Preise steigen immer weiter

Diese Waren und Dienstleistungen reißen die größten Löcher in unsere Haushaltskasse

Nachhaltig einkaufen: so einfach geht es!
Gemüse ist im Jahr 2021 besonders teuer geworden.
Zoran Mircetic, Zoran Mircetic (Zoran Mircetic (Photographer) - [None]

2021 war ein echtes Teuer-Jahr. Preissteigerungen auf breiter Front, die galoppierenden Energiekosten führen zu einem regelrechten Dominoeffekt und lassen die Preise in fast allen Bereichen steigen. Das statistische Bundesamt hat die Inflation von 3,1 Prozent im Jahr 2021 bestätigt. Der Dezember verschärfte dabei den Preisauftrieb, die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 5,3 Prozent. Ein Ende ist für Verbraucher noch nicht in Sicht. Dabei stechen einige Waren und Dienstleistungen besonders hervor.

Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2021 gegenüber 2020 um 3,2 %

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2021 gegenüber 2020 um 3,2 Prozent. Im 2. Halbjahr 2021 hat sich der Preisauftrieb durch den Basiseffekt aufgrund der Senkung der Mehrwertsteuersätze sprunghaft verstärkt. Dabei waren alle Nahrungsmittelgruppen 2021 deutlich teurer, insbesondere Speiseöle und Speisefette (+5,3 %) sowie Gemüse (+3,9 %).

Waren insgesamt verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2021 gegenüber 2020 um 4,3 Prozent, insbesondere Verbrauchsgüter mit einem Anstieg von 5,4 Prozent. Die Preise für Gebrauchsgüter erhöhten sich um 2,4 Prozent, darunter zum Beispiel für Fahrzeuge (+ 4,5 %) sowie Möbel und Leuchten (+3,2 %). Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent. Preisdämpfend wirkten hier die Nettokaltmieten mit +1,3 Prozent. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,4 %),für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,4 %) sowie für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege (+4,0 %). Die Preise für die Telekommunikation blieben nahezu unverändert (+ 0,1 %), etwas günstiger wurden beispielsweise Bahnfahrten im Fernverkehr (-1,8 %).

Inflationsrate im Dezember 2021 bei +5,3 %, vor allem aufgrund der gestiegenen Energiepreise

Die Verbraucherpreise lagen im Dezember 2021 insgesamt um 5,3 Prozent höher als im Dezember 2020. Damit haben sich die monatlichen Inflationsraten vor allem im 2. Halbjahr 2021 immer weiter erhöht. Verantwortlich für die hohe Inflationsrate im Dezember 2021 waren neben dem Basiseffekt durch die temporäre Mehrwertsteuersatzsenkung erneut die Preise für Energieprodukte. Die Energiepreise lagen 18,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Hier wirkten sich zusätzlich die CO2-Bepreisung und die Rohstoffpreisentwicklung aus.

Binnen Jahresfrist verteuerten sich vor allem leichtes Heizöl (+61,0 %) und Kraftstoffe (+33,8 %). Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich im gleichen Zeitraum überdurchschnittlich um 6,0 Prozent (November 2021: +4,5 %). Teurer wurde vor allem Gemüse (+9,9 %). Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate Dezember 2021 bei +3,7 Prozent gelegen, ohne Energie bei +3,8 Prozent.

Ware oder DienstleistungPreissteigerung in %
Heizöl+ 61,0 %
Diesel+ 38,4 %
Superbenzin+ 31,7 %
Speisefette und Speiseöle+ 15,6 %
Foto- und Filmausrüstung+ 13,1 %
Bus, Bahn, Taxi+ 12,5 %
Erdgas+ 12,1 %
Pauschalreisen+ 11,8 %
Gemüse+ 9,9 %
Computer und Notebools+ 8,3 %
Kraftfahrzeuge+ 7,8 %
Gesetzliche Pflegevesicherung+ 6,9 %
Molkereiprodukte und Eier+ 6,9 %
Kafee, Tee und Kakao+ 6,1 %
Brot und Getreideerzeugnisse+ 6,0 %
Telefone und Smartphones+ 5,9 %
Bekleidung und Schuhe+ 5,5 %
Fleisch+ 5,3 %

Auch wenn der Mehrwertsteuereffekt in diesem Jahr entfällt, rechnen Ökonomen vorerst nicht mit einer raschen Entspannung. Viele Volkswirte gehen auch für dieses Jahr von einer drei vor dem Komma bei der Jahresinflationsrate aus. Sie verweisen unter anderem auf Lieferengpässe, die Herstellungskosten erhöhen. Auch zeigte die Preiskurve beim Erdöl zuletzt weiter steil nach oben. (dpa/destatis/aze)