Wandelt Licht in Nervenimpulse um

Gesundheitslexikon: Retina (Netzhaut)

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25. November 2019 - 15:26 Uhr

Dünne Haut, große Wirkung - so wichtig ist die Retina

Man muss nicht unbedingt Tomaten auf den Augen haben, um schlecht sehen zu können. Oft reicht schon ein winziger Defekt an der Netzhaut aus und die Sehqualität leidet gewaltig. Schließlich ist die Retina für uns die einzige Möglichkeit, überhaupt eine optische Wahrnehmung erreichen zu können.

Was ist die Retina?

Die Retina ist ein unglaublich dünnes Nervenhäutchen, welches kreisrund um den Augapfel herum anliegt. Die nur rund 0,5 Millimeter dünne Gewebeschicht kleidet netzartig das innere des Auges aus, was ihr den Namen Netzhaut gegeben hat. Der inneren Augenhaut kommt eine zentrale Bedeutung zu, da ohne sie das Sehen schlichtweg nicht möglich wäre. Die Retina sorgt nämlich dafür, dass die Lichtimpulse aufgefangen und in elektrische Impulse umgewandelt werden. Das macht sie so wichtig - andererseits aber auch so empfindlich. Schon kleinste Verletzungen oder Verwachsungen im Bereich des dünnen Häutchens führen zu elementaren Einbußen der optischen Wahrnehmung.

Anatomie

Fällt Licht durch die Linse in das Auge hinein, so erreicht es die Netzhaut, die das Auge zu allen Seiten auskleidet und gut eingebettet zwischen Glaskörper und Aderhaut liegt. Auf ihr liegen die für das Sehen so wichtigen Lichtrezeptoren. Die Netzhaut ist in zwei Schichten aufgeteilt. Die äußere Schicht nimmt das Licht auf, reguliert den Wärmeausgleich zur Aderhaut und sorgt für den Vitamin A-Stoffwechsel. Die innere Schicht der Retina ist der neurosensorische Bereich. Dort sind die Photorezeptoren angelegt, die als Stäbchen oder Zapfen die tatsächliche optische Aufnahme der Umgebung möglich machen. Nach hinten ist die Retina mit dem Sehnerv verbunden, der die Lichteindrücke bündelt und ins Gehirn weiterleitet.

Funktion

Die ungefähr drei bis sechs Millionen Zapfen der Retina sorgen dafür, dass die Umwelt farbig wahrgenommen wird. Unterstützt werden die Zapfen dabei von rund 120 Millionen Stäbchen, welche die Hell-Dunkel-Reize der Umgebung aufnehmen und diese in die Helligkeitswahrnehmung interpretieren. Die photosensorische Schicht aus Zapfen und Stäbchen wandelt die äußeren Impulse in elektrische Reize um. Diese werden vom Sehnerv aufgenommen und aus dem Auge abgeleitet. Genau an dieser Stelle, an der der Sehnerv an die Retina anschließt, sind keine Lichtrezeptoren vorhanden, weshalb man dieses kleine Areal "Blinder Fleck" nennt. Auch wenn dieser Fleck "blind" ist, ergänzt das Gehirn das visuelle Bild.

Erkrankungen

Die Netzhaut selbst hat keine Schmerzfasern, weshalb Krankheiten oder Verletzungen nicht als schmerzhaft wahrgenommen werden. Betroffenen fällt jedoch umgehend eine Veränderung der Sehqualität auf. Die Netzhautablösung, häufig verursacht durch einen Riss nach einem Schlag oder Aufprall, stellt einen medizinischen Notfall dar und kann mittels Laser oder einem implantierten Silikonband behoben werden. Häufig entwickeln auch Diabetes-Patienten eine Blutgefäßerkrankung der Netzhaut, wenn diese schlecht durchblutet ist. Viele Menschen leiden an der sogenannten Nachtblindheit. Auch dies ist eine Erkrankung der Retina, da dabei die Stäbchen in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Mit höherem Alter steigt zudem das Risiko, dass die Stäbchen zunehmend schlechter arbeiten (Makuladegeneration).

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.