Nur wenige Millimeter tiefer, und es wäre erblindet

Mädchen (13) bleibt die Mine eines Stifts im Auge stecken

Nur wenige Millimeter tiefer, und die Spitze des Bleistifts hätte die Netzhaut verletzt - und die 13-Jährige wäre erblindet.
© Daily Mail

05. Dezember 2019 - 12:51 Uhr

Ein Mitschüler warf den Bleistift

Wenn es wirklich so etwas wie Schutzengel geben sollte, hat definitiv einer über dieses junge Mädchen gewacht. Die Mine eines im Klassenzimmer umherfliegenden Bleistifts bohrte sich der 13-Jährigen ins Auge. Nur wenige Millimeter bewahrten sie vor der völligen Erblindung. "Ein Teil des Bleistifts ist in mein Auge eingedrungen, aber das muss so schnell passiert sein, dass ich nicht wirklich etwas gespürt habe", zitiert die britische Zeitschrift "Daily Mail" das Mädchen.

Die Bleistiftmine ragte aus dem Auge

Es ist eine Horrorvorstellung, die viele Eltern sich schon einmal ausgemalt haben. Schüler toben in der Pause im Klassenzimmer, schmeißen Dinge hin und her und dann das: Ein Bleistift fliegt durch das Klassenzimmer und landet mit der Spitze voraus im Auge einer Mitschülerin.

Genau das ist einem 13-jährigen Mädchen aus Manchester passiert, wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet. Zunächst bemerkte der Teenager gar nicht, was passiert war. "Ich wusste nicht, was passiert war, bis mein Freund sagte, dass ich etwas im Auge hätte", so das Mädchen.  Das "Etwas" war ein Stück der Bleistiftmine, die dem Mädchen aus dem Auge ragte.

Per Notoperation wurden die Minen entfernt

​Sofort wurde es ins Manchester Royal Eye Hospital gebracht. Dort wurde klar, was für ein unfassbares Glück das Mädchen gehabt hatte: Wäre die Mine des Bleistifts nur wenige Millimeter tiefer eingedrungen, wäre die 13-jährige für immer blind gewesen. Die Ärzte fanden heraus, dass zwei Bleistückchen im Auge des Mädchens steckten. Eines der beiden war einen halben Zentimeter groß, das andere ein bisschen kleiner. Dieses kleinere Stückchen war in den sogenannten Limbus eingedrungen, den Übergang zwischen Horn- und Lederhaut im Auge und hatte dort Blutungen verursacht. Doch glücklicherweise blieb die Netzhaut des Auges, die entscheidend ist für das Sehvermögen, unverletzt. Mit Hilfe einer Notoperation wurden dem Mädchen die Bleistiftminen aus dem Auge entfernt.

Ärzte warnen: Jede 6. Augenverletzung durch Wurfgegenstände

Der schreckliche Unfall ereignete sich bereits vor drei Jahren, doch er wurde jetzt noch einmal in der Fachzeitschrift "BMJ Case Reports" als warnendes Beispiel vorgestellt. In dem Beitrag fordern die Ärzte Lehrer, Eltern und Kinder ausdrücklich dazu auf, sich der Gefahren des Werfens von Gegenständen bewusst zu werden. "Jede sechste Augenperforationsverletzung bei Kindern tritt auf, weil ein Gegenstand geworfen wird", so die Hauptautorin Amreen Qureshi. Das Manchester Royal Eye Hospital, in dem das Mädchen behandelt wurde, gibt an, dass rund 20 Prozent der von ihnen behandelten Augenverletzungen durch scharfe Gegenstände zu Sehverlust oder gar Augenentfernung führen.

Das Auge des Mädchens hat sich erholt

Das junge Mädchen hatte somit unglaubliches Glück im Unglück. Während die 13-Jährige in der ersten Zeit nach der Operation noch Schwierigkeiten hatte, in helles Licht zu schauen, ist ihr Auge mittlerweile gut verheilt. Und ihr Sehvermögen ist von dem Unfall so wenig geschädigt worden, dass sie jetzt ihre ihren Führerschein machen möchte.

Nicht ganz so viel Glück hatte Claire Willis. Die Hornhaut ihres Auges wurde beim Abtrocken so schwer verletzt, dass ihr Auge amputiert werden musste.