Öko-Baum, Miet-Baum oder aus der Region

Welcher Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum gibt es?

5. Dezember 2019 - 15:04 Uhr

Es muss kein mit Pestizid verseuchter Nadelbaum sein

Klassische Weihnachtsbäume bleiben unter sich und wachsen in Reih und Glied in sogenannten Monokulturen. Sie werden mit Pestiziden behandelt oder kommen aus dem Ausland – das schadet der Umwelt und der Gesundheit. Nach dem Weihnachtsfest wird der Baum dann entsorgt und zerhäckselt.

Aber was wäre ein besinnliches Weihnachten ohne einen festlich geschmückten Baum? Damit Sie nicht auf Ihren Weihnachtsbaum verzichten müssen, haben wir uns nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Alternativen zu den herkömmlichen Weihnachtsbäumen umgeschaut.

Bio-Weihnachtsbaum

Nur wenige der insgesamt 28 Millionen Christbäume tragen ein Bio-Siegel. Solche Bäume unterliegen strengen Richtlinien. Sie stammen nicht aus Plantagen, sondern aus Wäldern, die nach allen Regeln der Bio-Verbände bewirtschaftet werden. Kunstdünger und Pestizide sind tabu.

Folgende Siegel bestätigen die Öko-Qualität und -Standards: Naturland, Bioland, Biokreis, BIO oder FSC (Forest Stewardship Council). Tipp: Die Umwelt- und Naturschutzorganisation Robin Wood veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit allen Verkaufsorten und Betrieben, an denen Bio-zertifizierte Weihnachtsbäume erhältlich sind.

Weihnachtsbaum aus der Region

Bereits Wochen vor dem Fest werden an vielen Verkaufsständen Weihnachtsbäume angeboten, die oft schon weite Transportwege hinter sich haben. Der Bedarf ist hierzulande so hoch, dass Bäume aus Dänemark und Osteuropa importiert werden müssen. Dies trägt natürlich zu höheren Schadstoffbelastungen bei und ist schlecht für Klima, Mensch und Umwelt. Vorteilhaft für die Umwelt ist es, einen Weihnachtsbaum aus der Region zu kaufen. Er hat aufgrund des kürzeren Transports eine bessere Klimabilanz und stärkt nebenher auch noch die lokale Wirtschaft.

Weihnachtsbaum Marke „Eigenbau“

Minimalistischer Weihnachtsbaum
Minimalistischer Weihnachtsbaum aus Ästen
© iStockphoto

Ein klassischer Tannenbaum bringt viele Probleme mit sich. Er nadelt, wenn er zu früh aufgestellt wird, muss gegossen werden und auf dem Weg nach draußen verabschieden sich meist alle Nadeln. Damit Ihnen das erspart bleibt, können Sie auf viele Tannenbaum-Alternativen zurückgreifen: Weihnachtsbäume aus Holz oder Paletten werden immer beliebter. Oder Sie kleben sich einfach einen Baum an die Wand – mit Tape ist das kein Problem.

Mit Kreide können Tafeln und Fensterscheiben bemalt werden. Aus Tannenzweigen oder Moos lassen sich kleine Bäume formen und sehen geschmückt ganz zauberhaft aus. Oder Sie kreieren aus Ästen, Kugeln oder Metall ein schönes Exemplar. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Fair Trees – ökologischer Nadelbaum

Drei Viertel aller Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern sind Nordmanntannen. Trotz des Namens, der skandinavisch anmutet, stammen die Bäume meistens aus Georgien. Die Mehrheit der Samen, aus denen die Nordmanntanne wächst, werden dort geerntet.

Bäume, deren Samen unter fairen Bedingungen gepflückt wurde, sind mit dem "Fair Trees"-Logo und einem nummerierten Etikett gekennzeichnet. Der Handel mit diesen Tannen ist von Fair Trade Danmark anerkannt. Die dänische Stiftung setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in Georgien ein und unterstützt soziale Projekte für die Erntehelfer und ihre Familien im Land.

Weihnachtsbaum mit Ballen

Ein Weihnachtsbaum mit Ballen
Ein Baum mit Ballen sollte bestenfalls im Topf gewachsen sein
© Filippo Bacci (Filippo Bacci (Photographer) - [None], Filippo Bacci

Tannenbäume im Topf sind grundsätzlich kritisch zu sehen, denn wenn der Baum im Freiland großgezogen und erst kurz vor Weihnachten ausgegraben wird, ist die Gefahr groß, dass der Wurzelballen dabei Schaden nimmt. Durch den Temperaturwechsel von draußen nach drinnen und zurück sind die Weihnachtsbäume zudem oft so stark belastet, dass sie nicht überleben. Sollten Sie sich trotzdem für einen Baum mit Ballen entscheiden, dann für einen, der im Topf gewachsen ist und der eine Höhe von 1,20 Meter nicht überschreitet.

Weihnachtsbaum mieten

Der lebende Weihnachtsbaum wird geliefert und auch wieder abgeholt - und das alles zum Wunschtermin. Bei vielen Anbietern gibt es zusätzlich die Möglichkeit, in jedem Jahr den gleichen Baum zu mieten, und so seinen Familienbaum von Jahr zu Jahr wachsen und gedeihen zu sehen. Die in Töpfen gewachsenen Bäume haben unbeschädigte Wurzeln, nadeln bei richtiger Pflege nicht und sind brandsicherer als ihre wurzellosen Kollegen. Weihnachtsbäume kann man vor allem bei lokalen Baumschulen und regionalen Förstereien mieten.

Meist werden die Mietbäume nach wenigen Tagen wieder abgeholt, damit sie im warmem Wohnzimmer möglichst wenig Stress erleiden.