nicht richtig, sie schlafen schlecht", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) bei der Vorstellung der Daten. "Das Kind schreit nach der Milch der Mutter und der Liebe der Mutter, aber es hat mit Sicherheit keinen Durst nach Smartphones."

Experten warnen vor Smartphone-Sucht

Mortler mahnte Eltern, mehr auf die Mediennutzung ihrer Kinder zu achten. Experten gingen von etwa 600.000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Internetnutzern in Deutschland aus. "Sechs Prozent der 12- bis 17- Jährigen in unserem Land sind definitiv behandlungsbedürftig", sagte Mortler.

So schützen Sie Ihr Kind vor dem Krankmacher

  • Vor dem 12. Lebensjahr sollten Kinder laut der Experten kein eigenes Smartphone bekommen.
  • Vor dem Kauf eines Handys für Minderjährige sollten Eltern mit ihren Kindern einen Vertrag über Grenzen der Nutzung abschließen.
  • Informieren Sie sich darüber, was ihr Kind mit wem schreibt und auf welchen Seiten es im Internet surft, um es vor Mobbing und anderen Gefahren zu schützen.
  • Stellen Sie ggf. eine Abschaltfunktion des Gerätes ein, wenn Ihr Kind zu lange am Handy sitzt.
  • Führen Sie handyfreie Zonen ein - zum Beispiel den Familienesstisch!
  • Achten Sie darauf, dass ihr Kind neben der Mediennutzung auch andere Hobbys verfolgt: Klettern, Malen oder Schwimmen gehören zum Kindsein dazu.

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