Diese Tipps gibt der Mediziner

Was Allergiker beim Putzen und im Haushalt beachten sollten

Es geht schon wieder los! Vor allem Pollenallergiker kommen im Frühling auf ihre Kosten...
Es geht schon wieder los! Vor allem Pollenallergiker kommen im Frühling auf ihre Kosten...
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07. April 2022 - 12:20 Uhr

von Vera Dünnwald

Jedes Jahr aufs Neue sind Allergiker im Frühling geplagt, denn: Bäume und Gräser erblühen wieder, was für sie juckende Augen, Husten und Schnupfen bedeuten kann. Noch schlimmer als Pollenallergiker sind diejenigen geplagt, die gegen Hausstaubmilben allergisch sind. Diese hausen nämlich das ganze Jahr über in unserem Zuhause. Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt, was Sie vor allem im Haushalt und beim Putzen beachten sollten.

Was genau sind eigentlich Allergien?

Unter Allergien versteht man eine Überreaktion unseres Immunsystems. Es gibt dabei viele Arten von Allergenen. Zu den meistverbreiteten in Deutschland zählen Allergien auf Pollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel und Tierhaar. Die Behandlung erfolgt hauptsächlich durch Vermeidung oder Reduzierung der Allergene sowie durch den Einsatz von Medikamenten. Das Tückische: In der Regel können Allergien nur symptomatisch und nicht ursächlich gelindert und behandelt werden.

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Was hat ein Bauernhof mit Allergien zu tun?

Gerade im Haushalt spielt die Hausstauballergie eine große Rolle. "Eigentlich ist man als Allergiker aber gar nicht gegen den Staub allergisch – sondern gegen den Kot der Milben. Die Extremente der winzig kleinen Tiere sind immer da, sie sind es, die den Allergikern das Leben schwer machen", so Dr. Specht. Was besonders hilft: Eine Anti-Allergie-Matratze und die entsprechenden Bezüge. "Sie können die Belastung reduzieren, das kann ganz gut funktionieren."

Auch Putzen hilft – aber es gibt einiges zu beachten: "Wenn Sie zu viel putzen, sorgt das für genau das Gegenteil! Eine übermäßige Hygiene schadet mehr, als dass es nutzt." Dr. Specht bezieht sich dabei auf die "Bauernhof-Theorie": "Menschen, die auf dem Bauernhof und dort mit bestimmten Erregern aufwachsen, haben später weniger Allergien. Denn ihr Immunsystem hatte immer etwas zu tun und erkennt daher harmlose Erreger nicht sofort als Feinde und will sie bekämpfen."

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Was natürlich jetzt nicht bedeutet, dass Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus in Zukunft weniger regelmäßig putzen sollten: "Das eigene Zuhause sollte natürlich sauber gehalten werden. Dazu zählt auch, nach einigen Jahren die Matratze rauszuschmeißen und zu erneuern. Aber die Milben an sich werden Sie leider nie komplett los." Zudem sei es immer besser, zuerst zu staubsaugen – und dann feucht zu wischen. So gehen die meisten Menschen beim Putzen ohnehin schon vor, wird aber im Allgerikerkontext besonders relevant, damit der Staub erst gar nicht immer wieder aufs Neue aufgewirbelt wird. Gleiches gilt übrigens auch fürs Staubwischen bestimmter Oberflächen: Erst mit einem Mikrofasertuch und anschließend mit einem feuchten Lappen wischen, damit Ihnen der Staub nicht durch die Lappen geht.

Gerade im Schlafzimmer zu putzen sei also wichtig. Wenn möglich solle man zudem hypoallergene Textilien nutzen, damit die Milbenkonzentration reduziert wird, erklärt der Mediziner. "Mit chemischen Mitteln wie verrückt putzen bringt aber nicht den gewünschten Effekt."

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Jährlich von Pollen geplagt? Das gibt's zu beachten!

Pollen fliegen in der Luft umher.
Viel schlimmer als die sichtbaren, größeren Pollen sind die kleineren, wie Dr. Specht erklärt.
© mammuth, Peter.Zelei

Der Frühling ist Ihre Hass-Lieblingszeit, einzig und allein wegen der Tatsache, dass Sie von Pollen geplagt werden? Davon können einige Allergiker ein Lied singen. "Bei den Frühblühern – aber auch bei den Normalblühern – entsenden die Bäume ihre Pollen. Die großen Pollen, die wir dabei sehen, sind allerdings gar nicht die, die so gefährlich für uns sind. Das denken wir immer nur. Die kleinen Pollen, mit dem bloßem Auge gar nicht erkennbar, verursachen in Wirklichkeit die Probleme." Die einzig gute Nachricht: Die Pollenallergie ist zeitlich begrenzt.

Folgende Dinge können Sie tun, damit die lästigen kleinen Quälgeistern nicht Ihren Lebensalltag bestimmen:

  • Wenn möglich den Allergenen ausweichen! Sind Sie beispielsweise gegen Birken allergisch, sollten Sie – logischerweise – nicht in einer Birkenallee spazieren gehen. Genauso wenig wie Heuallergiker freiwillig eine Scheune betreten.
  • Halten Sie die Fenster während der Pollen-Zeit so gut es geht geschlossen.
  • Waschen Sie abends Ihre Haare, um nächtliche Torturen zu vermeiden. Denn: Die Pollen können sich tagsüber in Ihren Haaren festsetzen und Sie nehmen Sie dann mit ins Bett. Nein, danke.
  • Gleiches gilt für Ihre Klamotten: Darauf können sich die Pollen ebenfalls ansammeln, daher sollten Sie sie bloß nicht im Schlafzimmer lagern. Und keinesfalls dort ausschütteln!

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