Warenkorb-Studie

Inflation belastet Familien mit mittlerem Einkommen am stärksten

Shopping with kids during virus outbreak. Mother and child wearing surgical face mask buying fruit in supermarket. Mom and little boy buy fresh vegetable in grocery store. Family in shop.  (Shopping with kids during virus outbreak. Mother and child w
Durchschnitts-Familien belastet die Inflation besonders stark.
Family Veldman, iStockphoto

Die Preise sind in den letzten Monaten in einem hohen Tempo gestiegen, dich nicht alle werden gleich von höheren Preisen getroffen. Laut eine aktuellen Studie belastet die hohe Inflation in Deutschland Familien mit Kindern sowie kinderlose Paare mit jeweils mittlerem Einkommen derzeit am stärksten.

Verbraucherpreise für Familien im Dezember sogar um 5,5 Prozent gestiegen

Gemessen an einem für diese Haushaltstypen üblichen Warenkorb stiegen die Verbraucherpreise im Dezember um 5,5 Prozent und damit stärker als die allgemeine Inflation von 5,3 Prozent, wie das gewerkschaftsnahe IMK-Institut der Hans-Böckler-Stiftung am Freitag erklärte. Demnach weisen Alleinstehende mit niedrigem Einkommen die im Vergleich geringste haushaltsspezifische Teuerungsrate mit 4,4 Prozent auf. „Grob zusammengefasst lässt sich schlussfolgern, dass die Inflation gegenwärtig nicht überproportional Haushalte mit geringeren Einkommen trifft", bilanzierte IMK-Expertin Silke Tober.

Allerdings erweist sich etwa die vergleichsweise niedrigere Inflationsrate bei Alleinstehenden mit geringem Einkommen als zweischneidig. Denn diese Haushalte seien stark von den kräftigen Preisanstiegen bei Lebensmitteln und insbesondere Haushaltsenergie betroffen. Dies sind Güter des Grundbedarfs, deren Konsum sie kaum reduzieren könnten. Dass ihre quasi „gefühlte“ Inflation derzeit unterdurchschnittlich ausfällt, „liegt vor allem schlicht daran, dass sie sich andere Waren und Dienstleistungen, deren Preise ebenfalls stark zugelegt haben, ohnehin nicht leisten können." Das gelte vor allem für Benzin und andere Ausgaben fürs Auto sowie für Reisen.

Im Dezember war die Inflation in Deutschland auf 5,3 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 1992 .

Ware oder DienstleistungPreissteigerung in %
Heizöl+ 61,0 %
Diesel+ 38,4 %
Superbenzin+ 31,7 %
Speisefette und Speiseöle+ 15,6 %
Foto- und Filmausrüstung+ 13,1 %
Bus, Bahn, Taxi+ 12,5 %
Erdgas+ 12,1 %
Pauschalreisen+ 11,8 %
Gemüse+ 9,9 %
Computer und Notebools+ 8,3 %
Kraftfahrzeuge+ 7,8 %
Gesetzliche Pflegevesicherung+ 6,9 %
Molkereiprodukte und Eier+ 6,9 %
Kafee, Tee und Kakao+ 6,1 %
Brot und Getreideerzeugnisse+ 6,0 %
Telefone und Smartphones+ 5,9 %
Bekleidung und Schuhe+ 5,5 %
Fleisch+ 5,3 %

Haushaltsspezifische Preisentwicklung soll sich wieder abschwächen

Das IMK ermittelte auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts die für unterschiedliche Haushalte typischen Konsummuster. Der Studie zufolge lässt sich somit gewichten, wer für bestimmte Waren und Dienstleistungen - von Lebensmitteln über Mieten, Energie und Kleidung bis hin zu Kulturveranstaltungen und Pauschalreisen - wie viel ausgibt. Daraus errechneten die Fachleute dann die haushaltsspezifische Preisentwicklung.

Diese lag für Singles mit hohen und mittleren Einkommen mit 4,7 beziehungsweise 5,0 Prozent im Dezember etwas unter der allgemeinen Preissteigerung. Bei Familienhaushalten mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen waren es 5,3 Prozent, bei Familien mit höherem Einkommen 5,4 Prozent. „Wir rechnen damit, dass sich die Inflation im laufenden Jahr wieder spürbar abschwächt", so Tober. (reuters/aze)

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