Wegen strenger Corona-Regeln

Alpenverein sieht für Hütten-Saison schwarz

Wer in einer alpinen Hütte nächtigen möchte, muss sich gut vorbereiten. Denn nur wenige haben geöffnet, viele sind schon ausgebucht.
Wer in einer alpinen Hütte nächtigen möchte, muss sich gut vorbereiten. Denn nur wenige haben geöffnet, viele sind schon ausgebucht.
© iStockphoto, ae-photos

04. Juni 2021 - 7:49 Uhr

Trotz Wanderboom: Alpenverein sieht für Saison schwarz

Die Corona-Pandemie hatte für einen regelrechten Wanderboom gesorgt. Doch weil nur wenige Gäste in den Hütten übernachten dürfen, sieht der Deutsche Alpenverein für die anstehende Saison trotzdem schwarz.

Weniger Übernachtungsgäste wegen strenger Corona-Regeln

Wegen strenger Corona-Regeln für Übernachtungsgäste stellt sich der Deutsche Alpenverein (DAV) auf eine schwierige Hütten-Saison in Bayern ein. "Wenn die Restriktionen so bleiben, sehen wir für diese Saison eher schwarz", sagte der Bereichsleiter Alpine Raumordnung beim DAV, Hanspeter Mair. "Dann wird die Belegungssituation noch schlechter als im Vorjahr." Dabei hatte die Corona-Pandemie für einen regelrechten Wanderboom gesorgt, die Vereine hatten deshalb auf Zulauf gehofft.

Hätten im vergangenen Sommer noch bis zu zehn Wanderer in einer festen Gruppe in einem Raum übernachten dürfen, sei momentan im Freistaat nur ein Haushalt pro Zimmer erlaubt, sagte Mair. "Der Übernachtungsbetrieb ist dadurch schwer möglich. Das ist unbefriedigend, um es diplomatisch zu formulieren." Welche Regeln bei welcher Inzidenz gelten, erklären wir Ihnen hier.

Wunsch: Regeln wie im Nachbarstaat Österreich

Mit Blick auf die Regeln im Nachbarland Österreich fordert der DAV Nachbesserungen vom Freistaat. "In Tirol kann man auch mit festen Wandergruppen im gleichen Raum übernachten", sagte Mair. "Da wird viel mehr gehen als in Deutschland. Natürlich wünschen wir uns da, dass wir eine Angleichung der Regeln bekommen."

Lese-Tipp: Wer sich dazu entscheidet, die Berge im Ausland zu besteigen, muss wegen der Corona-Pandemie auf einiges Acht geben. Denn auch, wenn Reisen in ferne Länder teilweise wieder möglich ist – ein unwohles Gefühl wandert automatisch mit in den Koffer. Arzt und RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht hat deshalb für uns eingeordnet, wo und wie Sie Ihren Urlaub mit gutem Gewissen verbringen können.

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Alpenverein befürchtet, dass Touristen auf andere Möglichkeiten umschwenken

Schließlich trügen die DAV-Hütten auch zur Besucherlenkung in den Alpen bei, betont Mair. "Der Drang nach draußen ist da. Wenn die Menschen bei uns nicht übernachten dürfen, werden sie wildcampen oder nach Tirol fahren." Das Interesse an Übernachtungen in den 67 bewirtschafteten Hütten des Verbands sei wieder groß, in einigen Hütten seien schon sämtliche Sommerwochenenden ausgebucht.

Lese-Tipp: Viele Wanderer überschätzen sich, oder sind für die rauen Bedingungen nicht angemessen ausgerüstet. Dabei können schon ein paar Tricks dabei helfen, Unfälle in den Aplen zu vermeiden. Es zählt nicht nur die Ausrüstung und der Proviant, um sicher durch den Tag zu kommen.

Spontane alpine Übernachtung erfordert Vorbereitung

Wer noch spontan am Wochenende am Berg übernachten möchte, sollte sich aber gut vorbereiten. Derzeit sind nach Angaben des Deutschen Alpenvereins nur rund 30 seiner Hütten geöffnet. "Ein paar haben nur To-go-Angebote, andere nur Außengastronomie", sagte Mair. Im Allgäu würden einige Hütten wegen nach wie vor verschneiter Wege erst Mitte oder Ende des Monats öffnen. (dpa/ebr)