Bei Yeliz Koc nach Unterleibschmerzen diagnostiziert

Wehenfördernde Bakterien: Wie gefährlich sind sie für Mutter und ungeborenes Kind?

Bakterien, die die Wehen möglicherweise fördern, sind in einer Schwangerschaft keine Seltenheit.
Bakterien, die die Wehen möglicherweise fördern, sind in einer Schwangerschaft keine Seltenheit.
© Getty Images/iStockphoto, momcilog

03. August 2021 - 12:07 Uhr

Laut RTL-Medizinexperte zunächst kein Grund zur Sorge

Nachdem die ehemalige Bachelor-Kandidatin Yeliz Koc (27), die aktuell in der 29. Woche schwanger ist, über Unterleibschmerzen klagte, ließ sie sich von ihrer Frauenärztin untersuchen. Die Diagnose: wehenfördernde Bakterien. Was zunächst schockierend klingt, vor allem wenn die Schwangerschaft noch nicht im Endstadium ist, kommt häufiger vor und ist zunächst kein Grund zur Sorge, wie RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht erklärt.

Immunsystem kann sich nicht zu 100 Prozent um den Körper der Schwangeren kümmern

Laut Arzt und Medizinexperte Dr. Specht sind Bakterien im Unterleib während einer Schwangerschaft keine Seltenheit: "Das kommt häufiger vor. Grundsätzlich ist es so, dass das Immunsystem einer Schwangeren etwas runterreguliert ist. Der Körper der Frau hat während einer Schwangerschaft zwei Aufgaben: Zum einen möchte er sich weiterhin vor Krankheitserregern usw. schützen, andererseits darf aber auch das Kind, was ja zunächst einmal ein Fremdkörper ist, nicht abgestoßen werden. Deshalb kümmert sich das Immunsystem einer schwangeren Frau nicht zu 100 Prozent um den Körper der Frau."

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"Das wird meist vorsorglich behandelt, nicht aufgrund einer akuten Gefahr"

Bakterien dieser Art können zwar die Wehen fördern, sind aber im Normalfall nicht dramatisch und gut zu behandeln: "Das muss aber nicht dramatisch sein und zu einer Frühgeburt führen, das wird meist vorsorglich behandelt, nicht aufgrund einer akuten Gefahr. Wenn Fieber dazukommt, wird die Gefahr für frühzeitige Wehen erhöht. So oder so lässt sich eine solche Infektion mit Antibiotika gut in den Griff kriegen. Der Auslöser ist nicht etwa mangelnde Hygiene im Intimbereich, das passiert bei manchen Frauen einfach und hängt vor allem von Immunsystem der Frau ab. Dabei spielen auch Vorerkrankungen eine Rolle, Diabetikerinnen beispielsweise haben eine erhöhte Gefahr für Infektionen."

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Gefahr fürs Kind bei einer solchen Infektion ist im früheren Stadium der Schwangerschaft höher

Dadurch würden vor allem aufsteigende Entzündungen gefördert, also beispielsweise Bakterien, die aus der Vagina nach oben wandern und zu einer Entzündung im Unterleib führen können. Eine solche Infektion ist laut Dr. Specht in der früheren Schwangerschaft eine größere Gefahr fürs Kind, später ist die Gefahr dann für die Mutter größer: "Solange die Fruchtblase geschlossen ist, ist das Kind normalerweise gut geschützt und ihm passiert nichts." Es kann aber eine solche Infektion bei der Mutter geben, die wehenfördernd sein kann, wie es eben nun bei Yeliz Koc der Fall ist. (jos)

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