Sein Baby ist vier Wochen alt: Dragqueen zeigt uns ihr ganzes Glück! Candy Crash ist nach Leihmutterschaft endlich Papa
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Seit einem Monat dreht sich die Welt für Candy Crash komplett anders. Sein Partner und er sind dank einer Leihmutter endlich Eltern geworden. Sie haben ein kleines Mädchen bekommen. Doch das gefällt nicht jedem. Auf Instagram zeigt Candy sein größtes Glück und erntet dafür reichlich Hasskommentare.
Es ist noch ganz zerbrechlich, dieses 4 Wochen alte kleine Wunder. Jetzt ist Candy Crash Papa. Er weiß, welche Verantwortung er und sein Partner jetzt tragen. Aber das ist noch etwas positives. Denn da sind diese Gedanken, die Candy jeden Tag überwältigen. auch wenn andere mit Wut auf darauf reagieren. „Es ist das schönste Gefühl. Einfach egal. Egal, ob sie schreit, ob sie lacht, ob sie einfach nur schläft. Das ist. Ich gucke sie an und ich bin einfach nur schockverliebt.“ Candy ist 39 Jahre alt, und arbeitet in Los Angeles als Drag Queen. Er postet solche Bilder auf seinem Instagram-Account. Und weiß, dass sie provozieren. Aber das die Kommentare dann so widerlich sind, damit hat er nicht gerechnet. „Wie soll ein Kind damit klarkommen?“ „Möge Gott dich vernichten.“ „Arbeitsdienst würde dich auf andere Gedanken bringen.“ „Ich höre das sehr oft, dass mir gesagt wird, dass ich ein schlechter Papa sei oder kein richtiger Papa bin. Oder dass wir keine richtige, gute Familie für dieses Kind sein können, weil wir Papa und Daddy sind. Die Leute verstehen einfach nicht, dass es für eine Familie nicht mehr braucht als einfach Liebe. Und zwar bedingungslose Liebe. Immer für das Kind da sein, das Beste fürs Kind zu tun.“ Tausende von solchen Kommentaren sind auf Candys Instagram-Account gelandet. Die meisten seien von Frauen mittleren Alters, sagt er. Candy versucht sie nicht zu lesen. Aber manchmal ist es, als ob diese dunkle Wolke aus Hass und Wut über allem schwebt. Und es gibt keine Möglichkeit einfach wegzulaufen. „Eigentlich möchte ich gar keine Gedanken und gar keine Energie damit verschwenden, an Kommentare zu denken. Aber es kommt dann im Alltag, wenn man dann so runterschaut und denkt: Ach Gott, geht's dir gut? Wie süß bist du denn? Und dann denkt man sich, was die Leute schreiben und was hier meine Realität ist, könnte nicht weiter auseinander sein. Es beschäftigt einen dann doch unterbewusst so ein bisschen. Echt Schade eigentlich.“ Vor vor rund 2 Jahren ist Candy mit seinem Partner nach Los Angeles gezogen. Hier in diese Villa. Und es nicht zu übersehen, hier sind sind gerade zwei Menschen Eltern geworden. Alles hat mit Babys zu tun . Der Mann, den er liebt, möchte nicht vor die Kamera. Er fürchtet sich vor Anfeindungen. Aber da ist auch Gutes. Die vielen Menschen, die von Candys Leben und dem ihres Babys nicht genug bekommen können. Klar, das bringt auch Geld. „80 Millionen Views letzten Monat, 80 Millionen. Video war das. Allgemein? Alle, alle Videos zusammen. Aber das ist unglaublich. 8 Millionen Leute haben Videos gesehen. Das ist alles. Mit der Tochter Videos. Das waren alles Videos, wo ich den Prozess begleitet habe mit Das Baby kommt, Baby ist da. Die ersten Tage mit dem Baby, das interessiert die Leute so krass. Aber die haben auch viele Meinungen. Bei 80 Millionen Zuschauern ist auch viel Meinung dabei.“
