Verrückte Idee oder nachhaltiger Plan?

Weihnachtsbaum mieten statt kaufen

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11. November 2019 - 10:39 Uhr

Wie wäre es mit einem lebenden Baum?

Die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum ist anstrengend. Kaum ist er gefunden und im heimischen Wohnzimmer aufgestellt, beginnt er auch schon zu nadeln und nach dem Fest liegt der verwelkte Baum dann teilweise noch Wochen im Garten. Doch das muss nicht sein. Ein Unternehmen wirbt jetzt mit einer nachhaltigen Idee: Einfach einen Tannenbaum mieten. Doch kann das funktionieren?

Mieten statt kaufen: Lohnt sich das preislich?

Die "Weihnachtsbaumfreunde", "Greentree" oder "Paderbaeumchen" bieten unterschiedliche Modelle an. Eins haben alle gemeinsam: Die Bäume leben noch. Etwa gibt es einen Baum im Topf zur Miete, der nach dem Fest wieder abgeholt wird. Die Kosten für dieses Unterfangen liegen zwischen 55 und 100 Euro. Nach seinem Einsatz wird der Baum weiter gepflegt und kann auch im nächsten Jahr wieder ausgeliehen werden.

Ab 36 Euro bis etwa 80 Euro lassen sich die lebenden Bäume auch kaufen und danach im eigenen Garten anpflanzen und bis ins nächste Jahr pflegen. Das klappt mit einem geschlagenen Baum nicht.

Eine geschlagene Nordmanntanne kostet in diesem Jahr etwa 18 bis 25 Euro pro laufenden Meter. Preislich ist die Mietvariante also etwas teurer, das gute ökologische Gewissen dürfte dafür aber deutlich leichter sein.

Baum ist nicht gleich Baum

Kommt der geschlagene Baum aus einer nachhaltigen und lokalen Produktion, ist der Kauf sicherlich nicht allzu schlimm. Die meisten unserer jährlich rund 27 Millionen Weihnachtsbäume wachsen allerdings in Monokulturen. Die dort eingesetzten Pestizide sickern nach und nach ins Grundwasser und den Boden sickern. Diese Pestizide können auch an die Luft im heimischen Wohnzimmer abgegeben werden. Ein Öko-Siegel empfiehlt sich bei der Wahl der Tanne also in jedem Fall.

Vorteil für die Wälder

Die meisten Weihnachtsbäume sind sogenannte einjährige Weihnachtsbäume. Diese brauchen etwa sieben bis zehn Jahre, um auf die gewünschte Größe zu wachsen und werden dann geschlagen, damit sie einige wenige Tage geschmückt im Wohnzimmer stehen können.

Laut Angaben der "Weihnachtsbaumfreunde" beansprucht der deutsche Weihnachtsbaum-Konsum etwa 50.000 Hektar. Das entspricht rund 70.000 Fußballfeldern. Ist die gleiche Fläche ganzjährig bewaldet, ist sie ein wichtiger Sauerstoff-Produzent.

Stichwort: Nachhaltigkeit. Denn dieses System schont nicht nur Ressourcen und Ackerfläche, da die Bäume bereits im Topf herangezogen werden. Auch kann der lebende Baum weiter CO2 aufnehmen und trägt somit zur Verringerung des Abdrucks bei.