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Vorwurf gegen Pfleger: Sexuelle Übergriffe auf Pflegeschülerinnen in Rotenburg/Wümme

In einem Seniorenheim in Rotenburg/Wümme

Vorwurf gegen Pfleger: Sexuelle Übergriffe auf Pflegeschülerinnen

Ein Pfleger soll in einem Seniorenheim in Rotenburg/Wümme übergriffig geworden sein. (Symbolbild)
Ein Pfleger soll in einem Seniorenheim in Rotenburg/Wümme übergriffig geworden sein. (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Auch Gewalt gegen Bewohner vermutet

Hat ein Pfleger in einem Rotenburger Seniorenheim seine Machtposition gegenüber Schwächeren ausgenutzt? Dem 35-Jährigen wird vorgeworfen, gegenüber mehreren Pflegeschülerinnen übergriffig geworden zu sein. Zuerst hat die Kreiszeitung darüber berichtet. Wie Andreas Wolff, Leiter der Unternehmenskommunikation des betroffenen Pflegeheims, gegenüber RTL Nord bestätigt, gibt es Vorwürfe über „verbale als auch tätliche Übergriffe“. Auch gegenüber Bewohnern könnte es zu Gewalt gekommen sein, so der Verdacht.

Pflegeschülerinnen vertrauten sich Lehrer an

Herausgekommen sind die Vorwürfe unter anderem, weil Pflegeschülerinnen in der Unterrichtseinheit „Sexualisierte Gewalt in der Pflege“ der Berufsfachschule Pflege von ihren Erlebnissen berichtet haben, schreibt die Kreiszeitung. Fünf Schülerinnen der Berufsfachschule seien „in unterschiedlicher Intensität betroffen“, wird der Vorstand des Diakonissen-Mutterhauses Rotenburg zitiert. Eine Schülerin der ebenfalls betroffenen Krankenpflegeschule des Diakoniekrankenhauses soll laut dem Bericht „den Stein ins Rollen gebracht“ haben.

Andreas Wolff bestätigt gegenüber RTL Nord nur die Verdachtsfälle, die die Senioreneinrichtung Agaplesion Haus Stadtgarten in Rotenburg betreffen. „Zwei Schülerinnen, die im Haus Stadtgarten im Rahmen eines Praxiseinsatzes tätig sind, haben Ende November bei ihren Lehrkräften Vorwürfe sexueller Übergriffe gegenüber einem dort beschäftigten Pfleger erhoben“, so Wolff. Dem Pfleger wurde laut Andreas Wolff bereits am 6. Dezember fristlos gekündigt.

Diese Hilfe bekommen die Betroffenen

Die Betreiber des Seniorenheims Haus Stadtgarten nehmen die Vorwürfe ernst. „Wir bedauern zutiefst, dass es offenbar zu diesen Vorfällen gekommen ist und stehen den beiden betroffenen Schülerinnen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bei, um das Erlebte verarbeiten zu können“, so Andreas Wolff. Den Schülerinnen sei umgehend psychologische, seelsorgerische und juristische Unterstützung angeboten worden. Auch würden Maßnahmen getroffen werden, um solchen Vorfällen in Zukunft vorzubeugen, wie ein digitales Hinweisgebersystem und eine sogenannte „Taskforce zur Prävention sexualisierter Gewalt“.

Ermittlungen gegen Pfleger

Nun wurden laut Kreiszeitung die Angehörigen der rund 100 Bewohner des Seniorenheimes Haus Stadtgarten mit einem Brief über den Verdacht informiert, denn der Mann soll sich auch gegenüber den Bewohnern grob verhalten haben. Wie der Leiter der Unternehmenskommunikation RTL Nord mitteilt, wird diesen Hinweisen entschlossen nachgegangen: „Nach derzeitigem Kenntnisstand ergeben sich hieraus keine Hinweise auf Pflegefehler mit gesundheitlichen Folgen für die Bewohner:innen“, so Wolff schriftlich.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden bestätigt, dass die Einrichtung Anfang Dezember Anzeige gegen einen 35-jährigen ehemaligen Mitarbeiter wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung erstattet hat. Auch sei von Amts wegen ein Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet worden. Über die Zahl der möglichen Fälle schweigt die Staatsanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen. (mba)