Ab jetzt gelten strenge Regeln für Reiserückkehrer

Virusvariantengebiet Portugal: Was Urlauber wissen sollten

Die Algarve ist ein beliebtes Urlaubsziel - doch auch dort greifen trotz niedriger Inzidenz jetzt die strengen Regelungen aufgrund der Delta-Variante.
Die Algarve ist ein beliebtes Urlaubsziel - doch auch dort greifen trotz niedriger Inzidenz jetzt die strengen Regelungen aufgrund der Delta-Variante.
© imago images/Westend61, Martin Rügner via www.imago-images.de, www.imago-images.de

29. Juni 2021 - 7:18 Uhr

Bundesregierung stuft ganz Portugal ab dem 29. Juni als Corona-Virusvariantengebiet ein

Ob Algarve-Strandurlaub, Wandern auf Madeira oder ein Städtetrip nach Lissabon: Wer für solche Reiseziele gerade seine Koffer packt, muss dies möglicherweise überdenken. Die Entscheidung der Bundesregierung, Portugal ab 29. Juni als Corona-Virusvariantengebiet zu führen, wirbelt zum Start der sommerlichen Hochsaison so manche Reisepläne durcheinander. Wir erklären, was Sie wissen sollten, wenn Sie einen Portugal-Urlaub geplant haben.

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Was bedeutet die Einstufung als Virusvariantengebiet?

Ganz Portugal inklusive seiner Inseln im Atlantik gilt ab Mitternacht am 29. Juni als Gebiet "mit besonders hohem Infektionsrisiko". Ein Reiseverbot bedeutet das zwar nicht, aber das Auswärtige Amt warnt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen vor allen nicht notwendigen touristischen Reisen in das Land im äußersten Südwesten Europas.

Dies gilt für zunächst zwei Wochen, also bis zum 12. Juli. Und wer aus Virusvariantengebieten nach Deutschland kommt, muss sich laut des Robert Koch-Instituts für 14 Tage in Quarantäne begeben. Die Quarantäne vorzeitig zu beenden sei nicht möglich, auch nicht für Geimpfte, Covid-19-Genesene oder Personen, die einen negativen Coronatest vorweisen können.

Was heißt das für Reiseveranstalter-Gäste, die bereits im Land sind?

Wer am letzten Juni-Wochenende bereits in Portugal war, dürfte von seinem Veranstalter mit der Frage kontaktiert worden sein, ob er am Montag - also vor Inkrafttreten der Quarantänepflicht - vorzeitig nach Deutschland zurückkehren will. Davon haben Urlauber in unterschiedlichem Maße Gebrauch gemacht.

Beim Portugal-Spezialisten Olimar sind nach Angaben von Geschäftsführer und Mitinhaber Pascal Zahn 20 Prozent der Gäste im Land geblieben. Bei der DER Touristik, zu der unter anderem die Marken Dertour, ITS und Jahn Reisen zählen, hat sogar etwa jeder zweite Gast dieses Rückreiseangebot abgelehnt.

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Und was ist mit Buchungen in den kommenden Wochen?

Mehrere Reiseveranstalter haben ihre Touren in das Land inzwischen für mehrere Wochen abgesagt. Bei der Tui Deutschland gilt das für Buchungen mit geplanter Anreise bis einschließlich 31. Juli. Im Laufe des Montags bestand für Betroffene hier noch die Möglichkeit, gebührenfrei auf andere Ziele umzubuchen, teilte das Unternehmen mit. Kommt es zu keiner Umbuchung, werde die Reise gebührenfrei storniert.

Die DER Touristik sagte ihre Portugal-Reisen bis zum 13. Juli ab. Gästen mit geplanten Anreiseterminen bis zum 31. Juli bietet das Unternehmen eine kostenlose Umbuchung auf alternative Reiseziele an. Olimar lässt Gäste mit Abreisen bis inklusive 12. Juli derzeit entweder auf einen anderen Reisezeitpunkt oder auf ein anderes Reiseziel umbuchen. Auch Stornierungen solcher Reisen sind möglich. Alle Gäste mit gebuchter Portugal-Anreise am 13. Juli oder später bitte er nun, in Ruhe die weitere Entwicklung abzuwarten, sagte Pascal Zahn.

Sogar über den Juli hinaus hat der Studienreisenspezialist Studiosus seine Portugal-Trips storniert. Da das Unternehmen "bei anhaltend zunehmenden Infektionszahlen" davon ausgehe, dass die Einstufung als Virusvariantengebiet noch verlängert werde, "sehen wir uns gezwungen, alle unsere Portugal-Reisen mit Abreise bis einschließlich 31. August abzusagen", hieß es am Montag auf der Studiosus-Website.

Was ist mit künftigen Buchungen?

Das hängt natürlich vor allem vom weiteren Infektionsgeschehen ab. Der Deutsche Reiseverband (DRV) findet es zugleich allerdings schwierig, dass mit Portugal ein komplettes Land zum Virusvariantengebiet erklärt wurde - und damit auch Landesteile mit vergleichsweise niedriger Corona-Inzidenz wie die Insel Madeira davon betroffen sind. "Wir wünschen uns, dass die Zielgebiete differenziert angeschaut werden", sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen am Montag.

Was gilt für Individualreisende?

Wer ohne Reiseveranstalter einen Urlaub in Portugal gebucht hat und diesen nicht antreten möchte, muss sich bezüglich seiner gebuchten Unterkunft nach den bei der Buchung vereinbarten Stornierungsbedingungen richten. Wenn der gebuchte Flug gestrichen wird, muss die Airline das Geld erstatten. Findet der Flug wie geplant statt und der Passagier entscheidet sich, diesen nicht wahrzunehmen, kriegt er kein Geld zurück. Viele Fluggesellschaften bieten jedoch momentan kostenlose Umbuchungen an. (dpa, jos)

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