Vor etwa 15 Jahren fängt Candy an, als Drag Queen aufzutreten. Es ist für ihn, sagt er, wie ein Ventil. Er kann endlich als Mann seine weibliche Seite ausleben. Eine Befreiung für ihn. „Ich habe das Gefühl, dass ich als queere Person fast immer auf der Flucht war. Am Anfang, auf der Flucht vor mir selbst, weil ich es nicht mehr eingestehen wollte, dass ich schwul bin. Dass ich ein femininer Mann bin, der auf andere Männer steht. Das wurde mir in Karlsruhe, wo ich eigentlich her bin, immer als etwas sehr Negatives mitgegeben. Und dann habe ich die Flucht ergriffen nach Berlin. Aber auch in Berlin ist das irgendwann zu krass geworden. Mit Anfeindungen, mit körperlichen Anfeindungen, verbal mit sich nicht mehr wohlfühlen auf der Straße, so dass ich gesagt habe, ich möchte so nicht leben, ich möchte mich nicht verstecken in meinem Sein. Ich möchte wo leben, wo ich offen sein kann, wer ich bin und wer ich sein möchte. Und deswegen bin ich vor zwei Jahren nach Amerika.“
Los Angeles ist für Candy die Erfüllung eines Traums: Freiheit. Niemand beschimpft ihn hier, niemand starrt ihn an. Das Einzige, was noch fehlt, ist ein Name für sein Baby. Aber da sind da ja noch seine Freunde Bill Kaulitz und Tom Kaulitz. „Ich frag jetzt meine C-Promis nach Babynamen. C-Promis gibt's hier nicht. So, Babynamen. Wir haben keine Promis hier. Tut mir leid. Ähm, für was Für ein Mädchen? Egal. Ich weiß es nicht. Ich weiß keinen.“ Wie beiden zu dem Baby gekommen sind ? In Deutschland hätten sie kein Kind adoptieren können. Sie sind zu alt. Und Leihmutterschaft ist verboten. In Amerika nicht. Sie finden schließlich, über eine Agentur, eine Frau die ihnen hilft. Bei der Entbindung sind Candy und ihr Freund dabei. „Ich habe auch Rotz und Wasser geheult dabei und auch unsere Leihmutter. Ich stand ja neben ihr oder hinter ihr und habe so ihre Schulter gestreichelt und war einfach die ganze Zeit dabei. Und als dann das Kind da war, bist du in so einer ganz komischen Situation. Weil ab dem Moment, wo das Kind dann draußen ist, bist du für das Kind zuständig. Das ist dein Kind und es ist ja nicht ihr Kind. Sie möchte sich ja gar nicht drum kümmern. Dann hat sie gesagt Bitte kümmere dich um dein Kind. Mein Mann ist hier, der kümmert sich um mich. Es ist alles okay.“ Bis heute hat Candy Kontakt zu der Leihmutter. Sie ist zu einer echten Freundin geworden, sagt er, er wird immer verbunden sein. denn sie hat etwas gegeben , was alles zum Besseren verändert hat. „Müssen wir einmal einen Boxenstopp machen? Ja. Du bist ein Stinker. Bist du es? Stinky? Stinky, Bist du es? Stinky? Stinkes Stinky. Stinky.“ Zwei schwule Männer und kleines Baby. Für viele ist das immer noch ein Skandal. „Ich würde mir wünschen, dass wir in unserer deutschen Kultur vielleicht auch durch Beiträge wie diesen mal lernen, ein bisschen mehr Mitgefühl und Empathie anderen Menschen gegenüber zu zeigen und seine eigene, sehr starke Meinung vielleicht auch mal zurückzunehmen. Weil warum muss man mir jetzt mein Glück vermiesen, nur um seine sehr starke Meinung, die konträr zu meiner ist, preiszugeben? Man kann doch einfach Leute leben und leben lassen. Und ich glaube auch, dass es einem selbst besser geht, wenn man ein bisschen weniger Hass schürt auf dieser Welt.“ In 20 Jahren, hofft Candy ist er vielleicht schon Großvater und lebt immer noch in Los Angeles. aber seine Drag Queen Perücke will er dann immer noch tragen. Aber wichtigste ist jetzt, dieses kleine vier Wochen alte Mädchen. „Das ist schade, weil eigentlich möchte ich gar keine Gedanken und gar keine Energie damit verschwenden, an Kommentare zu denken. Aber es kommt dann im Alltag.“
