„Das ist doch gerade ein Scherz“

Während Livestream: Polizei stürmt Wohnung von YouTuber Andreas Noack

Der YouTuber Andreas Noack geriet während eines Live-Streams inmitten einer polizeilichen Durchsuchung.
© YouTube

20. November 2020 - 18:19 Uhr

Razzia in Wohnung von YouTuber Andreas Noack

Plötzlich ist ein lautes Klopfen zu hören, jemand schreit an der Tür. YouTuber Andreas Noack reagiert sichtlich irritiert, er sagt: "Die Polizei ist gerade da. Ich weiß nicht, was los ist." Daraufhin stürmen mehrere schwerbewaffnete Polizisten die Wohnung. Der YouTuber wird aufgefordert, die Hände zu heben, sich hinzulegen und seinen Namen zu sagen – und das alles vor laufender Kamera. Denn Noack streamte gerade ein Video live im Internet.

Einsatz offenbar ohne Bezug zu YouTuber Andreas Noack

Noack stand gerade vor der Kamera, als die Polizei seine Wohnung stürmte. "Das ist doch gerade ein Scherz", ist in dem Video, das Mittwochabend veröffentlicht wurde, zu hören. Dann sind zwei Polizisten zu sehen. Einer der Beamten hält eine Maschinenpistole im Anschlag, ein anderer trägt ein Abzeichen eines Unterstützungskommandos an der Uniform. Sie fragen Noack, ob er Waffen bei sich tragen würde, er verneint. Ein weiterer Beamter betritt daraufhin den Raum, versucht, die Aufnahme zu unterbrechen, dann dreht er die Kamera weg. Kurz darauf durchsucht er den Raum. 

Das Polizeipräsidium Mittelfranken bestätigte am Freitag, dass es sich um einen echten Einsatz handelte. Dieser sei aber nicht gegen den Betreiber des Livestreams gerichtet gewesen, betonte eine Polizeisprecherin.

Die Szene im Video:

YouTuber Andreas Noack kritisiert Corona-Maßnahmen

Weil der Mann in seinen Videos wiederholt die geltenden Corona-Maßnahmen kritisiert hatte, hatten Internetnutzer über einen Zusammenhang mit dem Einsatz spekuliert. Dieser habe aber keinen Corona-Bezug gehabt, betonte die Sprecherin. Für weitere Informationen verwies sie an die Generalstaatsanwaltschaft Berlin.

Dort sagte ein Sprecher zunächst, es gehe "wahrscheinlich" um einen Einsatz im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln. Am Freitag teilte eine Sprecherin mit, die Behörde ermittle nicht gegen den Betreiber des Livestreams. Beim Polizeieinsatz sei es um Ermittlungen "eine andere Person betreffend" gegangen. Weitere Auskünfte könne sie nicht geben.