Vierter Fluchtversuch aus der JVA Fuhlsbüttel

Flüchtiger Schwerverbrecher Karl L. in Barsbüttel gefasst

Karl L. ist aus der JVA Fuhlsbüttel geflohen
00:40 min
Karl L. ist aus der JVA Fuhlsbüttel geflohen

30 weitere Videos

Karl L. tauchte bei einem unbegleiteten Freigang ab

Nach vier Tagen auf der Flucht hat die Polizei Karl L. in Barsbüttel bei Hamburg (Kreis Stormarn) gefasst. Der Schwerverbrecher, der in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel einsitzt, war mal wieder abgehauen. Er kam von einem unbegleiteten Freigang am 16. Januar nicht zurück, wie die Justizbehörde Hamburg mitteilte. Es war bereits das vierte Mal, dass der 52-Jährige entwischt ist. Ein Polizeisprecher teilte am Mittwoch mit, der Mann sei verhaftet worden. Wie die Beamten ihn fanden und ob er inzwischen wieder in der JVA sitzt, wurde nicht bekannt gegeben.

Warum Karl L. in Haft sitzt und wie sein letzter Fluchtversuch ausgegangen war, sehen Sie im Video.

Polizei suchte tagelang nach Sicherungsverwahrtem aus JVA Fuhlsbüttel

Karl L. war 2008 wegen Raubes und räuberischer Erpressung zu fünfeinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteil worden. Seit er 2014 seine Haft komplett abgesessen hat, ist Karl L. als Sicherheitsverwahrter in der JVA Fuhlsbüttel untergebracht. Die Behörden hatten dem 52-Jährigen am Samstag einen unbegleiteten Besuch bei einem Verwandten gestattet.

Als der Insasse zur verabredeten Zeit nicht wieder in die JVA kam, fragte die Anstaltsleitung bei seinem Verwandten nach. Der behauptete, Karl L. sei wegen eines medizinischen Notfalls ins Krankenhaus gefahren. Nach einer Überprüfung sämtlicher Krankenhäuser in der Nähe, stellte sich heraus, dass keines den Flüchtigen aufgenommen hatte. Karl L. war offenbar wieder einmal untergetaucht. Daraufhin fahndete die Polizei nach dem Mann.

Nicht Karl L.s erster Fluchtversuch

Der 52-Jährige hat im Laufe der Zeit mehrere Fluchtversuche unternommen. Zuletzt hatte er 2017 für Aufsehen gesorgt. Damals war Karl L. nicht von einem Besuch bei einem Therapeuten außerhalb der JVA zurückgekehrt. Die Polizei suchte drei Tage lang nach dem Ausbrecher, bis er wieder gefasst und zurück ins Gefängnis gebracht werden konnte. Das war bereits sein dritter Ausbruch. Die JVA nahm daraufhin all seine Vergünstigungen zurück.

Seit Oktober 2019 darf Karl L. nach einer richterlichen Entscheidung aber wieder Ausgänge unternehmen. Seit September 2020 auch unbegleitet, nachdem eine Gutachterin weitere Lockerungen empfohlen hatte. Er habe in letzter Zeit mehr als 40 unbegleitete Ausgänge wahrgenommen, um sich auf eine mögliche Entlassung vorzubereiten. Bei seinem jüngsten Ausflug tauchte Karl L. dann aber einfach wieder ab.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

JVA muss Karl L. Lockerungen gewähren

Die Justizbehörde erklärte, dass einem Sicherungsverwahrten per Gesetz Lockerungen gewährt werden müssen, um dessen Eingliederung in die Gesellschaft vorzubereiten. Das werde auch von den Hamburger Gerichten überprüft. „Kommt die Justizvollzugsanstalt dem nicht ausreichend nach, droht eine vorzeitige Entlassung des Untergebrachten“, hieß es in der Pressemitteilung.