Premierminister in der Kritik

Hat Boris Johnson trotz Corona-Lockdown Partys gefeiert?

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson soll illegale Corona-Partys in seinem Amtssitz gefeiert haben.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson soll illegale Corona-Partys in seinem Amtssitz gefeiert haben.
© imago images/ZUMA Press, Jeff Gilbert/The Daily Telegraph via www.imago-images.de, www.imago-images.de

01. Dezember 2021 - 14:12 Uhr

Johnson gegen Lockdown über Weihnachten

In Großbritannien ist eine heftige Debatte darüber entbrannt, wie mit den explodierenden Corona-Infektionen umgegangen werden soll. Während führende Mediziner Kontaktbeschränkungen auch über Weihnachten fordern, lehnt Premierminister Boris Johnson diese kategorisch ab. Offenbar weil er selbst gerne feiern möchte.

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Corona-Skandal bedroht Johnson

Es ist nicht weniger als ein Skandal, der gerade über den britischen Premierminister Boris Johnson hereinbrechen könnte. Denn wie das Nachrichtenportal "Mirror" berichtet, soll der britische Regierungschef nicht nur schärfere Corona-Maßnahmen in der Weihnachtszeit ablehnen, sondern er soll sie sogar auf krasse Weise missachtet haben.

Wie der "Mirror" berichtet, sollen nämlich mehrere seiner Mitarbeiter im November 2020 in seinem Amtssitz, der Downing Street Nr. 10, eine Party geschmissen haben – und das während der Rest des Landes im Lockdown war.

„Es war ein Covid-Albtraum"

Das Nachrichtenportal wird sogar noch genauer. Bei zwei Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit 2020 sollen sich jeweils 40-50 Leute in einen mittelgroßen Raum gezwängt haben. "Es war ein Covid-Albtraum", so ein Informant.

Und die Quelle geht noch weiter: Es habe sogar "viele gesellschaftliche Zusammenkünfte" gegeben, während es den britischen Bürgern verboten war, sich auch nur mit einem anderen Haushalt zu treffen.

Johnson selbst soll zwar nicht immer anwesend gewesen sein, die Treffen aber auch nicht aktiv verhindert haben. "Er drückte entweder ein Auge zu oder war bei einigen Gelegenheiten selbst anwesend, während alle anderen in der Abriegelung waren", so der Informant.

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Ein möglicher Grund für die Milde des Premierministers: Laut "Mirror" soll Johnsons Frau Carrie die Organisatorin einiger dieser Partys gewesen sein, weil sie "süchtig nach ihnen" sei. Eine Sprecherin von Frau Johnson bestritt die Aussagen jedoch. Es habe keine Partys in der Wohnung der Johnsons gegeben. "Das ist völliger Unsinn."

Auch Boris Johnson selbst dementier die Gerüchte: "Alle Richtlinien sind von (Downing Street, Anmerkung der Redaktion) Nummer 10 befolgt worden", sagte Johnson im Parlament auf die Frage nach einer angeblichen Weihnachtsfeier im Dezember 2020.

Dennoch bleibt ein negativer Beigeschmack. Denn durch die gesamte Pandemie hinweg waren immer wieder Mitglieder oder Berater von Johnsons Regierung negativ aufgefallen. So war Ex-Berater Dominic Cummings bei einer unerlaubten Fahrt durchs Land erwischt worden und Ex-Gesundheitsminister Matt Hancock verlor seinen Job, nachdem seine Lockdown-Affäre mit einer Mitarbeiterin aufgeflogen war. "Eine Regel für sie, eine andere Regel für alle anderen" ist deshalb inzwischen zum geflügelten Ausdruck im Großbritannien geworden. (sst)

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