„Ich verstehe nicht, warum die Politik solche Unterschiede macht"

Veronica Ferres prangert Politik für Corona-Maßnahmen gegen Künstler an

31. August 2020 - 20:45 Uhr

Veronica Ferres: „Die Kinoindustrie hat nicht so die Lobby wie die Flugzeugindustrie"

Veronica Ferres (55) ist unzufrieden mit dem Umgang der Kultur während der Corona-Pandemie. Corona und Kino – vielerorts ist die Angst, dass das Kino jetzt stirbt und die Filmbranche darunter stark leidet. Auch die Schauspielerin hat große Bedenken. Vor allem, weil die Kinoindustrie nicht so eine Lobby habe wie eine Flugzeugindustrie. Da macht sie vor allem der deutschen Politik Vorwürfe. Was sie der vorwirft und welches Land mit der Problematik ihrer Meinung nach besser umgeht, verrät Veronica Ferres im Video.

„Ohne Kultur kann ich’s mir nicht vorstellen“

Für die Schauspielerin ist Film, Theater und Co. ihr täglich Brot. In der Corona-Pandemie wurden Kinos geschlossen, Drehs unterbrochen, dem schauspielerischen Arbeiten ist förmlich ein Erdbeben wiederfahren. Ein harter Schlag für alle aus der Branche. Ob sie sich davon erholen wird? "Ich liebe das Kino. Diese Gefahr ist sehr präsent. Wir müssen sehr viel dafür tun, dass das Kino nicht stirbt, dass die Kultur nicht stirbt. Ohne Kultur kann ich's mir nicht vorstellen", erklärt Veronica Ferres im RTL-Interview.

Eine Situation, die sie sehr bedauert, vor allem während an anderen Stellen nicht so arg eingebüßt wird: "Ich verstehe nicht, warum man in der Lufthansa so eng nebeneinander sitzt und die gleichen Filme anschauen darf, kein Platz dazwischen frei, aber mit Maske. Man kann die gleichen Filme im Flug anschauen, als wenn man ins Kino geht." Doch dort gelten strengere Regeln.

"Die Kulturindustrie ist eine Industrie mit Millionen-, Milliardenumsätzen!"

Zwar ist das Besuchen von Kinos wieder erlaubt. Allerdings müssen die Betreiber Sicherheitskonzepte ausweisen, die garantieren, dass Besucher mindestens anderthalb Meter Platz zueinander haben. Außerdem dürfen in manchen Bundesländern höchstens 50 Personen eine Vorstellung besuchen. Dazu kommt, dass sich Kinos das Recht vorbehalten, eine Vorstellung abzusagen, wenn eine Mindstanzahl an Besuchern nicht erreicht werden.

Dabei sei die Luft in Kinos durch Lüftungen sauberer als in jedem Bürogebäude, so Ferres. "Ich verstehe nicht, warum die Politik da solche Unterschiede macht. Und die Kulturindustrie ist eine Industrie mit Millionen-, Milliardenumsätzen. Die so zu vernachlässigen, ist einfach ein ganz ganz großer Fehler", prophezeit die Schauspielerin.