Vermehrte Hilferufe bei den RTL-Urlaubsrettern

Vorsicht bei der Urlaubsbuchung! So entdecken Sie Fake-Angebote

Seien Sie bei Onlinebuchungen skeptisch: Betrüger locken oft mit unfassbar günstigen Angeboten.
Seien Sie bei Onlinebuchungen skeptisch: Betrüger locken oft mit unfassbar günstigen Angeboten.
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11. Mai 2022 - 18:57 Uhr

Über die Buchungswelle vor den Sommerferien freuen sich besonders Betrüger. Mit unschlagbar günstigen Angeboten versuchen sie, ahnungslose Menschen um ihr Geld zu bringen. Doch wie kann man Fake-Angebote entlarven? Und was sollte man machen, wenn man bereits in die Falle getappt ist?

RTL-Urlaubsretter: Vermehrte Hilferufe von geprellten Urlaubern

Kurz vor den Sommerferien erreichen die RTL-Urlaubsretter vermehrt Hilferufe, in denen Urlauber beklagen, an Betrüger geraten zu sein. Auf der Suche nach dem besten und günstigsten Schnäppchen für den bevorstehenden Urlaub sind sie meist auf einer Website gelandet, die auf den ersten Blick einen vertrauenerweckenden Eindruck macht. Kurz nach der Buchung kommt dann aber das böse Erwachen: Entweder kommen nach getätigter Zahlung keine Buchungsunterlagen oder die Urlauber recherchieren im Nachhinein nach Erfahrungen mit dem Anbieter und stoßen auf zahlreiche Warnungen von bereits geprellten Opfern.

Lese-Tipp: Buchungstipps für einen günstigen Sommerurlaub

Täuschend echt: Fake-Seiten ähneln denen namhafter Anbieter

Um ahnungslose Reisewillige in ihre Falle zu locken, erstellen Betrüger ein Netzwerk, das auf den ersten Blick nur schwer als Fake zu erkennen ist. Das weiß auch die Verbraucherzentrale: Neben Fake-Angeboten, die über soziale Medien angeboten werden, erstellen Betrüger oft auch Websites, die denen offizieller Reiseanbieter zum Verwechseln ähnlich sind, heißt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale. "Diese Internetseiten lassen sich mittlerweile schnell aus bestehenden Baukastensystemen bei Internetprovidern erstellen."

Auf diesen betrügerischen Seiten bieten die Abzocker ihren Opfern dann nicht nur Ferienhäuser, sondern auch Flüge oder ganze Pauschalreisen an – und das zu unschlagbar günstigen Preisen. "Gerade das Nachahmen von renommierten Unternehmen schafft Vertrauen, sodass besonders günstige Preise nicht hinterfragt werden", schreibt die Verbraucherzentrale weiter.

Im Gegensatz zu seriösen Reiseanbietern würden Betrüger meist eine enorm hohe Anzahlung oder gar den ganzen Reisepreis auf einmal verlangen. Da Anzahlungen meist weit im Voraus getätigt werden, hätten Betrüger ein leichtes Spiel. Denn: So kann es sein, dass lange Zeit nicht auffällt, dass man an Betrüger geraten ist. Reiseunterlagen erhalten Urlauber nämlich meist erst kurz vor Reisebeginn – auch bei seriösen Anbietern.

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Was tun, wenn man in die Falle getappt ist?

Wenn Urlaubern dann auffällt, dass sie Opfer von Betrügern geworden sind, ist es oft schon zu spät und Geld wurde bereits auf das Konto der Betrüger überwiesen. Das Geld wiederzubekommen ist meist schwer. Dennoch sollten Sie in einer solchen Situation schnell handeln, das empfiehlt auch die Verbraucherzentrale.

  • Bei Zahlungen mit Kreditkarte oder Paypal kann es sein, dass Sie Ihr Geld zurückholen können – setzen Sie sich also umgehend mit Ihrem Ansprechpartner in Verbindung.
  • Fehlt in den Buchungsunterlagen einer Pauschalreise ein Sicherungsschein oder erhalten Sie kein Flugticket? Machen Sie umgehend eine Anzeige wegen Betrugs bei der Polizei.

Lese-Tipp: Reise-Experte Ralf Benkö entlarvt Fake-Reisebüro

Zu günstig? Seien Sie skeptisch!

Doch die Verbraucherzentrale hat auch einige Tipps für Urlaubssuchende, die Sie beachten sollten, um seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden und gar nicht erst in eine solch prekäre Situation zu kommen.

  • Zu günstig, um wahr zu sein? Lassen Sie sich von unschlagbaren Angeboten nicht blenden und seien Sie skeptisch. Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, dann ist es das meist auch.
  • Tätigen Sie keine Buchung über soziale Netzwerke. Auch namhafte Anbieter schalten hier zwar Werbung, doch die Verbraucherzentrale mahnt: "Die Buchung von Reisen über solche Dienste ist jedoch ungewöhnlich."
  • Recherchieren Sie im Internet, ob Sie Erfahrungsberichte über das Buchungsportal finden. Bereits geprellte Urlauber machen ihrem Unmut meist auf den gängigen Bewertungsportalen Luft.
  • Prüfen Sie, ob die Website ein Impressum hat und überprüfen Sie die angegebene Adresse im Zweifel per Google Maps. Auch Gütesiegel auf der Website werden gerne genutzt, um Vertrauen zu erwecken – auch diese sollten überprüft werden: Die Verbraucherzentrale empfiehlt hierzu, das Siegel anzuklicken und zu schauen, ob es einen auf die Internetseite des Ausstellers führt. Hier kann dann eingesehen werden, ob das Siegel für den Anbieter tatsächlich ausgestellt wurde.

Gut zu wissen: Auch auf anerkannten Portalen wie AirBnb oder Booking.com können Betrüger Anzeigen schalten. Auch hier sollten Sie sich nicht täuschen lassen. Besonders skeptisch sollte man hier laut der Verbraucherzentrale sein, wenn ein privates Angebot mit zu perfekten Bildern beworben wird.

Lese-Tipp: Absoluter Geheimtipp: Hier kostet der Sommerurlaub nur halb so viel wie in Griechenland

Und im Zweifelsfall: Verlassen Sie sich am besten immer auf Ihr eigenes Bauchgefühl und verzichten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit lieber auf ein verlockend günstiges Angebot. (vho)

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