Buch-Check "Der Zeugnisretter"

Versetzung gefährdet? Die besten Tipps, um das Zeugnis zu retten

Versetzung gefährdet? Tim Nießner hat ein paar Last-Minute-Tricks parat
Versetzung gefährdet? Tim Nießner hat ein paar Last-Minute-Tricks parat
© iStockphoto, NataSnow

19. März 2021 - 14:06 Uhr

Tim Nießner behauptet: Man kommt gechillt durch die Schule, "ohne groß zu lernen"

Autor Tim Nießner weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, ein maximal durchschnittlicher Schüler zu sein. Und wie man es schafft, seinen Notendurchschnitt drastisch zu verbessern, ohne bis spät in die Nacht über Büchern und Lernportalen zu brüten. In seinem neuen Buch "Der Zeugnisretter"* verrät er seine besten Hacks für durchschlagenden Schulerfolg.

von Mireilla Zirpins

Nur noch kurz das Zeugnis retten? Läuft!

Autor Tim Nießner will Zeugnisretter sein
Tim Nießner hat sein Zeugnis gerettet und will jetzt anderen helfen
© dpa, Fabian Strauch, fst amr gfh

Tim Nießner ist 18 und macht gerade an einer Gesamtschule in NRW sein Abi. Die vierte Klasse verließ er mit einer Realschul-Empfehlung, die sechste Klasse schloss er mit einem Notenschnitt von 3,0 ab. Der Beginn einer Schulkarriere voller Demütigungen? Von wegen! Tim Nießner ist ein Kämpfer – und eigener Aussage zufolge "nicht irgendein Streber, der es liebt in die Schule zu gehen". Erst hat er 100 Einser-Schüler interviewt, sich deren Tricks verraten lassen und einen Bestseller drüber geschrieben: "Die geheimen Tricks der 1,0er-Schüler"*

Lese-Tipp: Tims beste Tipps für den Einser-Schnitt finden Sie in diesem Artikel

Mit Erfolg: Mittlerweile gehört Tim Nießner zu den besten Schülern seines Jahrgangs. Aber sein Herz schlägt für die Kids, denen eine Eins niemals greifbar scheint und die Jahr für Jahr um die Versetzung kämpfen. Ihnen will er nun mit seinem zweiten Buch helfen – mit Tricks, die ihn selbst aus dem Notentief herauskatapultiert haben.

Das Positive: Im Prinzip kennen die Schüler vermutlich einige der Vorschläge schon, allerdings eher auf theoretischer Basis. Tim Nießner trägt sie aber nicht ermahnend, sondern wirklich motivierend vor – und zwar in genau der Sprache, in der seine Altersgenossen unterwegs sind. Und nicht im Eltern-Style.

Fünf Last-Minute-Tricks, die das Zeugnis retten können

Und hier kommen fünf Top-Tipps von Autor Tim Nießner:

1. 80/20-Regel: Ziele nicht zu hoch stecken
Man braucht nach dieser Regel nur 20 Prozent der Zeit, um 80 Prozent der geforderten Fertigkeiten zu erlernen. Es macht null Sinn, in einem einzelnen Fach eine Eins anzupeilen. Besser verteilt man die Energie so, dass man in Hauptfächern und denen, die man nicht demnächst abwählen kann, möglichst von der 4 runterkommt. Der nächste Schritt wäre es dann, vielleicht irgendwann sogar eine 2 oder besser anzupeilen. Aber alles zu seiner Zeit. Tim Nießner ist gestartet mit dem Ziel, von der 3,0 wieder auf eine 2,6 zu kommen wie am Ende der Grundschule. Nach dem Erfolg hatte er Bock, sich noch weiter zu verbessern.

2. Internet-Videos können auch schlau machen
Viele Schüler hängen stundenlang vor Videos im Web oder in sozialen Netzwerken. Aber hej, da gibt's nicht nur Schmink-Tutorials, Tänze und Gaming-Tipps, sondern auch Lernvideos. Und nicht nur die von Lehrer Schmidt, sondern auch welche von Schülern oder Studenten. "Die meisten dauern nur 10 Minuten und erklären dir in Jugendsprache alles, was du in der Schule erst nach drei Stunden checken würdest." Braucht man nicht nur für Klausuren, sondern auch für die mündliche Mitarbeit. Die ist nämlich Tim Nießner zufolge mindestens die halbe Miete.

3. Mündliche Mitarbeit
"Solange du kein Hardcore-Schwänzer bist, sitzt du doch eh fünf Tage die Woche ab 8 Uhr in der Schule. Da kannst du die Zeit auch nutzen, dich ein paar mal zu melden und was für deine Note zu tun", findet Tim Nießner. So geht die Zeit schneller vorbei und du sammelst Punkte für den "Halo-Effekt" – eine wissenschaftlich bewiesene Heiligenschein-Wirkung, bei der einige wenige positive Eigenschaften den Gesamteindruck überstrahlen. Schon mal gefragt, warum deine Freundin, die immer freundlich lächelt und aufzeigt, eine bessere Note hat als du? Das ist kein Schleimen, betont der Autor. Vielmehr seien Lehrer dankbar, wenn man aufzeigt: "Es ist doch frustig für Lehrer, wenn die sich Mühe geben, und dann kommt von den Schülern gar nichts", zeigt Tim Nießner Verständnis.

4. Drannehm-Deal oder Hausaufgaben abgeben
Wer sich nicht traut oder das Aufzeigen immer wieder vergisst, kann mit der Lehrkraft einen "Drannehm"-Deal schließen: Mindestens drei Mal pro Stunde fragt sie dich was – außer, du hast mindestens drei Mal von selbst aufgezeigt. Wetten, das klappt? Wer hat schon Bock, ständig aus heiterem Himmel gefragt zu werden? Da hebt man lieber den Finger, wenn man was weiß. Wer das zu krass findet, kann auch öfter mal sein Heft abgeben oder ein Referat halten,

5. To-Do-Liste – Runter von der Fünf
Der Lehrer droht mit der Fünf – da geht einem natürlich die Düse. Tim Nießners Rat: "Das Allerwichtigste ist, dass mindestens fünf Wochen vor der Zeugniskonferenz und nicht erst, wenn die Note schon feststeht, zu deinem Lehrer gehst und fragst: ,Was muss ich tun, um von der Fünf herunter zu kommen?' Bitte ihn um eine To-Do-Liste." Dann habe man es selbst in der Hand, ob man die akribisch abarbeite. "Du hast die volle Verantwortung und kannst selbst entscheiden, ob du in einen Jahrgang mit komplett anderen Leuten kommen möchtest oder dich anstrengst und die To-Do-Liste abarbeitest."

Klingt alles logisch, vor allem aber vom Ton her anders als das, was die eigenen Eltern einem sagen, auch wenn das Ziel das gleiche ist: die Versetzung und ein etwas besserer Notenschnitt. Nießners Ansatz ist: Du machst das für dich selbst, damit du dir später mal aussuchen kannst, was du werden willst und nicht den Ausbildungsplatz nehmen musst, den andere dir übrig gelassen haben und bei dem man 50 Prozent der Zeit nur Kaffee kochen muss. Und weil er weiß, dass Kids die Trouble mit den Noten haben, nicht zwingend gern lesen, ist sein Zeugnisretter-Buch auch nur halb so dick wie die Tricks der Einser-Schüler.

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