Gesundheitslexikon: Hornhaut (Cornea)

29. November 2018 - 15:53 Uhr

Durch die Hornhaut (Cornea) fällt das Licht ins Auge

Die Hornhaut oder auch "Cornea" ist ein Teil der Hülle des Augapfels. Sie liegt vor der Pupille, ist durchsichtig sowie lichtdurchlässig und wird ständig mit Tränenflüssigkeit befeuchtet. Die Hornhaut trägt zur Brechung des Lichtes bei, das auf den Augapfel trifft.

Was ist die Hornhaut des Auges?

Die Hornhaut gehört zur äußeren Augenhaut und bildet den vorderen, lichtdurchlässigen Teil. Der andere Teil wird "Lederhaut" oder "Sklera" genannt und als das Weiße im Auge wahrgenommen. Erstere heißt Cornea, weil sie hart wie Hornsubstanz ist. In den Randbereichen ist sie etwa einen Millimeter dünn, in der Mitte sogar nur einen halben Millimeter. Sie ist so dünn, dass durch sie auf die dahinterliegenden Teile wie etwa die Iris geschaut werden kann. Die Hornhaut befindet sich dauerhaft im Zustand der Entquellung, da sie ständig von außen mit Tränenflüssigkeit und von innen mit Kammerwasser benetzt wird. Beide Flüssigkeiten haben einen hohen Salzgehalt.

Anatomie der Hornhaut

Die Hornhaut wird in fünf verschiedene Schichten eingeteilt: Die äußerste Schicht ist das vordere Hornhautepithel, welche auf einer Glasmembran aufliegt, die auch "Bowman-Membran" genannt wird. Auf die Bowman-Membran folgen die Hornhautlamellen, welche unterschiedlich verlaufen und mit einer Kittsubstanz zusammengehalten werden. Die Lamellen liegen auf einer zweiten Glasmembran, der "Descemet-Membran". Die Descemet-Membran hat eine besondere Rolle in der Hornhaut, da sie sehr widerstandsfähig ist. Bei einer Verletzung oder Krankheit der Cornea bleibt die Descemet-Membran normalerweise erhalten. Dadurch wird ein Abfließen des Kammerwassers aus der vorderen Kammer des Auges verhindert. An die Descemet-Membran schließt sich als letzte Schicht ein einschichtiges Endothel an, das Hornhaut und die Vorderkammer mit dem Kammerwasser voneinander abgrenzt.

Funktion der Cornea

Die Hornhaut ist im Gegensatz zu ihrer Umgebung viel stärker gewölbt. Sie leistet den größten Teil der Lichtbrechung des Auges. Insgesamt liegt ihre Brechkraft bei 43 Dioptrien. Das gesamte Auge hat eine Brechkraft von 60 Dioptrien. Die starke Lichtbrechung in der Hornhaut hängt mit dem Kammerwasser dahinter zusammen. Dieses ist ebenfalls stark lichtbrechend, da es sich um eine Flüssigkeit handelt. Die Brechkraft der Hornhaut ist für die Funktion des Sehapparates sehr wichtig, da das Brechen des Lichtes zu einer Fokussierung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut führt.

Wichtigste Erkrankungen

Es kann zu einer Zerstörung des Randschlingennetzes kommen, welches die Hornhaut ernährt. Dann leidet auch die Cornea darunter, die Hornhaut kann eingetrübt oder es können Geschwüre gebildet werden. Auch durch Verletzungen, Verbrennungen oder Verätzungen kann es zu Eintrübungen der Hornhaut kommen. Der "Astigmatismus", auch Hornhautverkrümmung oder Stabsichtigkeit genannt, ist eine weitere Krankheit, die die Hornhaut betreffen kann. Hierbei ist die Hornhaut nicht wie normalerweise kugelförmig gewölbt, sondern weist unterschiedliche Krümmungen auf. Bei einem "Keratokonus" kommt es zu einer Verformung der Cornea. Diese wird in der Mitte immer kegelförmiger und am Rand fortschreitend dünner.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.