Barbetreiber in Sorge: "Steht mein Laden noch?"

Wegen 2G-Regel: Hamburger Gastronom bekommt Bombendrohung

Wegen Bombendrohung: Professionelle Security kontrollieren die Laundrette in Hamburg Ottensen
Wegen Bombendrohung: Professionelle Security kontrollieren die Laundrette in Hamburg Ottensen
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06. September 2021 - 16:10 Uhr

Explizite Anschlagspläne

Beleidigungen, Bepöbelungen – und jetzt eine Bombendrohung! Seit sich Gastronom Stephan Fehrenbach für die 2G-Regelung entschieden hat, bekommt er nicht nur positives Feedback. Nun erreicht der Shitstorm einen traurigen Höhepunkt: Stephan Fehrenbach bekommt in der vergangenen Woche eine Bombendrohung in seinen Briefkasten. "In diesem Brief standen explizite Anschlagspläne", so Fehrenbach im RTL Nord-Interview.

"Hat jemand meine Außengastronomie angesteckt?"

Stephan Fehrenbach: In seiner Bar gilt 2G
Stephan Fehrenbach erhält Drohungen, seitdem er in seiner Bar nur noch Geimpfte und Genesene reinlässt
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Die Drohung nehme er sehr ernst: "Wenn ich morgens aufwache, denke ich: Steht mein Laden noch? Ist alles in Ordnung? Hat jemand meine Außengastronomie angesteckt? (...) Also, es macht mir Angst". Seitdem kontrolliere professionelle Security den Einlass der Laundrette in Ottensen, bezahlen muss er die aus eigener Tasche.

Barbetreiber kritisiert Senat

Soweit hätte es seiner Meinung gar nicht kommen dürfen: "Der Hamburger Senat hat mit seiner Entscheidung, 2G oder 3G den Wirten zu überlassen, nicht verantwortlich gehandelt", so der Gastronom auf Facebook. Eine einheitliche Regelung wäre besser. "Die letzten 1,5 Jahre waren beschwerlich genug. Wir haben genug mitgemacht. Ich erwarte, dass sich der Hamburger Senat hinter uns stellt. Dass er uns schützt."

Die Polizei bestätigt, dass Stephan Fehrenbach Strafanzeige erstattet hat. Das Landeskriminalamt habe die Ermittlungen übernommen.

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"Menschenleben bedrohen ist nicht tolerierbar“

Laundrette in Hamburg Ottensen
Wegen 2G-Regelung: Stephan Fehrenbach erhält eine Bombendrohung
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"Ich stehe zu meiner 2G-Entscheidung und ich lasse mich nicht einschüchtern. Aber was mir in den letzten Tagen geschehen ist, geht weit über ein vernünftiges Maß hinaus. Meinungen finden dort ihre Grenzen, wo andere Menschen mit ihrem Leben bedroht werden", so Stephan Fehrenbach. Auf Facebook informierten er und sein Team am Freitagabend die Gäste über die Bombendrohung. Die Nutzerinnen und Nutzer zeigten sich entsetzt: "Blödsinn reden und schwurbeln ist eine Sache, Menschenleben bedrohen ist nicht tolerierbar" schreibt ein User. Andere finden nur knappe Worte: "DAS ist unfassbar!!!! Sprachlos.. Traurig... Entsetzt...".

Sylter Gastronom sorgt für Shitstorm im Netz

Auch der Sylter Gastronom Pius Regli öffnet sein Restaurant nur noch für Geimpfte und Genese. Er setzt damit sein Hausrecht um. Die Landesverordnung für Schleswig-Holstein sieht diese Option nämlich - anders als in Hamburg - nicht vor. Auf seine Ankündigung auf Facebook bekommt er übers Wochenende knapp 1.000 Kommentare. Viele User äußern sich positiv, andere finden es sei "Irrsinn" und es gehe dabei nur um "Kontrolle und Manipulation". Es sei demnach "Unfassbar, sich an dieser "Spaltung" der Gesellschaft zu beteiligen ist einfach nur erbärmlich!".

2G-Regel in Hamburg

Seit dem 28. August können Veranstalter und Wirte in Hamburg selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene (also 2G) einlassen, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren. Bei der 2G-Regel entfallen zahlreiche Einschränkungen. Mittlerweile haben sich knapp 600 Hamburger Betriebe für die 2G-Regel angemeldet. (dpa/fst)