Vorwölbung und Ausdünnung der Hornhaut

Gesundheitslexikon: Keratokonus

28. Oktober 2019 - 16:27 Uhr

Der Keratokonus - eine seltene Augenerkrankung

Der Keratokonus gehört zu den seltenen und oft schwer diagnostizierbaren Augenerkrankungen, weil die Symptome zunächst nicht eindeutig sind. Meist ist die Krankheit genetisch bedingt. In Deutschland leidet ungefähr eine von 1.000 bis 2.000 Personen unter dieser Augenerkrankung. In asiatischen Ländern kommt der Keratokonus dagegen häufiger vor. Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar, kann aber je nach Grad der Ausprägung gut behandelt werden.

Was ist ein Keratokonus?

Die Bezeichnung Keratokonus stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß "kegelförmig verkrümmte Hornhaut des Auges". Bei Betroffenen wölbt sich die Augenhornhaut mit der Zeit immer mehr konisch vor. Von dieser Verkrümmung sind immer beide Augen betroffen, wobei der Ausprägungsgrad unterschiedlich sein kann. Die Erkrankung kann anfangs unbemerkt bleiben. Später folgt jedoch eine zunehmende Sehschwäche, wobei die Patienten in der Regel kurzsichtig sind. Außerdem nimmt die Krümmung der Hornhaut immer mehr zu, indem sie spitzer und dünner wird. Die Kurzsichtigkeit ist durch eine Sehhilfe wie Brille oder Kontaktlinse nicht vollständig korrigierbar, weil der Brechungsfehler durch eine irreguläre Hornhautverkrümmung hervorgerufen wird.

Ursachen

Die genauen Ursachen für einen Keratokonus sind bis heute nicht hinlänglich bekannt. Medizinisch liegt eine Gewebeschwäche der Augenhornhaut vor. In vielen Fällen scheint es sich um eine genetisch bedingte Störung zu handeln. Der Keratokonus wird häufig im Zusammenhang mit verschiedenen Erbkrankheiten wie Trisomie 21 (Downsyndrom), Marfansyndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom oder anderen beobachtet. In etwa 23 Prozent der Fälle besteht eine Mutation des sogenannten VSX1-Gens. Allerdings können auch nicht genetische Ursachen wie ständiges Augenreiben oder andere Umweltfaktoren infrage kommen. Dadurch wird das Gewebe der Augenhornhaut mechanisch geschwächt, sodass sie dem Augeninnendruck nicht mehr standhält und sich konisch nach vorne wölbt.

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Symptome

Anfänglich äußert sich der Keratokonus durch permanente Veränderung der Sehstärke, die durch Brillenkorrekturen ausgeglichen werden können. Die Hornhautverkrümmung schreitet meist an einem Auge schneller voran als an dem anderen. Manchmal können die Patienten nur noch auf einem Auge sehen. Im weiteren Verlauf kommt es zum Doppeltsehen sowie zum Sehen von zusätzlichen Schatten an Gegenständen und sternförmigen Strahlen ausgehend von Lichtquellen. Auch können an der Basis des Hornhautkegels gelbbraune bis grünbraune Linien beobachtet werden. In fortgeschrittenen Fällen kann die Vorwölbung der Hornhaut von der Seite gesehen werden. Schließlich ist ein Ausgleich der Fehlsichtigkeit durch Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr ausreichend möglich.

Diagnose, Behandlung und Vorbeugung

Ein Keratokonus wird häufig erst sehr spät diagnostiziert, weil viele Symptome auch bei anderen Augenerkrankungen auftreten können. Bei Verdacht kann eine Skiaskopie Klarheit über den Zustand der Augenhornhaut bringen. Dabei wird festgestellt, in welcher Entfernung vom Auge scharfe Bilder der Gegenstände erzeugt werden. Des Weiteren werden Radius, Dicke und Struktur der Hornhaut bestimmt. Die Behandlung erfolgt je nach Schwere der Störung durch Brillenkorrektur, das Tragen von Kontaktlinsen oder Operationen. Im Rahmen einer Operation wird unter anderem die Hornhaut durch Vernetzung gestrafft, ein Implantat eingesetzt oder Hornhaut transplantiert. Zur Vorbeugung vor Keratokonus wird empfohlen, die Augen nicht zu stark zu belasten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.